Wolfgang Schrader sprach über die zukünftigen Projekte des SPD-Ortsvereins

„Wir brauchen den Tourismus“

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Vier Delegierte wurden für die Kreiskonferenz der Europawahl am 25. September 2019 gewählt: Thomas Jampe, Dirk Finder, Sebastian Rötz und Renate Chowanetz (v.li.)

Plettenberg - „Wir müssen unsere Öffentlichkeitsarbeit verbessern und zusehen, dass wir auch in Plettenberg wieder ein besseres Ansehen bekommen!“ Deutliche Worte sprach am Dienstagabend Wolfgang Schrader, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rahmen der Mitgliederversammlung im Awo-Haus.

Rund 20 Mitglieder waren der Einladung gefolgt, um Schraders ausführlicher Rede zu lauschen. Er hatte zwar im Vorfeld versprochen, nur 20 Minuten zu reden, was er im Endeffekt nicht halten konnte – zu viele Themen lagen ihm auf dem Herzen, und er musste auch seinem Ärger zu Beginn einmal Luft machen: „Kein Kabarettist hätte ein besseres Unterhaltungsprogramm bieten können im Gegensatz zu dem, was sich die SPD in den vergangenen Monaten auf Bundesebene geleistet hat“, fand er deutliche Worte dafür, dass sich die SPD vor und nach der letzten Wahl „äußerst schlecht verkauft“ habe. „Merkel ist nicht schuld, auch das möchte ich an dieser Stelle noch einmal erwähnen. Dennoch läuft etwas gewaltig schief, wenn man bedenkt, dass die AfD zur stärksten Opposition geworden ist“, so Schrader. Auch wenn die SPD vor Ort sich nie von der Politik auf Bundesebene habe beeinflussen lassen, müsse man jedoch auch die Arbeit in Plettenberg überdenken. „Deshalb war es ein richtiger Schritt, sich personell neu auszurichten, und für die Wahl 2020 haben wir eine gute Mannschaft, da bin ich mir sicher“, so der Fraktionsvorsitzende weiter. 

Des Weiteren sei es wichtig, auch die jungen Leute mit ins Boot zu holen. Gerade deshalb würde er es auch begrüßen, dass sich die Jusos wieder neu organisiert hätten. Vor Schraders Rede wurde die Rede vom Juso-Vorsitzenden Florian Ahlers verlesen, der privat verhindert war. Er sprach davon, als erstes großes Projekt den Juso-Raum renovieren zu wollen. Außerdem plane man für die nahe Zukunft ein Konzert gegen Rechts und einen Poetry-Slam, nachdem ähnliche Veranstaltung in unserer Stadt gut angenommen worden seien. Generell wolle man mit vollem Engagement an die Sache gehen und vor allem um Mitglieder werben, damit auch die Junen Sozialen wieder gut aufgestellt seien. Die Mitglieder wünschten Ahlers und den Jusos für ihr Vorhaben viel Glück. Wolfgang Schrader sprach im Verlauf seiner Rede viele verschiedene Punkte an, die die Arbeit der SPD auf kommunaler Ebene beinhalteten. „Plettenberg ist eine lebenswerte Stadt, und wir müssen dafür sorgen, dass das auch so bleibt“, appellierte er an seine Parteigenossen. Dennoch würde über allem die finanzielle Situation stehen. Jeder wisse, dass Plettenberg verschuldet sei und da müsse man gegensteuern und schauen, an welchen Enden gespart werden könne. Fakt sei aber auf der anderen Seite, dass man sich auch nicht „zu Tode sparen dürfe“. 

Plettenberg sei immer eine Industreistadt gewesen, von einst 26 Schmiedebetrieben seien aber mittlerweile nur noch wenige übrig, was zur Folge hätte, dass auch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer mittlerweile geringer seien. Deshalb bräuchte man dringend ein zweites Standbein, damit Geld nach Plettenberg fließe und auch in Plettenberg bliebe. „Wir brauchen den Tourismus“, ist sich Schrader dementsprechend sicher. Damit meine er nicht die Art von Tourismus, die in Städten wie Winterberg herrsche. „Ich denke da an den Wochenendtourismus. Wir haben mit dem AquaMagis-Resort ein gut laufendes Urlaubsdomizil – das ist die richtige Richtung“, so der Fraktionsvorsitzende. Außerdem habe man damals die Familienwiese erschlossen – gegen den Widerstand der CDU. Als nächstes Projekt müsse man ein gutes Wegenetz für Mountainbiker installieren und dabei mit den Nachbarstädten zusammenarbeiten. „So machen wir Plettenberg immer attraktiver für Gäste, und das ist sehr wichtig. Wir müssen den Tourismus in Plettenberg weiter ausbauen“. Ein weiteres Thema war am Dienstagabend das angedachte Café am Lennedamm in Eiringhausen, das eventuell errichtet werden soll. „Mittlerweile sind wir zum Glück so weit, dass der Kreis mit sich reden lässt. Ich bin ganz guter Dinge, dass das Café 2019 kommen wird“, so Schrader. 

Ein weiteres Thema, was in Plettenberg auch in den vergangenen Wochen in aller Munde war, war am Dienstag der Bau des Modeparks Röther und die damit verbundene Klage der Stadt Attendorn. „Es sei nur so viel dazu gesagt: Es ist unser gutes Recht, bei so einem Angebot zuzugreifen. Die Attendorner haben uns auch nicht gefragt, wenn sie in der Vergangenheit Vergleichbares gebaut haben. Juristisch ist der Schritt, den die Stadt gegengen ist vielleicht okay – moralisch ist es jedoch nicht in Ordnung, so spät zu klagen!“, fand Schrader auch sehr deutliche Worte dafür. Im Rahmen der Versammlung wurden Delegierte für die Europawahl 2019 gewählt, die in der Kreiskonferenz am 25. September den ortsverein vertreten: Thomas Jampe, Sebastian Rötz, Renate Chowanetz und Dirk Finder wurden von den Mitgliedern gewählt.

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