Rollt da etwas auf Plettenberg zu?

Firma für Panzermuseum im Sauerland gekauft?

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Durch das offene Tor sieht man auf dem Firmengelände eines Plettenberger Unternehmers solche Schützenpanzer vom Typ Saurer A1 (vorne), die möglicherweise bald auf das Gelände der Firma Groll verlegt werden. Der Panzer wurde vor allem von der österreichischen Armee genutzt, was auch die Kennung zeigt. Seit 1970 zählt die Firma Saurer zur Steyr-Daimler-Puch AG.

Plettenberg – Aus dem Industriemuseum in Plettenberg ist nichts geworden, aber bekommt die Stadt bald ein Panzermuseum? Noch ist nach Angaben des potentiellen Investors nichts spruchreif, die Anzeichen aber verdichten sich.

Ein Plettenberger Unternehmer kaufte im März das Gelände und den ehemaligen Firmenkomplex der Karl Groll GmbH, nachdem in der Traditionsschmiede vor gut einem Jahr nach der gescheiterten Planinsolvenz endgültig die Lichter ausgingen. Was der Unternehmer mit dem Grundstück vor hat – ob Kartbahn oder Panzermuseum – darüber wird schon seit Wochen in Plettenberg geredet. 

Auch dieser Panzer in Wüstenoptik stammt aus Österreich und steht derzeit im eher kalten Plettenberg.

Der Unternehmer selbst hält sich bedeckt und bestätigte bislang nicht, dass auf dem weitläufigen Gelände ein Museum für Panzer errichtet werden soll, auch wenn vieles darauf hindeutet, denn am 28. Januar 2019 hat besagter Plettenberger laut Handelsregister die „Technik und Panzermuseum Sauerland gUG“ gegründet. Gegenstand des Unternehmens ist die „Förderung von Wissenschaft und Forschung (...), die Förderung der Technik und musealer Ausstellungen sowie die museale Erhaltung seltener und technisch ausgefallener Dinge.“ Als solche werden Fahrzeuge, Maschinen, Panzer und Flugzeuge aufgeführt. Ein knappes Dutzend Panzer stehen bereits gut sichtbar auf einem anderen Firmengelände, das sich ebenfalls im Besitz des Plettenbergers befindet.

Die Firma Groll wurde nach dem Verkauf bereits optisch aufgewertet und mit einem neuen Zaun gesichert.

 Auf den jetzt zugekauften Flächen der Firma Groll dürfte der gesamte Panzerfuhrpark mühelos unterzubringen sein. Genügend Platz – auch im Außenbereich – ist dort in jedem Fall vorhanden. Ob und wann ein Panzermuseum nach der Fertigstellung öffentlich zugänglich gemacht wird, ließ der Plettenberger offen. Nach Informationen unserer Zeitung ist bislang lediglich der Besitzerwechsel amtlich. Zudem fanden auf dem Gelände erste Aufräum-, Anstrich- und Verschönerungsarbeiten statt, wie der neue rote Zaun, Schrottcontainer und andere Dinge zeigen. Konkrete Fragen zur Nutzung ließ der Unternehmer bislang unbeantwortet.

Im Rathaus der Stadt Plettenberg liegen bislang der Kaufvertrag sowie eine Gewerbeanmeldung vor. Zudem wurde geprüft, ob die Stadt ein Vorkaufsrecht für das Groll-Areal hatte. Ein Bauantrag oder eine Abrissgenehmigung seien nicht eingegangen. Wie Planungsamtsleiter Hartmut Engelkemeier auf Anfrage betonte, spreche grundsätzlich nichts gegen eine gewerbliche Nutzung, wenn dort Wartungsarbeiten an Maschinen oder auch Panzern durchgeführt würden. Ebenso unproblematisch sei das Abstellen solcher Exponate sowie leichter Fahrzeugverkehr auf dem Firmengelände.

 Falls der Komplex für ein Museum oder eine Kartbahn genutzt werden sollte, müsse allerdings eine Nutzungsänderung durchgeführt werden. Wegen der Wohnbebauung Am Oesterhammer wäre dann laut Engelkemeier auch ein Lärmgutachten notwendig. Dies gelte insbesondere bei einer verstärkten Nutzung des Außengeländes mit Fahrzeugen. „Wenn bei der neuen Nutzung des Firmengeländes Konfliktpotential entsteht, greifen wir ein – sonst nicht“, so Engelkemeier abschließend.

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