Grüne fordern ganze Stelle:

Streit um das Personal für den Klimaschutz

Der Klimaschutz war Thema in der letzten Ratssitzung
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Der Klimaschutz liege nach eigenen Aussagen allen Fraktionen des Plettenberger Rates am Herzen. Streit entbrennt jedoch darüber, ob der Klimaschutzmanager der Stadt eine volle oder eine halbe Stelle erhalten soll.

Plettenberg – In der letzten Sitzung des Stadtrates stand das Klimaschutzkonzept der Stadt Plettenberg auf der Tagesordnung, doch auf Antrag von CDU und Grünen wurde der Punkt von der Tagesordnung abgesetzt, da beide Fraktionen Beratungsbedarf anmeldeten. 

In der November-Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses fiel die Vorstellung und Beratung aus, weil eine Referentin verhindert war. Daraufhin beantragten die Fraktionen von SPD, PWG und FDP eine Beschlussfassung zu Personalfragen für das Klimaschutzmanagement. „Dies ist nur mit einer detaillierten Aufgabenbeschreibung möglich und sinnvoll“, argumentierte Carina Hennecke, Fraktionsvorsitzende der Grünen-Ratsfraktion, dagegen.

Laut Vorlage halten SPD, FDP und PWG eine halbe Stelle für das Klimaschutzmanagement für ausreichend. Plettenberg solle sich die ganze Stelle mit einer anderen Gemeinde teilen und Bürgermeister Schulte entsprechende Verhandlungen aufnehmen. Herscheid und Neuenrade seien interessiert. So könnten Kooperationen gebildet und Synergien genutzt werden. Bei den Grünen sah man das anders und forderte eine Vollzeitstelle für das Klimaschutzmanagement.

Kritik an Kosten für Sportplatz Oesterau

„Warum sollte Plettenberg nur halbe Sache beim Klimaschutz machen und auf die Förderung von 75 Prozent der zweiten halben Stelle verzichten?“, fragte Carina Hennecke. Herscheid bekomme bei knapp 7000 Einwohnern eine halbe Stelle für den Klimaschutz. „Soll Plettenberg bei knapp 26000 Einwohnern auch nur eine halbe Stelle bekommen?“, so Hennecke, die abschließend betonte: „Wenn ich überlege, über welche Summen wir hier beim Sportplatz Oesterau gesprochen haben, sollte uns die volle Stelle etwas wert sein.“

Bürgermeister Ulrich Schulte versuchte die Wogen in der Ratssitzung zu glätten: „Im Grunde wollen wir doch alle etwas für das Klima erreichen.“ Wie die Grünen-Fraktionsvorsitzende betonte, müssen laut EU-Beschluss die CO2-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 55 Prozent reduziert werden. „Bis 2050 will Europa klimaneutral sein. Wie will Plettenberg diese Ziele umsetzen ohne qualifiziertes Fachpersonal mit einem entsprechenden Zeitpensum?“ Bedenken hinsichtlich eines möglicherweise nicht ausreichenden Arbeitsaufwands für das Klimaschutzmanagement widersprachen die Grünen mit dem im Klimaschutzkonzept enthaltenen umfangreichen Maßnahmenkatalog: Der bestehe aus sechs Handlungsfeldern und insgesamt 36 Einzelmaßnahmen wie beispielsweise der Energieberatung und -begleitung für Private und Unternehmen.

Aktuelle Stellungnahme der Grünen

In einer aktuellen Stellungnahme zum Klimaschutzkonzept unterstreichen die Grünen ihre Position: „Plettenberg benötigt eine ganze Stelle Klimaschutzmanagement – so wie im Konzept vom Büro Gertec empfohlen. Eine halbe Stelle Klimaschutzmanagement bedeutet für Plettenberg weniger Potential für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen und nicht ausgeschöpfte staatliche Förderung. Dies wäre im Vergleich zu anderen Kommunen eine wesentlich schlechtere Vorsorge für die nächsten Generationen.“ Eine Vollzeitstelle an einem Standort sei zudem wesentlich attraktiver für potentielle Bewerber.

Neben der halben Stelle für das Klimaschutzmanagement beantragten SPD, PWG und FDP Fördermittel für die Beteiligung der Stadt Plettenberg an einer halben Stelle Energieberatung der Verbraucherzentrale. Patrick Hansmann (CDU) sah in der Energieberatung einen zusätzlichen Kostenfaktor und sprach sich für eine halbe Stelle beim Klimaschutzmanagement aus.

Die Grünen äußerten auch hier Unverständnis: „Diesen Service gibt es bereits. Die Beratung wird für alle Bürger verfügbar von der Verbraucherzentrale angeboten. Sie berät zu Energie- und Umweltfragen. Letztlich stimmten die Grünen ebenso wie alle anderen Fraktionen für den abschließenden Beschlussvorschlag zur Aufnahme von diesbezüglichen Gesprächen des Bürgermeisters mit der Verbraucherzentrale. Über den Stellenumfang für das Klimaschutzmanagement soll zu einem späteren Zeitpunkt beraten werden. Auch hier bekam Bürgermeister Ulrich Schulte mehrheitlich den Auftrag, die Verhandlungen mit Herscheid und Neuenrade aufzunehmen. Die Entscheidungsfindung soll jetzt im Planungs- und Umweltausschuss am 18. Januar stattfinden.

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