Wetter ist schuld

Wie läuft die Saison im Freibad? Eine Zwischenbilanz

Hanna (links) und  Ida wohnen in der Nähe und kommen gerne und oft ins Herscheider Freibad.
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Hanna (links) und Ida wohnen in der Nähe und kommen gerne und oft ins Herscheider Freibad.

 Von Glück gesegnet war das Herscheider Freibad in diesem Jahr kaum: erst zogen sich die Renovierungsarbeiten in die Länge, dann ließ der Starkregen den Bruchbach über die Ufer treten, schließlich führte eine Verunreinigung dazu, dass das Wasser abgepumpt werden und das Bad einige Tage geschlossen werden musste.

Herscheid - Der Sauerländer Sommer tat sein übriges. Darum ist es nicht verwunderlich, dass das Zwischenfazit der beiden Schwimmmeister Reiner Wittkamp und Adelheid „Heidi“ Schreiber eher nüchtern ausfällt. „Es ist traurig“, sagt Schreiber, die in diesem Sommer ihre Premierensaison in Herscheid begeht. „Man sitzt hier und denkt, das müsste zehn Grad wärmer sein und 500 Leute mehr.“

Tatsächlich sind an diesem frühen Samstagnachmittag nur gut ein Dutzend Gäste im Freibad. Das Wetter ist aber auch alles andere als einladend: knapp unter 20 Grad und ein wolkenverhangener Himmel, der nur ab und zu mal einen Sonnenstrahl durchlässt.

„Wetterbedingt“ sei die bisherige Saison „sehr durchwachsen“ gewesen, so Schreiber. „So richtig voll war es noch nicht.“ Rund 500 Badegäste an einem Toptag – so die bisherige Bilanz des Sommers. Dabei hätten es 2 000 sein können. Aufgrund des niedrigen Inzidenzwerts im Märkischen Kreis unterliegt das Freibad zurzeit keinen coronabedingten Einschränkungen – lediglich das Tragen eines Mund-Nasen-Schutz’ ist in den Umkleideräumen vorgeschrieben.

Doch gibt es beispielsweise kein Zeitfensterschwimmen wie im vergangenen Jahr: jeder kann kommen und gehen wann er möchte. Doch sowohl Schreiber als auch Wittkamp sind sich sicher, dass die Besucher auch wegen Corona ausbleiben. „Die Leute sind vorsichtiger“, sind die beiden sich einig.

Dreifache Menge wäre denkbar

Im gesamten Juli haben knapp 5 000 Gäste das Freibad besucht – in einem richtig heißen Monat sei jedoch die dreifache Menge denkbar gewesen. Die beiden Schwimmmeister hoffen nun, dass der August wettertechnisch besser werde. Früher, so sagt Wittkamp, habe der August häufig noch was rausgehauen.

Doch im Zuge des Klimawandels und den damit einhergehenden Wetterkapriolen sei dies nicht mehr so sicher vorauszusagen. Trotz des Wetterpechs kann man sich in Herscheid dennoch glücklich schätzen: denn während andere Bäder in der schwierigen Coronazeit ihre Pforten für immer schließen mussten, gibt es das Herscheider Freibad nach wie vor. „Es ist ein Luxus, dass die auf haben“, sagt eine Besucherin.

„Das Wasser ist ja warm“

Luxus genießen an diesem Samstag auch diejenigen Schwimmer, die ungestört ihre Bahnen ziehen können – wäre das Bad voll, wäre dies nicht so ohne weiteres möglich. Derweil vergnügen sich die Schwestern Hanna und Ida im Beckenbereich bei den Sprungbrettern. Die elf- und achtjährigen Mädchen wohnen nur einen Steinwurf vom Freibad entfernt; dementsprechend oft kommen sie zum Schwimmen. Das weniger gute Wetter stört sie dabei nicht: „Das Wasser ist ja warm“, sagen sie.

Ida hat in der vergangenen Woche das Schwimmabzeichen in Bronze gemacht. Das Rückenschwimmen sei ein bisschen schwierig gewesen, erzählt sie, doch alles in allem „war’s gut“. Regelmäßig kommen auch die Dauerkarteninhaber – „die Alteingesessenen“, wie Schreiber sie liebevoll bezeichnet. „Die stehen morgens um kurz vor sechs vor’m Tor und kommen abends dann noch mal wieder.“

Bis wann das Freibad in dieser Saison offen haben wird, steht noch nicht fest. Je nach Wetterlage kann es sich bis weit in den September hineinziehen; das werde letztendlich von der Gemeindeverwaltung entschieden, so Wittkamp. Doch dafür wären ein paar Grad mehr durchaus nötig und nicht zuletzt auch wünschenswert.

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