Bilanzpressekonferenz:

Wie die Volksbank der Corona-Krise trotzt

Karl-Michael Dommes, Vorstandssprecher der Volksbank in Südwestfalen, sieht sein Haus nach einem schwierigen, aber gut gemeisterten  Jahr gerüstet für die Zukunft.
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Karl-Michael Dommes, Vorstandssprecher der Volksbank in Südwestfalen, sieht sein Haus nach einem schwierigen, aber gut gemeisterten Jahr gerüstet für die Zukunft und schließt weitere Fusionen nicht aus.

Märkischer Kreis – Trotz Pandemie erzielte die Volksbank in Südwestfalen einen Bilanzgewinn von 3,5 Millionen Euro und durchbrach bei der Bilanzsumme erstmals in der Unternehmensgeschichte die Marke von vier Milliarden Euro.

Neue Bestmarken wurden im Wertpapier- und im Immobiliengeschäft erreicht. 800 000 Euro an Dividende sollen an die Mitglieder ausgezahlt werden. „Wir haben dieses schwierige Jahr genutzt, um unsere Digitalisierungsoffensive weiter voran zu reiben“, sagte Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes bei der Video-Pressekonferenz. Über das Kundendialogcenter erfolge immer häufiger die persönliche Beratung per Telefon und Videochat. „Das Angebot trifft den Nerv der Zeit und die Bedürfnisse der Kunden, die selbst entscheiden wollen, wann, wo und wie sie ihre Bankgeschäfte erledigen“, sagt Dommes. Noch in diesem Jahr werde eine neue Online-Banking-Plattform eingeführt und auch ein Firmenkundenportal ist neu.

Viele Bauprojekte im Kreisgebiet

Wider Erwarten sehr gut verliefen die Geschäfte trotz Corona im Immobilienbereich. Bei Baufinanzierungen sei man Marktführer in Südwestfalen und vermittelte 155 Wohnobjekte mit einem Volumen von 34,4 Millionen Euro. „Wir haben für 14 300 Kunden in Südwestfalen den Traum vom Eigenheim verwirklicht, für den unsere Kunden im Schnitt rund 190 000 Euro an Krediten aufnahmen“, sagte Dommes. Insgesamt wurden 2,75 Milliarden Euro an Krediten vergeben – viele davon auch als Corona-Hilfen. Bauprojekte An der Brombergstraße in Lüdenscheid soll bald der Startschuss für einen Komplex mit Betreutem Wohnen fallen, in Meinerzhagen ist der Bau eines Mehrfamilienhauses geplant, in Halver wird die ehemalige Geschäftsstelle abgerissen und durch eine neue Immobilie mit altersgerechten Wohnungen und einer kleinen Filiale ersetzt. In Valbert befindet sich im ehemaligen Filialgebäude der Sitz des Kundendialogcenters. In Plettenberg gibt es konkrete Überlegungen, die Filiale am Lindengraben umzubauen und dort altersgerechtes Wohnen zu ermöglichen. In Neuenrade laufen Hinterm Wall unter der Federführung der Volksbank die Arbeiten an einem Medizinischen Versorgungszentrum und altersgerechten Wohngebäuden und auf der Niederheide fällt im April der Startschuss für den Neubau einer Aldi-Filiale.

Bankautomaten sind Kostentreiber

Bankautomaten Derzeit betreibt die Volksbank 86 Geldautomaten. „Jeder Automat kostet uns fast 15 000 Euro im Jahr. Weil coronabedingt wenig Auswärtige ins Sauerland kamen, gab es hier einen Verlust von 360 000 Euro“, sagte Karl-Michael Dommes, der deshalb nicht ausschließt, dass wenig frequentierte Automaten abgebaut werden. Beflügelt werde dies durch den Trend zum bargeldlosen Zahlungsverkehr. So registrierte man 60 Prozent mehr kontaktlose Bezahlvorgänge per Girocard im Vergleich zum Vorjahr.

Von den 13 Filialen und 20 SB-Standorten im Märkischen Kreis stünde derzeit keiner vor einer Schließung. Allerdings mache es langfristig keinen Sinn, eine Filiale nur für Änderungen von Daueraufträgen aufzuhalten. „Das können wir alles telefonisch oder digital erledigen“, so Dommes.

Kein Ende der Fusionswelle

Fusion Nach dem 2018 vollzogenen Zusammenschluss mit der Volksbank Siegerland glaubt Dommes nicht an das Ende der Fusionswelle, auch wenn es derzeit keinerlei Bestrebungen gebe. „Ich glaube nicht, dass das unsere letzte Fusion war“, sagte der Sprecher der größten Volksbank in Südwestfalen. Gerade mit Blick auf die Digitalisierung habe sich die Fusion bezahlt gemacht, was Vorstandsmitglied Jens Brinkmann unterstrich. „Größe ist nicht alles, aber Größe hilft.“ 

Corona-Kredite über 121 Millionen Euro

Die Volksbank in Südwestfalen mit Hauptstellen in Lüdenscheid und Siegen ist mit knapp 557 Mitarbeitern, 36 Azubis, rund 149 000 Kunden und einer Bilanzsumme von vier Milliarden Euro die größte Volksbank in der Region Südwestfalen und gehört zu den 50 größten Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland. Der Kunde kann seine Bankgeschäfte persönlich an einem der 28 Standorte, der 41 SB-Stellen, digital über das Kundendialogcenter, per Online-Banking oder via Smartphone erledigen.

Das Kundengeschäftsvolumen legte in 2020 um gut vier Prozent auf 7,6 Milliarden Euro zu. Das Volumen der Kreditmittel, die im Corona-Kontext für Firmenkunden durch die Bank begleitet wurden, lag bei rund 121 Millionen Euro. Im Jahr 2020 betrug das Spenden- und Sponsoringvolumen rund 580 000 Euro. Eigentümer der Volksbank in Südwestfalen sind ihre über 73 000 Mitglieder.

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