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Whatsapp-Betrüger scheitern: Seniorin aus dem MK handelt richtig

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Von: Georg Dickopf

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Whatsapp-Betrug
Die Nachrichten-App WhatsApp wird derzeit auch laut Polizei Märkischer Kreis vermehrt von Betrügern genutzt, um besonders ältere Mitbürger hinters Licht zu führen. Die Maschen ähneln sich. © Zacharie Scheurer / DPA

Von einer fiesen Betrüger-Masche per WhatsApp-Nachricht berichtet Dörte Kaul-Hentschel, Mitglied der ST-Seniorenredaktion, aus aktuellem Anlass, denn die Plettenbergerin, die Mutter von zwei Söhnen ist, war selbst Betroffene:

„Hallo Mama, ich habe eine neue Telefonnummer, Telefon ist kaputt. Die alte Telefonnummer kann entfernt werden. Wie geht’s?“

Ich lese abends diese WhatsApp-Nachricht, schaue erst einmal auf den Absender, der mir natürlich unbekannt ist. Dass diese Nachricht weder von meinen Söhnen noch meinen Schwiegertöchtern geschrieben wurde, wird mir sofort klar. Erstens nennt mich niemand Mama, und zum anderen würden sie mich in dem Falle anrufen.

So sieht eine typische Betrugsnachricht in WhatsApp aus
So sieht eine typische Betrugsnachricht in WhatsApp aus. © Polizei MK

Jedoch gehe ich erst einmal zum Schein auf diese Nachricht ein und antworte, wie Mütter es tun, dass es mir natürlich gut geht, wie es ihm gehe und was denn mit dem Handy los sei. Nach weiterem Geplänkel kommt der Ersteller der WhatsApp-Nachrichten nun zum Kernpunkt seines Anliegens:

Dadurch, dass er sein Smartphone nicht mehr benutzen könne, ist – natürlich – sein Bankkonto für die nächsten zwei Tage gesperrt. Auch seine Fotos und Dateien seien wohl für immer verschwunden. Er wolle gleich (es war 19.13 Uhr) in einen Telefonladen gehen und versuchen, alles retten zu lassen. Da ja nun sein Bankkonto leider für 48 Stunden „aus Sicherheitsgründen“ gesperrt wäre, er jedoch einige Rechnungen zu bezahlen habe und natürlich das Geld zwar habe, aber keine Überweisungen tätigen könne, möge ich ihm bitte mit Echtzeitüberweisung an einen Freund mit dem Namen Gill Dxxxx den Betrag von 2 634,99 Euro schnellstens überweisen.

Polizei informiert

Nachdem ich diese Daten von ihm bekommen habe, rufe ich die 110 an und schildere den Fall.

Im Laufe der nächsten Stunde kommen dann drei Polizeibeamte zu mir nach Hause und ich erstatte eine Anzeige.

Ein paar Tage später erzählt mir die Verkäuferin in meiner Stammmetzgerei, dass ihre Mutter am Morgen auch so eine WhatsApp-Nachricht erhalten und einen größeren Betrag überwiesen habe. Zum Glück konnte diese Überweisung noch gestoppt werden!

Bitte fallen Sie NICHT auf diese Betrugsmasche herein. Wenn Sie allerdings unbedingt Ihr Konto leeren wollen, machen Sie diese Überweisung. Das nennt sich dann „Onlinespende“. Achtung: Ironiealarm.

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