1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Werkzeugbau des Jahres: Firma im MK Bester unter 180 Unternehmen

Erstellt:

Von: Georg Dickopf

Kommentare

Die Firma Schürholz mit den Geschäftsführern Angelo Castrignano (li.) und Florencia Schürholz (2.v.li.) bekam in Aachen die Auszeichnung für den Werkzeugbau des Jahres 2021.
Die Firma Schürholz mit den Geschäftsführern Angelo Castrignano (li.) und Florencia Schürholz (2.v.li.) bekam in Aachen die Auszeichnung für den Werkzeugbau des Jahres 2021. © Schürholz

Die Stadt Plettenberg ist weithin als Industriestadt im Grünen bekannt. Doch was die Grünen-Fraktionschefin Carina Hennecke in der letzten Sitzung des Stadtrates und in ihrer Haushaltsrede über die Zukunft der Industrie in Plettenberg sagte, lässt Angelo Castrignano, Geschäftsführer der Schürholz-Gruppe, nicht unkommentiert. 

Plettenberg - „Die Aussage der Grünen fand ich schon bemerkenswert unverschämt“, findet der Plettenberger

Er bekam in diesem Jahr grünes Licht, um 3,5 Millionen Euro am Standort Plettenberg zu investieren, um den weltweit 400 Mitarbeiter zählenden Automobilzulieferer fit für die Zukunft und die E-Mobilität zu machen.

„Natürlich wird es durch die E-Mobilität Veränderungen geben und es werden Produkte wegfallen, aber ich glaube nicht, dass die Unternehmer in Plettenberg auf dem Baum schlafen und dabei tatenlos zusehen“, glaubt Castrignano. Ungeachtet dessen müsse man wissen, dass der Verbrennungsmotor noch mindestens zehn Jahre eine wichtige Rolle spiele.

Verbrenner spielt noch lange eine Rolle

„Gerade in Ländern wie Südamerika, in Teilen der USA, in Süd- und Osteuropa wird es noch lange Verbrenner-Fahrzeuge geben, weil dort die gesamte Ladeinfrastruktur gar nicht so umfassend aufgebaut werden kann“, glaubt der Schürholz-Geschäftsführer.

Der Anteil der reinen Schürholz-Produkte für Verbrennermotoren liege bei rund 30 Prozent vom Gesamtumsatz. „Wir arbeiten aber daran, entsprechende Ersatzprodukte zu entwickeln oder weiter auszubauen, um unabhängiger zu werden“, so Castrignano, der auf eine Exportquote von 56 Prozent verweist.

Noch laufen jedes Jahr Millionen Sets von Tankverschlusssystemen für die Befestigung der Treibstoffpumpen von den Bändern der Schürholz-Werke in Deutschland, Polen und China. „Und in jedem Hybridauto ist unser Teil ebenfalls verbaut“, sagt Schürholz.

Wenig Konkurrenz im Tankbereich

„Immerhin wird die Entwicklung hin zur Elektromobilität verhindern, dass wir weitere Konkurrenz im Tankbereich bekommen“, sagt der Plettenberger. Die Firma Schürholz, die in diesem Jahr 28 Millionen Autos weltweit (in Deutschland werden jährlich rund 2,5 Millionen Autos verkauft) mit den Tankringen versorgte, teilt sich den Weltmarkt mit nur einem Konkurrenzunternehmen in den USA.

Doch daneben ist die Schürholz-Gruppe auch stark in der Entwicklung und dem Vertrieb von Gehäusen für Elektromotoren. „Früher lief das elektrohydraulisch, heute sind überall kleine Elektromotoren in den Autos und vielen anderen Geräten verbaut, für die wir die Gehäuse liefern“, sagt Castrignano. So baue man auch Motorengehäuse, die im Mahlwerk von Kaffeemaschinen und in Garagentorantrieben zum Einsatz kommen.

Die neue Aida-Servopresse zählt mit zum Investitionspaket von 3,5 Millionen Euro nur im Plettenberger Schürholz-Werk.
Die neue Aida-Servopresse zählt mit zum Investitionspaket von 3,5 Millionen Euro nur im Plettenberger Schürholz-Werk. © Dickopf

Und für diese und andere Gehäuse wurden nun eine 300-Tonnen-Servopresse von Aida und eine Bihler BM6000 angeschafft, um die Produktpalette erweitern zu können.

Weitere 1,5 Millionen Euro investierte die Schürholz-Gruppe in diesem Jahr am Standort in der Nähe von Breslau in Polen.

Was die räumliche Erweiterung in Plettenberg angeht, will man kurz- bis mittelfristig noch einmal aktiv werden. „Danach sind unserer Erweiterungsmöglichkeiten hier in Plettenberg aber nahezu erschöpft“, bedauert Castrignano, der dann zwangsläufig Investitionen in den Auslandswerken tätigen muss.

Bester unter 180 Unternehmen

Stolz ist der Schürholz-Geschäftsführer auf die Auszeichnung, die die Mitarbeiter des Werkzeugbaus Ende November in Aachen gewannen. „Wir sind in der Kategorie der Betriebe mit unter 50 Werkzeugbauern mit dem 1. Preis für den Werkzeugbau des Jahres ausgezeichnet worden“, verkündete der Geschäftsführer.

Kriterien für die insgesamt 264 teilnehmenden Unternehmen (davon 180 in der Schürholz-Gruppe) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren unter anderem der technische Anspruch der Werkzeuge, die Qualität, die Fertigkeiten der Mitarbeiter, die IT-Projektbegleitung und der Digitalisierungsgrad.

„Das war eine schöne Auszeichnung und zeigt, wie gut unsere Mitarbeiter hier sind“, so Castrignano, der deshalb auch optimistisch auf das neue Jahr und die anstehenden Herausforderungen blickt.

Auch interessant

Kommentare