Dura: Minister Pinkwart sichert Bürgermeister Unterstützung zu

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Dieses aktuelle Luftbild zeigt den abgebrannten Bereich der Eloxalanlage, der ein Grund für die Dura-Schließung sein soll, die heute auch im Düsseldorfer Landtag Thema war.

Plettenberg/Düsseldorf - Der Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Landesplanung im NRW-Landtag beschäftigte sich heute auf Antrag der SPD mit der für den 30. April 2019 angekündigten Schließung der Dura-Standorte in Plettenberg und Kirchhundem. Allein in Plettenberg sind rund 850 Mitarbeiter betroffen. Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP) sicherte die Unterstützung der Kommune durch die Landesregierung zu. Er hofft nach der Sommerpause erste Ergebnisse präsentieren zu können.

„Es hat nicht sein sollen“, kommentierte der Minister die Bemühungen, die Standorte doch noch zu halten. Ohne konkret zu werden, verwies er auf „Versäumnisse“, nicht alle Unternehmen seien erfolgreich. Die zentrale Frage sei jetzt, was man für die fast 1 000 Beschäftigten erreichen könne. Zu dieser Verantwortung stehe auch Dura. Es gebe Gespräche, zu einer Transfergesellschaft konnte Pinkwart aber gestern noch nichts sagen. Zusammen mit der Agentur für Arbeit sollte das Ziel sein, die Arbeitnehmer in der Region unterzubringen. Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte sei über Hilfs- und Fördermöglichkeiten vollumfänglich informiert. „Wir werden ihn unterstützen“, sicherte der Minister zu. Im Rahmen des Projekts „Regio.NRW-Wirtschaftsflächen“ stünden zum Beispiel insgesamt 70 Millionen Euro zur Verfügung. 

Die heimische Landtagsabgeordnete Inge Blask (SPD) berichtete, dass die Firma Dura bereit sei, das Grundstück anderweitig zu entwickeln. Die sich seit 2015 abzeichnende Schließung sei ein großer Schlag für die Stadt mit ihren 26 000 Einwohnern. Eine solch kleine Gemeinde benötige Hilfe, zum Beispiel was eine Transfergesellschaft betrifft. Reaktionen, wie der Verweis auf einen Fachkräftemangel in der Region, seien, so Blask, ein Hohn.

 Anke Fuchs-Dreisbach (CDU) betonte, dass es jetzt wichtig sei, die Perspektiven für die Region und die betroffenen Familien im Auge zu behalten. Sie dankte der Landesregierung dafür, die Kommune eng begleiten zu wollen. „Unser Herz schlägt für die Wirtschaft, deshalb finden wir die Werkschließung schlimm.“

 Christian Loose (AfD) fand es erstaunlich, dass die SPD sich wundere, dass solche Firmen schließen müssen. Schließlich rede die SPD das Ende des Verbrennungsmotors herbei und verteuere den Strom. „Sie verkennen, dass sich solche Firmen dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb stellen müssen.“ 

Ralph Bombis (FDP) hielt den von Loose konstruierten Zusammenhang zwischen der Politik und dem Aus für den Automobilzulieferer „extrem weit hergeholt“. Es sei leider eine bittere Wahrheit, dass es auch Standorte gebe, die unter marktwirtschaftlichen Bedingungen schließen müssen. Positiv sei, dass es Gespräche zwischen allen Beteiligten gab und gibt. Der Fachkräfte-Mangel im Raum Plettenberg könne durchaus eine Chance für die Betroffenen darstellen.

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