Das sagen die Einzelhändler

Geschäfte an allen Adventssonntagen geöffnet?

Die Idee der Landesregierung, dass an allen Adventssonntagen die Geschäfte geöffnet haben dürften, stößt in Plettenberg nicht unbedingt auf Gegenliebe.
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Die Idee der Landesregierung, dass an allen Adventssonntagen die Geschäfte geöffnet haben dürfen, stößt in Plettenberg nicht unbedingt auf Gegenliebe.

Da musste sogar manch ein Einzelhändler zwei Mal hinschauen, um zu glauben, was die NRW-Landesregierung da in die neue Corona-Schutzverordnung geschrieben hatte: eine Öffnung der Geschäfte an allen Adventssonntagen im Dezember!? Das denken die Plettenberger Einzelhändler darüber.

Das Plettenberger Ordnungsamt erhebt keine Einwände. Sollte die Regelung also so kommen (was fraglich ist, weil es seitens der Gerichte und der Gewerkschaften Widerstand gibt) könnten die Plettenberger Händler ihre Türen an allen Sonntagen öffnen. Macht das Sinn? Würde das helfen?

Verkaufsoffene Sonntage: „Schwer vorstellbar“

„Schwer vorstellbar, dass jeder Sonntag genutzt werden würde“, sagt Christiane Holzmann, Chefin des Elektrofachgeschäfts Expert Weyand in Eiringhausen. Sinnvoller sei es stattdessen, nur einen Sonntag zu nutzen – „aber dann gebündelt, sodass auch alle Händler mitziehen“, sagt Christiane Holzmann.

„Wenn es regnet oder nass ist, will doch keiner von seiner Couch nach draußen“, ist auch Dimitrios Fidanidis überzeugt. Der Inhaber des Kinderfachgeschäfts Piccolo Mondo an der Kaiserstraße ist selbst Vater und sieht den Sonntag eher als Familientag, spricht sich daher auch statt vier für nur einen verkaufsoffenen Sonntag aus. „Wenn es dazu ein kleines Programm gibt, ähnlich wie beim Candle-Light-Shopping, dann kann das funktionieren“, sagt Fidanidis.

„An zwei Sonntagen könnten wir öffnen“

Das Candle-Light-Shopping, das die KulTour GmbH am Freitag, 6. November, erneut ausrichten wird, nennt auch Ivonne Hübner, Inhaberin des Feinkostgeschäfts Mariposa an der Grünestraße, als Positiv-Beispiel. Aktionen wie diese wären auch im Dezember schön, aber unabhängig davon würde sie den verkaufsoffenen Sonntagen einfach eine Chance geben. „Ob vier zu viele sind, weiß ich nicht, aber an zweien könnten wir allemal öffnen“, sagt die Einzelhändlerin und schiebt hinterher: „Versuch macht klug.“

Selbst im Modepark Röther, Plettenbergs mit Abstand größtem Geschäft, ist Geschäftsleiter Jochen Bastert nicht überzeugt von vier verkaufsoffenen Sonntagen im Advent. „Wir haben hier keine 500 000 Einwohner. Ich glaube nicht, dass Plettenberg die Kraft dafür hat“, sagt er und befürchtet in den Großstädten Massenanstürme auf die Geschäfte, die das Infektionsrisiko steigen lassen könnten. „Klar, jeder Euro hilft“, sagt Bastert, „aber für Plettenberg helfen ein bis maximal zwei Sonntage mehr als vier.“

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