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Wenn sich Waldarbeiter im Bach waschen müssen

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Von: Georg Dickopf

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Heike Lohmann vor dem Holzlagerplatz am Katzenbusch, auf dem die stämme  bisweilen auch noch nach Mitternacht verladen wurden.
Heike Lohmann vor dem Holzlagerplatz am Katzenbusch, auf dem die stämme bisweilen auch noch nach Mitternacht verladen wurden. © Dickopf

Im Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn wurde dringend ein Tor benötigt – am Sportplatz Katzenbusch gibt es im EM-Jahr zwar keine Tore mehr, dafür wäre dort aber eine Toilette oder zumindest ein Dixi-Klo hilfreich.

Plettenberg - Der alte Umkleidetrakt mit Duschen und Toiletten steht zwar noch, doch dort wurden alle Leitungen abgeklemmt. Aktuell wird auf einer Spielhälfte des Sportplatzes jede Menge Borkenkäferholz aus heimischen Wäldern gelagert. So weit nicht ungewöhnlich.

Menschenwürdig?

Doch Anwohnerin Heike Lohmann stört, dass der Garten- und Landschaftsbauer in der Nachbarschaft noch vor dem ersten Handschlag ein Dixi-Klo für seine Mitarbeiter aufstellen lässt, das Thema am Sportplatz Katzenbusch aber komplett vernachlässigt würde. „Das ist ähnlich wie damals beim Glasfaserausbau. Da gab es für die Telekom-Mitarbeiter Toiletten, aber die Mitarbeiter des engagierten Subunternehmens mussten ohne auskommen“, sagt die Plettenbergerin.

Am Katzenbusch werde das Thema offenbar komplett vernachlässigt. „Ich habe überhaupt kein Problem damit, was hier gemacht wird, aber menschenwürdig sollte es schon sein. In der letzten Woche haben sich die Lkw-Fahrer und Mitarbeiter teilweise im Bach gewaschen“, sagt Lohmann, nach deren Kenntnisstand der Platz von einem lettischen Unternehmen und einer weiteren Firma genutzt wird. „Die Männer, die auf dem Platz die zu langen Stämme abgesägt haben, trugen so gut wie nie irgendwelche Schutzkleidung“, wunderte sich Lohmann, die in direkter Nähe wohnt und anfangs nur schwer in den Schlaf fand. „Es wurden hier teilweise auch noch nach Mitternacht große Baumstämme abgeladen, die dann mit viel Lärm auf den Boden gepoltert sind.“

Ordnungsamt reagiert umgehend

Darüber habe sie das städtische Ordnungsamt informiert, das auch umgehend reagiert habe und die Einhaltung der Nachtruhe durchgesetzt habe. Unverständlich findet Lohmann auch die größeren Müllberge, die neben den Altpapiercontainern zu finden sind. Überhaupt biete der Sportplatz Katzenbusch derzeit kein schönes Bild und wirke wie eine Erd- und Holzdeponie.

Mittelfristig muss der Sportplatz ohnehin geräumt werden, denn die Firma Mendritzki plant spätestens Anfang 2023 auf dem ehemaligen Sportplatzgelände den Bau eines großen Logistikcenters, der bis Ende 2024 abgeschlossen sein soll. Die Übernahme des Grundstücks soll laut Geschäftsführer Roland Newe in den nächsten Wochen erfolgen.

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