Auf der Suche nach den Lieblings-Kinderbüchern

Wenn Kindheitserinnerungen wieder wach werden...

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Pippi Langstrumpf, Gregs Tagebücher oder die Reihe zum magischen Baumhaus werden heutzutage immer gerne ausgeliehen. Das Angebot ist riesig und sehr gut, wie Christiane Bauckhage findet.

Plettenberg -  In dieser Woche wurde mit dem „Tag des Kinderbuches“ das Thema Lesen und Vorlesen bundesweit in den Mittelpunkt gerückt. Die ST-Redaktion hat sich ebenfalls Gedanken zum Thema gemacht und sucht jetzt die Lieblingskinderbücher der Leser. Eine Suche, die schöne Erinnerungen aus der Vergangenheit wieder aufleben lässt...

„Das sind Bibi und Tina auf Amadeus und Sabrina. Sie jagen den Wind, sie reiten geschwind – weil sie Freunde sind!“ Das ist die Anfangsmelodie meiner persönlichen Lieblings-Hörspielreihe, die ich auch in Buchform als junges Mädchen verschlungen habe. Ob Hörspiel, Serie oder Kinofilm: Bibi und Tina sind spätestens seit Anfang der 90er Jahre kult und sind es heute immer noch, wie Christiane Bauckhage von der Plettenberger Stadtbücherei bestätigt. Pferdegeschichten gehen besonders bei den weiblichen Leseratten immer – auch ich wurde sofort in den Bann der Erlebnisse rund um den Martinshof gezogen, und bin auch heute noch heimlicher Fan der beiden Mädchen und natürlich der Pferde. 

Was haben wir früher als Kinder oder Teenager gelesen? Ob Pippi Langstrumpf, Die Drei Fragezeichen oder Hanni und Nanni – die meisten Bücher, die schon vor vielen Jahren gelesen worden sind, sind auch heutzutage noch brandaktuell. „Es sind vor allem die Serien, die bei den Kindern großen Anklang finden. Da gibt es beispielsweise die klassischen Serien wie „Bibi und Tina“, die schon seit Jahrzehnten Dauerbrenner sind, aber auch die etwas moderneren wie die „Star Wars-Bücher“ oder „Gregs Tagebuch“, ein Comic-Tagebuch, in dem der Protagonist über sein aufregendes Leben berichtet. „Die Tagebuch-Reihe ist so gefragt, dass wir von jedem der mittlerweile zwölf Bände jeweils fünf Exemplare bestellen“, erklärt Bibliotheksassistentin Christiane Bauckhage. Sie räumt auch mit dem Vorurteil auf, die Kinder würden heutzutage nicht mehr lesen. „Es gibt so tolle Kinder und Jugendbücher, die bei uns sehr gut genutzt werden.“ Sie selbst habe als Kind Pippi Langstrumpf „rauf und runter“ gelesen, das auch heute noch ausgeliehen würde. „Die Kinder kennen Pippi Langstrumpf, aber die Geschichten stehen nicht mehr so im Mittelpunkt wir früher. Das Angebot ist heutzutage wirklich sehr groß, und ich muss sagen, es gibt wirklich auch ganz viele tolle neue Bücher“, so Bauckhage. 

Seniorenredaktionsmitglied Ursula Neukirch hat sich ebenfalls Gedanken zum Thema gemacht und möchte ihre Kindheitserinnerungen mit den Lesern teilen: „Mein Lieblingskinderbuch? Das war das Entenbuch – ein Bilderbuch aus dicken Pappseiten in Form einer bunten Ente. Genau solche Enten schwammen auf dem Alboinsee in Berlin-Tempelhof. Wir gingen manchmal sonntags dort spazieren – ein Sehnsuchtsort für mich. Denn da glitten sie dahin, meine Lieblinge; still und in sich ruhend in ihrem fest konturiertem, klar gefärbtem, fast majestätischem Federkleid. Meine ältere Schwester hatte schon „erwachsenere“ Kinderbücher, so dass der Drang zum Zweitbuch ganz normal war. Da gab es natürlich den klassischen „Struwwelpeter“, einen modernen „Kleckerklaus“, ein Bilderbuch mit Kleinkinder-Zählreimen und bunten Zeichnungen und von Else Vietor ein elfenhaft schönes Blumen-Bilderbuch. Und wenn wir ganz, ganz brav waren und es sehr regnete, durfte meine Schwester uns aus dem großen, schweren Wilhelm-Busch-Album unseres stets abwesenden Vaters vorlesen. Zum elften Geburtstag schenkte mir unsere Mutter einen in Stuttgart antiquarisch erworbenen „Taugenichts“ von Josef von Eichendorf. Hier nun begannen meine im Geiste vor vollzogenen Reisen in die große, weite Welt. Wir wohnten an der österreichischen Grenze und es war nicht weit nach Italien. Das „In-die-Ferne-denken“ wurde noch verstärkt durch zwei weitere Abenteuerbücher. In die nördliche Hemisphäre mit „Lappzelt und Renntierpulk“ von Erich Wustmann und in die südliche Hemisphäre mit „Kamel und Nilbarke“ von Otfrid von Hanstein. So landete ich mit 38 Jahren in Plettenberg mit seinen örtlichen, nicht weniger spannenden Abenteuern.“ 

Verbinden auch Sie solche oder andere Erinnerungen mit den Gedanken an ihre Lieblingskinderbücher? Dann lassen Sie uns teilhaben...

Wir sind auf der Suche nach den Lieblingskinderbüchern unserer Leser. Welche Bücher verbinden Sie mit Ihrer Kindheit oder Jugend? Was sind die Lieblingsbücher Ihrer Kinder oder Enkelkinder?  Die Redaktion freut sich über Buchvorstellungen und/ oder schöne Erinnerungen an Ihre Kindheit (gerne auch mit Foto) per Mail (st@mzv.net), oder auf postalischem oder persönlichen Weg (Offenbornstraße 1, 58840 Plettenberg).

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