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Wenn das Pony im Seniorenheim steht

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Von: Johannes Opfermann

Maria und Paul Henneke genossen den Besuch von Pony Barny im Altenzentrum St. Josef.
Maria und Paul Henneke genossen den Besuch von Pony Barny im Altenzentrum St. Josef, wo jetzt wieder mehr Veranstaltungen möglich sind. © Schulz, Sebastian

Durch die sinkenden Inzidenzwerte und die Rücknahme einiger Einschränkungen ist wieder mehr Normalität möglich. Auch in den Senioreneinrichtungen, die es in Plettenberg gibt, ist die Freude groß, dass wieder kleinere Veranstaltungen möglich sind.

Plettenberg - Es ist wieder etwas los in den Altenzentren der Stadt. So etwas wie der Besuch von Pony Barny war coroanbedingt lange nicht möglich. Wir haben uns umgehört, was jetzt wieder möglich ist.

Altenzentrum St. Joef

„Wir freuen uns, dass Angebote wieder gut geplant werden können“, sagt Einrichtungsleiterin Heike Biedermann. „Es ist deutlich schöner geworden.“ Zwar sei es immer noch so, dass keine riesengroßen Veranstaltungen mit vielen Personen durchgeführt werden. Aber kleine Angebote, die sich gut händeln lassen, seien möglich. „Wir sind noch nicht bei Hundert, aber dass es von Null soweit rauf geht, freut uns schon“, so Biedermann und ergänzt: „Die Bewohner wollen wieder am Leben teilnehmen und Dinge erleben.“

Besonders Angebote im Freien, also im Garten oder im Innenhof, sollen in den Sommermonaten für Abwechslung sorgen. Dabei ließen sich die Bewohner auch gut aufteilen, erklärt Biedermann. Neben dem tierischen Besuch vom Ponyhof Klinger (siehe oben) steht am 12. Juli ein Besuch des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Plettenberg im Altenzentrum an. Dieser bringt dem dort lebenden Ehrenvorsitzenden Herbert May zum 90. Geburtstag ein Ständchen – und allen Bewohnern gleich mit.

„Wir versuchen auch, so weit es geht, die EM-Spiele zum Thema zu machen, zum Beispiel auf der Speisekarte“, sagt Biedermann. Da gibt es dann spanische Kartoffeln, wenn der Europameister von 2012 spielt, oder Gerichte mit Paprika, wenn Ungarns Nationalelf aufläuft.

Gut angenommen werde laut Biedermann auch der Eiswagen, der regelmäßig am Nachmittag beim Altenzentrum haltmacht, um den Bewohnern eine kühle und süße Erfrischung anzubieten. Auch die Gelegenheit, an der Lenne spazieren zu gehen, werde von vielen Bewohnern gerne genutzt. „Das ist fast wie Urlaub“, so Biedermann.

Matthias-Claudius-Haus

„Man merkt eine ganz andere Stimmung durch die Lockerungen“, berichtet Irina Abramova, stellvertretende Leiterin im Matthias-Claudius-Haus. Für die Bewohner, die zu 99 Prozent geimpft seien, entfalle die Maskenpflicht, was für viele schon eine große Erleichterung sei. Auch kleinere Aktivitätsgruppen – zum Beispiel Gymnastik und Gedächtnistraining – treffen sich wieder, die Musikgruppe könne wohl bald dazukommen. „Das kommt richtig gut an“, sagt Abramova. In der kommenden Woche sollen gemeinsam für Bewohner und Mitarbeiter Reibekuchen gebacken werden.

An diesem Mittwoch fand erstmals wieder ein katholischer Gottesdienst für die Bewohner statt, natürlich unter Einhaltung des Mindestabstands von anderthalb Metern. Am Freitag der kommenden Woche wird es wieder einen evangelischen Gottesdienst geben. Für Ende Juli ist außerdem ein Sommerfest geplant, allerdings in kleinerem Rahmen und nur intern für Bewohner und Mitarbeiter.

Gelockert wurden auch die Besuchsregelungen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht mehr nötig, es sei denn ein noch nicht geimpfter oder genesener Besucher möchte einen Schnelltesttermin zu seinem Besuch vereinbaren. Ansonsten können die Gäste auch einen maximal 48 Stunden alten Schnelltest von einer der offiziellen Teststellen vorweisen. Für geimpfte und genesene Besucher – mit entsprechendem Nachweis – entfallen sowohl Test- als auch Maskenpflicht. „Wir empfehlen aber weiterhin auf den Weg in die Wohnbereiche Maske zu tragen, denn wir haben Bewohner mit einem großen Risiko“, sagt Abramova. Weiterhin werden auch mögliche Symptome bei allen Besuchern in einem Screening erfasst. Es habe auch schon einen Fall gegeben, dass ein Besucher mit einem kopierten Impfausweis und mit Kugelschreiber eingetragenem Namen versucht habe, ins Matthias-Claudius-Haus zu kommen. „Da mussten wir den Zugang versagen“, so Abramova.

Seniorenzentrumzentrum Radprax

„Die Bewohner haben auf vieles verzichten müssen und fast nur den eigenen Wohnbereich zu sehen bekommen“, beschreibt Marian Knoche, neuer Leiter im Radprax-Seniorenzentrum, die vergangenen Monate. Inzwischen sei dank der positiven Corona-Entwicklung im Haus eine deutliche Entspannung zu spüren. „Es ist wieder mehr Alltag und Normalität möglich als vorher.“ Gruppenaktivitäten seien wieder angelaufen oder müssten nicht mehr in kleinstem Kreis stattfinden, da sich auch die Wohnbereiche wieder mischen könnten. Langfristige Planungen für Veranstaltungen im Sommer seien noch schwierig. „Wir hangeln uns von Verordnung zu Verordnung“, so Knoche, aber ein Sommerfest ist auf jeden Fall geplant.

Am 16. Juli soll es stattfinden, allerdings nur intern für Bewohner – ob in vollstationärer, Kurzzeit- oder Tagespflege – und die Mitarbeiter. „Wir wollen es noch im Rahmen halten und Vorsicht walten lassen.“ In einem nächsten Schritt könnten dann auch wieder Besuche, zum Beispiel von Musikvereinen, oder auch Ausflüge möglich sein, hier sei aber noch nichts spruchreif.

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