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Welches 9-Millionen-Projekt an der Lenne entsteht

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Von: Georg Dickopf

Im Obergeschoss des kleineren Gebäudetraktes ist eine Art Penthouse-Wohnung mit Blick über die Lenne geplant.
Im Obergeschoss des kleineren Gebäudetraktes ist eine Art Penthouse-Wohnung mit Blick über die Lenne geplant. © Liebeskind

Die Entscheidung über die Zukunft der Holthauser Schul- und Kitalandschaft wurde am Dienstag im Rat vertagt. Dafür gab es im nichtöffentlichen Teil grünes Licht für den Verkauf der Breddeschule an der Schulstraße in Eiringhausen. Käufer ist Familie Liebeskind aus Plettenberg.

Kerstin Liebeskind plant auf dem bislang städtischen Grundstück einen Neubaukomplex mit einer Demenz- und einer Intensiv-WG, einer großen Arztpraxis und 13 Eigentumswohnungen.

„Die Gesamtinvestition liegt zwischen acht und neun Millionen Euro“, sagt die Geschäftsführerin von Liebeskind Care, die bereits grünes Licht von den Banken bekommen hat. Umgesetzt werden soll das ehrgeizige Vorhaben am Standort der ehemaligen Breddeschule an der Schulstraße in Eiringhausen.

Hier haben viele Plettenberger gepaukt

Die einstige Volks- und Hauptschule, in der zahlreiche Plettenberger zur Schule gingen und die 1910 errichtet wurde, wird seit Jahrzehnten nur noch als Mehrfamilienwohnhaus genutzt. Doch nachdem das Gebäude vom Hausschwamm befallen war, stand die Stadtverwaltung vor der Frage, das Haus in Zeiten knapper Haushaltsmittel aufwändig zu sanieren oder zu verkaufen.

„So gesehen war es eine Win-Win-Situation, als Kerstin Liebeskind mich nach einem passenden Grundstück fragte“, betonte Bürgermeister Ulrich Schulte.

Der Verkauf spült Geld in die Stadtkasse, die Sanierung und weitere Unterhaltung entfällt und stattdessen wird am Lenneufer ein Komplex entstehen, der das Areal in der Nachbarschaft zur Waterkant und dem Gertrud-Bäumer-Berufskolleg deutlich aufwerten dürfte – ein Gewinn für alle.

Kerstin Liebeskind mit den Ansichten des Projektes, das am Standort der Breddeschule geplant ist.
Kerstin Liebeskind mit den Ansichten des Projektes, das am Standort der Breddeschule geplant ist. © Dickopf, Georg

„Im oberen Staffelgeschoss ist eine Penthouse-Wohning mit Blick auf die Lenne geplant, für die ich auch schon einen Interessenten habe“, sagt Liebeskind, die das Gesamtobjekt durch den Verlauf von bis zu 13 Eigentumswohnungen gegenfinanzieren will. Alle Wohnungen verfügen über eine Terrasse oder Balkon in Richtung Lenneseite und sind in einem separaten Wohnkomplex untergebracht.

Im größeren Haupttrakt ist im Erdgeschoss eine Demenz-Wohngemeinschaft geplant. Dort werden Zimmer für zwölf Demenzkranke untergebracht. Es gibt laut Liebeskind Gemeinschaftsbereiche, eine gemeinsame Küche und einen Sinnesgarten. „Und auch in der Nacht ist natürlich immer eine Pflegekraft für die zwölf Bewohner da“, sagt die Investorin.

Nach ähnlichem Vorbild soll in dem Geschoss darüber die Intensiv-WG aufgebaut. Hier sollen dann Menschen leben, die dauerhaft intensivmedizinisch gepflegt werden müssen.

Wenn es gelingt, würde die Plettenbergerin auch gerne noch eine Arztpraxis im 2. Obergeschoss vermieten. Insgesamt stehen dort rund 440 Quadratmeter zur Verfügung. Denkbar sei aber auch eine kleinere Praxis. „In dem Fall würden wir mit unserem Büro einen Teil der Fläche selbst beanspruchen“, so Liebeskind zu dem Bau, der für Tiefgaragenplätze teilunterkellert wird.

Abriss soll so schnell wie möglich beginnen

Die Gebäudehöhe richte sich nach der vorhandenen Bebauung. „Wir würden gerne noch in diesem Jahr den Bauantrag stellen, um mit erfolgter Baugenehmigung bald mit dem Abriss beginnen zu können“, sagte die Investorin. Auf die Idee kam sie, als sie von auswärtigen Investoren für ein ähnliches Projekt angesprochen wurde. „Ich habe mich dann mit einem auf solche Projekte spezialisierten Architekturbüro zusammengesetzt und bin zuversichtlich, den Komplex selbst wie gewünscht umsetzen zu könne. Dahinter steht dann kein Fremder, sondern jemand aus Plettenberg“, sagt Liebeskind, die im Optimalfall mit einer Fertigstellung des Gebäudekomplexes bis Mitte/Ende 2023 rechnet.

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