Fragen an die Kommunalpolitik

Welche Schwerpunkte setzen Sie für Familien, in Kitas oder Schulen in Plettenberg?

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Sechs Fragen stellte das ST den an der Kommunalwahl teilnehmenden Parteien beziehungsweise der Wählergemeinschaft. Die fünfte Frage befasste sich mit der Familienfreundlichkeit in Plettenberg.

SPD: „Sicherung der Qualität bei Kinderbetreuung“

Damit junge Menschen und junge Familien gut und gerne in Plettenberg leben, investieren wir seit Jahren in die weichen Standortfaktoren unserer Stadt: Verkehr und Mobilität, Wirtschaft, Handwerk, Handel und Gastronomie, Bildung, Kultur und Freizeit sowie Breitbandausbau und medizinische Versorgung bilden gemeinschaftlich eine Stadt mit Lebensqualität und Wohlfühlambiente.

Ein sozialverträglicher Ausbau von U3-Betreuung bis OGS sind schon immer ein Schwerpunkt unserer politischen Ausrichtung. Wir wollen die Qualitätssicherung der Kinderbetreuung durch die Trägervielfalt gewährleisten und beibehalten. Hier können gerne auch neue Konzepte Einzug halten. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung ermöglicht es uns, den Ausbau von Kindergärten, Kitas und Krippen zu fördern. Da diese Mittel auch für Umbaumaßnahmen eingesetzt werden können, werden wir mit dem zuständigen Jugendamt eine Maßnahmenplanung vornehmen und umsetzen!

Darüber hinaus werden wir weiter in den Ausbau der digitalen Ausstattung unserer Schulen investieren.

Das Jugendzentrum, die Jugendtreffs in den Stadtteilen und die mobile Jugendarbeit müssen für ihre tolle Leistung weiter gefördert werden.

Für junge Familien ist es aber auch wichtig, dass wir unsere Bolz- und Spielplätze unter Einbeziehung der Anwohner verschönern. Zusätzlich hoffen wir, Investoren für die Erschaffung neuer Freizeitmöglichkeiten zu gewinnen. Wir werden jeden unterstützen, der sein Geld in die Angebotsvielfalt unserer Stadt anlegen möchte.

CDU: „Attraktives Bildungs- und Freizeitangebot“

Für Familien muss es attraktiv werden, sich in Plettenberg niederzulassen bzw. hierzubleiben. Dazu gehört ein attraktives Freizeit-, Bildungs- und Betreuungsangebot.

Eine Erkenntnis aus der aktuellen Krise ist, dass die Digitalisierung auch im Bildungsbereich von immenser Bedeutung ist. Die Ausstattung der Schulen mit schnellem Internet, aber vielmehr noch mit modernster digitaler Technik, ist eine Aufgabe, die wir in den nächsten Jahren angehen müssen, um den Bildungsstandort Plettenberg weiterzuentwickeln. Wir müssen die Schulen mit einheitlicher Technik, Programmen und Cloudlösungen untereinander vernetzen, um sie in eine digitale Umwelt einzubinden. Die Unterstützung der Schulen mit IT-Fachpersonal ist hier nur ein kleiner Baustein.

Man darf auch die Substanz der Gebäude nicht vergessen. Sämtliche Gebäude müssen den Anforderungen entsprechen, die heute an ein modernes Bildungs- und Betreuungssystem gestellt werden. Das Betreuungsangebot an den Kitas und in den OGS wollen wir beständig ausbauen und an die heutige Arbeitswelt anpassen. Die Kosten für die Nutzer etwaiger Angebote müssen wir dabei immer im Auge behalten.

Für Familien ist natürlich auch die Freizeit ein wichtiger Faktor. Plettenberg hat viel zu bieten, angefangen bei tollen Spielplätzen für die Kinder bis hin zu einer lebendigen Vereinslandschaft für Jung und Alt. Hier müssen wir die schon gegebenen Möglichkeiten weiterentwickeln und vermarkten.

FDP: „Schulen müssen digitaler werden“

Jungen Familien muss ein attraktives Angebot gemacht werden. Dazu zählen eine ausreichende Anzahl an hochwertigen Betreuungsplätzen ebenso wie ein bedarfsgerechtes Stundenkontingent.

Das Betreuungsangebot muss sich jedenfalls an den geforderten Bedarfen orientieren. Wichtig ist auch, dass Kitas aber auch Grundschulen in den jeweiligen Ortsteilen vorgehalten werden. Das gilt in gleicher Weise für Spielplätze, wobei Plettenberg hier schon attraktive Möglichkeiten bietet.

Die FDP Plettenberg fordert seit Jahren, Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche zu schaffen. Hier besteht nach wie vor dringender Handlungsbedarf. Wenn es uns nicht gelingt, junge Menschen an ihre Heimatstadt zu binden, werden wir der Landflucht nicht begegnen können und unsere Einwohnerzahl wird weiter sinken.

Die FDP Plettenberg steht für den Erhalt unseres dreigliedrigen Schulsystems mit Haupt- und Realschule sowie Gymnasium und wir setzen uns dafür ein, dass auf dem Dura-Gelände auch eine hochwertige Bildungseinrichtung errichtet wird. Unsere Schulen müssen digitaler werden, das heißt, sowohl die Lehrerschaft als auch Schülerinnen und Schüler müssen mit digitalen Endgeräten ausgestattet und die Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit diesen Medien entsprechend geschult werden. Die Corona-Pandemie hat uns hier die vorhandenen Defizite aufgezeigt.

Ein gutes Klima für Familien ist jedenfalls ein wichtiger Standortfaktor und es ist Aufgabe von Politik und Verwaltung, dieses Klima zu schaffen. Dafür setzt sich die FDP Plettenberg ein.

PWG: „Möglichkeiten im Freizeitbereich ausweiten“

Alles, was in unseren Kräften ist und möglich ist, werden wir als PWG mit den anderen Fraktionen intensiv nach vorne bringen. Dies bedeutet aber auch, zu wissen und anzuerkennen, dass wir in Plettenberg nur einen kleinen Teil entscheiden können und wir vom Land und dem Bund abhängig sind.

Die Frage der Finanzierung der Kitas und der Schulen wird auf der Landesebene beschlossen und in manchen Bereichen auch auf der Bundesebene – Stichwort Digital-Pakt.

Ansonsten hat die PWG Fraktion sich immer dafür eingesetzt, die Kitas der Stadt und die Schulen in einem guten Zustand zu halten und die Infrastruktur auf möglichst neuen Stand zu bringen. Wie wir sehen, sind die besten Absichten und Beschlüsse nicht gut genug, wenn solche Dinge passieren wie in der ehemaligen Vier-Täler-Schule.

Wir wollen, dass Familien in Plettenberg eine gute Infrastruktur vom Spielplatz über die die Kindertagesstätten und den Schulen haben.

Wir als PWG werden uns dafür einsetzen, dass wir auch in Zukunft ein breites Spektrum an Schulangeboten in Plettenberg erhalten können. Eine familienfreundliche Stadt zu sein, bedeutet auch, im Freizeitbereich die Möglichkeiten auszuweiten. Wir werden uns als PWG dafür einsetzen, dass wir die Familien auf dem Schirm haben und dies dann auch geschieht.

Grüne: „Wir fordern ein bezahlbares Schwimmbad“

Wir Grüne möchten die Antwort erweitern, denn Plettenberg besteht nicht nur aus Familien. Es geht ebenfalls um die Bedürfnisse von älteren Menschen, Behinderten, Alleinstehenden und Alleinerziehenden.

Wir wollen in Gesprächen herausfinden, wie eine Verbesserung erreicht werden kann. Alle sollen in die Planungen miteinbezogen werden, anstatt vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, wie im Fall Holthausener Kita. Auch wenn eine schnelle Lösung her musste, bleibt der Eindruck, dass die Stadt hier andere Prioritäten hatte als die Familien.

Nicht erst Corona hat deutlich gemacht, dass digitaler Unterricht in allen Schulformen immer größere Bedeutung erhält. Wichtig ist, dass Schulen mit W-Lan ausgestattet werden und nicht Lehrer als Notlösung ihr eigenes Handy als W-Lan-Hotspot benutzen müssen.

Sorgen bereitet die Chancenungleichheit beim digitalen Lernen. Hier wäre es denkbar, mit Jugendamt oder Sozialamt eine Initiative zu entwickeln, bei der Privatleute und Firmen Endgeräte spenden.

Als weiteren Punkt fordern wir ein bezahlbares Schwimmbad. Viele Familien fahren zum Schwimmen ins Herscheider Freibad oder ins Finto, weil sie sich einen regelmäßigen Schwimmbadbesuch im AquaMagis nicht leisten können oder wollen.

Erschreckend ist die zunehmende Anzahl an Nichtschwimmern unter den Kindern. Wir fordern, dass das AquaMagis wieder auch ein Bad für die Plettenberger wird, denn wir Plettenberger finanzieren durch unsere Gas- und Wasserrechnungen einen großen Teil des Bades.

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