Nachgefragt beim Ordnungsamt

Welche Kinder eine Maske auf dem Spielplatz tragen müssen

Auch auf dem Spielplatz an der Lennepromenade herrscht Maskenpflicht.
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Auch auf dem Spielplatz an der Lennepromenade herrscht Maskenpflicht.

Was die neue Corona-Schutzverordnung für Auswirkungen hat, wollte Georg Dickopf von Thorsten Spiegel und Stefanie Schade vom Ordnungsamt wissen, die zu den Fragen ausführlich Stellung bezogen.

Plettenberg - Gleich mehrere Fragen drehten sich um das Thema Maskenpflicht bei Kindern.

Wie sieht es aus mit der Maskenpflicht auf Spielplätzen?

Zutreffend ist, dass Kinder auch nach der neuen Corona-Schutzverordnung ab dem Alter von sechs Jahren auf Spielplätzen eine Mund-Nase-Bedeckung in Form einer Alltagsmaske tragen müssen. Das ist allerdings keine Neuerung: Bereits seit der ab 5. November geltenden Fassung der gilt grundsätzlich eine Maskenpflicht auf Spielplätzen, unter anderem mit der Einschränkung „keine Maskenpflicht für Kinder bis zum Schuleintritt“. Diese Einschränkung der Maskenpflicht auf Spielplätzen haben wir mit dem Zusatz „ausgenommen Kinder bis zum Schuleintritt“ auch so an Spielplätzen ausgeschildert.

Aber es gab schon eine Änderung, oder?

Der Verordnungsgeber hat seine bisherige Maskenpflichtausnahme auf Spielplätzen („bis zum Schuleintritt“) insoweit jüngst lediglich ein wenig präzisiert („bis zum vollendeten 6. Lebensjahr“). Die Sanktion eines Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung hängt – wie stets im Ordnungswidrigkeitenrecht – auch vom Alter des Betroffenen ab. Gleichwohl können selbstredend auch Kinder durch Kontrollkräfte gebeten werden, eine Maske aufzusetzen. Bei Nichtbeachtung können durch Polizei/Ordnungsbehörde Platzverweise ausgesprochen werden. Von dieser Möglichkeit haben wir bei älteren Jugendlichen in einigen Fällen auch Gebrauch machen müssen.

Mit diesem Hinweis verweist die Stadt auf die Maskenpflicht am Spielplatz Grünestraße.

Und wie ist es bei jüngeren Kindern?

Bislang musste es in Plettenberg nicht so weit kommen. Verstöße gegen die Maskenpflicht auf ebenfalls stichprobenhaft kontrollierten Spielplätzen haben wir ebenfalls „mit Augenmaß“ geahndet. Sprich: Bislang wurden diesbezüglich nahezu ausschließlich Bußgeldverfahren gegen Erwachsene eingeleitet (80 Euro Regelbußgeld, soweit nur die Maske nicht getragen wurde, 280 Euro Regelbußgeld, sofern auch die Kontaktbeschränkungen missachtet wurden).

Was ist das größte Problem dabei?

Man muss letztlich sagen, dass Maskenverstöße im Freien dann deutlich risikobehafteter sind, wenn bei Unterschreitung des Mindestabstandes haushaltsübergreifend „Face-to-Face-Gespräche“ geführt werden.

Was gibt es beim Besuch der Musikschule zu beachten?

Musikschulunterricht ist mit Negativ-Testnachweis oder Immunisierungsnachweis wieder zulässig, weitere Einschränkungen gelten für Gesangs- oder Blasinstrument-Unterricht. Die Mindestabstände betragen beim Singen und beim Blasinstrumentspielen zwei statt sonst anderthalb Meter. Es gilt eine Maskenpflicht, aber wenn das Musizieren nur ohne das Tragen einer Maske ausgeübt werden kann, darf diese abgelegt werden. Die Kontaktrückverfolgbarkeit muss sichergestellt werden

Wird es die ordnungsbehördlichen Kontrollen mit Unterstützung durch Sicherheitsdienst oder Polizei weiterhin geben?

Ja, die wird es natürlich auch weiterhin geben, unabhängig von den derzeit entfallenen Ausgangsbeschränkungen. So sind beispielsweise nach wie vor Partys und Feiern generell verboten und die Zusammenkünfte im öffentlichen Raum weiterhin wesentlich eingeschränkt. Die Maskenpflichten zum Beispiel an Haltestellen des ÖPNV, auf Geschäftsparkplätzen und auf Spielplätzen bestehen fort, nicht kontaktfreier Sport ist weiterhin nur unter engen Voraussetzungen zulässig.

Was raten Sie den Plettenbergern?

Wir bitten eindringlich darum, die Beschränkungen weiterhin gewissenhaft zu beherzigen, es geht vorrangig um den persönlichen Gesundheitsschutz und um den der Mitmenschen, aber auch darum, dass das Ziel des Unterschreitens des nächsten Schwellenschwertes von „50“ in greifbare Nähe zu rücken scheint. Ein kollektiv weiterhin diszipliniertes Verhalten kann dazu führen, dass wir innerhalb des Märkischen Kreises bald die Inzidenzstufe 2 erreichen und dadurch weitere Lockerungen möglich werden. Das ist auch gut für die Wirtschaft. Im Zweifel – insbesondere in Situationen, in denen Gedränge möglich erscheint – und in Innenräumen mit vielen Personen, auch am Arbeitsplatz – sollten weiterhin medizinische Masken getragen und Ansammlungen vermieden werden.

Wie ist ihr Fazit zum Verhalten der Plettenberger?

Die Bürger haben die Coronaregeln insgesamt gut eingehalten, auch wenn wir inzwischen mehr als 250 Bußgeldverfahren einleiten mussten, um der Regeleinhaltung und damit dem Gesundheitsschutz Nachdruck zu verleihen. Die Plettenberger sollten weiterhin konsequent die Möglichkeit nutzen, sich nach Impfangeboten zu erkundigen und diese – sobald die Chance besteht, anzunehmen.

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