Pumpspeicherkraftwerk wird für 25 Mio. Euro saniert

Die Asphaltierungsarbeiten am komplett geleerten Oberbecken des Pumpspeicherwerks sind angelaufen. Dazu verwendet die aus der Schweiz stammende Firma Walo Spezialgeräte zur Dammabdichtung. Die in starker Schräglage arbeitenden Maschinen und die Fahrer sind dabei mit Stahlseilen abgesichert.

Rönkhausen - Mit schweizerischer Präzision wird seit Anfang Mai der größte Energiespeicher der Region oberhalb von Rönkhausen auf Vordermann gebracht. Rund 25 Mio. Euro lässt sich das die Mark-E gemeinsam mit dem neuen Miteigentümer, der Stadtwerke Aachen AG (Stawag) kosten.

Doch bevor die aufwändige Sanierung starten konnte, musste erste einmal der „Stöpsel“ der riesigen „Badewanne“ gezogen werden. Ein vorerst letztes Mal liefen dabei rund 1,3 Millionen Liter Wasser vom 570 Meter hoch gelegenen Oberbecken durch den 900 Meter langen Druckstollen in das Unterbecken. 

Auch dort soll die Kapazität erweitert werden und es stehen ebenfalls umfangreiche Sanierungsarbeiten an, weshalb das Wasser aus dem Unterbecken ebenfalls größtenteils abgelassen wurde. Während am Unterbecken am Freitag die Mauerkrone asphaltiert wurde und neue Mauern im Abflussbereich betoniert wurden, folgten am Oberbecken Vorarbeiten für die weiteren Abdichtungen.

Hier geht es zu zwei kurzen Videos von der Baustelle

Ohne Wasser und bei bestem Wetter bot sich dort ein atemberaubender Blick auf die leere Betonwanne, in der die Baumaschinen wie Spielzeugautos wirkten. Die Arbeiter der Schweizer Spezialfirma Walo haben in den nächsten Wochen ein gewaltiges Pensum vor sich, denn es muss eine Fläche von 100.000 Quadratmetern – das sind 14 Fußballplätze – neu abgedichtet werden. Alles in allem liegen die Arbeiten nach Mitteilung der Mark-E aber im Zeitplan – dank schweizer Präzisionsarbeit.

Die von der Mark-E und der Stawag gegründete Gesellschaft „PSW Rönkhausen GmbH & Co. KG“ hat die Mark-E als Generalunternehmer mit den Sanierungs- und Revisionsmaßnahmen beauftragt. Die Mark-E pachtet das Pumpspeicherwerk von der gemeinsamen Gesellschaft und wird somit – wie in den letzten 50 Jahren – auch in Zukunft Einsatzweise, Betrieb und Vermarktung verantworten. 

Zielsetzung der Maßnahmen ist der Weiterbetrieb des riesigen Energiespeichers bis zum Jahr 2045. Für den sicheren und wirtschaftlichen Weiterbetrieb war nach fast 50 Jahren Betrieb ein umfangreiches Maßnahmen-Paket erforderlich. 

Die Maßnahmen im Überblick:

  • Die Instandsetzung der alten Abdichtung des Oberbeckens (ca. 100 000 m²). Hierzu wird das Oberbecken abgefräst und mit einer neuen Dichtung versehen.
  • Die Erweiterung der Speicherkapazität um ca. 70 000 m³ bzw. 45 Megawattstunden (MWh) durch Errichtung einer ca. 1,20 Meter hohen Wellenschutzwand sowie der Erhöhung der Überlaufschwelle am Unterbecken.
  • Die Durchführung einer großen Revision an beiden Maschinensätzen (letzte große Revision in 2003). Hierzu wurden bereits die Hauptkomponenten (Pumpturbinen und Kugelschieber) komplett demontiert und zur Werksüberholung nach Süddeutschland transportiert. Die Arbeiten sollen im Oktober 2018 beendet werden. Im Anschluss erfolgt die Wieder-Inbetriebnahme und der Probebetrieb. Für den Zeitraum der Arbeiten ist das Oberbecken für die Öffentlichkeit gesperrt. Erst ab Oktober dürfte das riesige Bauwerk wieder für Spaziergänger freigegeben werden.

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