Die Pläne der Kirchengemeinden

Gottesdienste und Messen an Weihnachten: Das ist der Stand der Dinge

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In Nicht-Corona-Zeiten lauschten die Plettenberger an Heiligabend lediglich dem Weihnachtschor unter freiem Himmel – doch in diesem Jahr ist alles anders. Viele Gemeinden planen Freiluft-Gottesdienste zu Weihnachten (Foto von 2018).

Wie genau Weihnachten in den Kirchen gefeiert wird, oder vielmehr unter welchen Corona-Bedingungen, müssen Landeskirchen und Bistümer mit der Landesregierung noch abschließend klären. Aber die Pläne sind schon seit weit. Das ist der aktuelle Stand der Dinge.

Plettenberg - Vor Ort wird natürlich schon geplant, in der Hoffnung, dass dann auch alles so durchführbar ist. Gottesdienste in Kirchen soll es mit eingeschränkter Teilnehmerzahl geben, daneben planen die Gemeinden aber auch Gottesdienste unter freiem Himmel.

Die Pfarrei St. Laurentius

Katholische Pfarrei „Die Gemeinde St. Laurentius wird um 16 Uhr an Heiligabend zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde eine ökumenische Christvesper auf dem Schulhof der Grundschule Oestertal feiern“, sagt Pfarrer Patrick Schnell. Für die Feiern innerhalb der Kirchen erklärt Schnell: „Wir müssen noch schauen, wie die Bestimmungen konkret aussehen und wie viele Personen in die Kirche dürfen“, sagt Schnell. „Es ist auf jeden Fall eine Anmeldung notwendig und es muss eine Maske getragen werden.“

Neben den Bestimmungen von Landesregierung und Bistum, auf die man noch warten muss, muss auch mit den Ordnungsämtern vor Ort abgeklärt werden, wie groß die Gottesdienste gefeiert werden können. „Es wird alles etwas anders sein in diesem Jahr. Wir müssen einen Mittelweg finden, um einerseits das Fest zu feiern und andererseits die Pandemie einzudämmen oder zumindest nicht auszuweiten.“

Da Gemeindegesang in der Kirche aktuell noch verboten ist, plant Schnell auch erst einmal ohne Gesang, doch in irgendeiner Form, zum Beispiel abgespielt, werden Weihnachtslieder ein Teil der Messen sein. Daneben sollen Mitglieder, die zuhause einen Weihnachtsgottesdienst feiern, mit dem Gemeindebrief, der auch noch in der Kirche ausgelegt wird, Text- und Liedmaterial erhalten. Außerdem wolle man über Weihnachten die Kirchen offenhalten, sodass sie auch außerhalb der Gottesdienstzeiten besucht werden können.

Evangelische Kirchengemeinde Eiringhausen

Die Eiringhauser planen zweierlei: die Aktion „Weihnachten zum Mitnehmen“ und in der Vorweihnachtszeit und an Heiligabend einen zentralen Gottesdienst im Lennestadion in Böddinghausen. Für letzteren hofft der Haupt-Organisator, Pfarrer Uwe Brühl, auf die Genehmigung der Behörden. Der Plan ist jedenfalls schon ausgearbeitet.

Gemeinsam mit dem Platzwart hat man das Lennestadion besichtigt, separate Ein- und Ausgänge besprochen und den Platz für eine mobile Bühne vor dem Vereinsheim festgelegt. Bis zu 300 Gottesdienst-Besucher könnten im Lennestadion so Platz finden. Sie alle müssten einen Mund-Nasen-Schutz tragen und sich zuvor über das Internet anmelden – so ist zumindest mit dem Stand von diesem Dienstag der Plan.

Deutlich mehr Sicherheit dagegen hat die Ev. Kirchengemeinde Eiringhausen indes bei ihrer Vorweihnachtsaktion, bei der Taschen gepackt werden, die Interessierte erwerben können. Die Abfrage im Vorfeld, unter anderem über einen Bericht in der Heimatzeitung, hat ergeben, dass dieses Weihnachten zum Mitnehmen doppelt so gut angenommen wird wie Pfarrer Uwe Brühl erwartet hätte. 200 statt der ursprünglich hundert Taschen sind jetzt bestellt und werden unter anderem mit Süßigkeiten, Kerzen, Dekoration und einer Anleitung für einen Weihnachtsgottesdienst daheim gepackt und sollen nach dem 15. Dezember in der Johanniskirche ausgegeben werden.

„Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, sagt Brühl mit Blick auf diese Aktion. Bestellungen aus dem gesamten Stadtgebiet – bis hin ins Oestertal oder nach Holthausen – sind bei ihm in den letzten Tagen eingegangen.

Evangelische Kirchengemeinde Plettenberg

„Vieles richtet sich in Richtung Freiluftgottesdienst aus“, sagt Pfarrer Dietmar Auner. Da in den Kirchen Singen nicht möglich sei, hoffe man, dass dies unter freiem Himmel möglich sei.

Wie Pfarrer Auner betont, seien die bisherigen Pläne aber nur unter Vorbehalt, da es zur Durchführung von Gottesdiensten auch noch Gespräche zwischen Landesregierung und den Landeskirchen gibt, durch die sich noch etwas ändern könnte.

Evangelische Kirchengemeinde Ohle

Wegen der begrenzten Plätze zu Corona-Zeiten in der Evangelischen Kirche Ohle finden in diesem Jahr vier anstelle von zwei Gottesdiensten statt, und zwar um 15, 16, 17 und 18 Uhr. Die beiden ersten Gottesdienste sind besonders für Familien mit Kindern geeignet. In allen vier Gottesdiensten singt und musiziert Familie Schewe, Andreas Klose spielt jeweils die Orgel. Bei trockenem Wetter wird das letzte Lied „O du fröhliche“ draußen gesungen. Zwischen den Gottesdiensten wird die Kirche gelüftet. Alle Plätze werden desinfiziert. Eine Voranmeldung ist hier ebenfalls notwendig.

Landeskirchliche Gemeinschaft Holthausen

Die Landeskirchliche Gemeinschaft Holthausen hat sich für den Gottesdienst an Heiligabend etwas Besonderes einfallen lassen. „Wir haben ein tolles Team, das sich auch in schwierigen Zeiten viele Gedanken gemacht hat“, sagt Gemeinschaftspastor Johannes Westhoff. Mit den Planungen für den Gottesdienst, der draußen stattfinden soll, sei viel Arbeit verbunden. Unter anderem „Weihnachten bewegt“ lautet das Motto. „Maria bewegte die Worte in ihrem Herzen, heißt es in der Weihnachtsgeschichte. Wir wollen uns innerlich von Gott bewegen lassen, uns aber auch auf dem Gelände bewegen.“

So bleibt den Teilnehmern bei dem Gottesdienst unter freiem Himmel warm. Die Teilnehmer – maximal 100 – treffen sich zunächst im Plenum auf dem Parkplatz und werden dann in drei Gruppen aufgeteilt. Diese besuchen dann – in unterschiedlicher Reihenfolge – drei Stationen: Die Hirten auf dem Feld, die Weisen aus dem Morgenland und Maria im Stall. „Es gibt eine kleine Kulisse mit Statisten in passenden Gewändern, die zum Beispiel die Weisen aus dem Morgenland darstellen“, erklärt Westhoff. „Für die Hirten bekommen wir vielleicht sogar ein lebendiges Schaf.“ Zu der entsprechenden Stelle wird eine kurze Andacht gehalten und dann auf ein Posaunensignal die Station gewechselt. Am Schluss kommen die Teilnehmer wieder im Plenum zusammen.

Ganz auf Gesang möchte man nicht verzichten, je am Anfang und am Ende möchte man – mit Maske, Abstand und unter freiem Himmel – jeweils ein Lied singen. Dass statt 250 Teilnehmern wie sonst bei Weihnachts-Gottesdiensten im Gemeindehaus die Teilnehmerzahl auf 100 begrenzt ist, sei „leider der Wermutstropfen“, sagt Westhoff. Doch für die, die nicht teilnehmen können, soll wieder auf dem Youtube-Kanal der LKG ein Video eingestellt werden. „Das werden wir im Dezember an unterschiedlichen Locations drehen – passend zu den Stationen zum Beispiel in einem Stall.“

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