Kinos bleiben wegen Corona weiterhin zu

Weidenhof Plettenberg weiter im Wartestand - aber es besteht eine kleine Hoffnung

Kinosaal Weidenhof historisch
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Das Weidenhof-Kino ist in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Dieses historische Foto zeigt den Kinosaal im Weidenhof zu früheren Zeiten.

Es sollte ein ganz besonderes Jahr 2020 werden für das Team des Weidenhof-Kinos. Und das ist es auch geworden. Leider etwas anders, als sich Kinochefin Susanne Vohwinkel das vorgestellt hatte...

Plettenberg – 100 Jahre Kino an ein und demselben Standort – dieses ungewöhnliche Jubiläum sollte mit Filmen aus den letzten Jahrzehnten und einer großen Party gefeiert werden. Nichts davon war aufgrund der Corona-Pandemie möglich. Angesichts der neuen Einschränkungen von Mittwoch bangt das Team nun sogar um die traditionellen Weihnachtsvorstellungen, „die in all den Jahren vielleicht nur einmal nach den Kriegsjahren ausgefallen sind“, sagt Susanne Vohwinkel.

Sie hatte mit den Aussagen von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am Mittwoch schon gerechnet. „Wir kennen den Lockdown ja schon aus dem April und dem Mai“, sagt sie. „Es ist so entschieden und als solidarischer Bürger akzeptiert man das ja auch.“ Aber für seltsam hält sie die Entscheidungen trotzdem. Ob das wirklich nötig gewesen sei, die Kultur so anzusehen wie andere Freizeiteinrichtungen? Kinos, Theater, Museeen, die nie Treiber des Infektionsgeschehens waren? Stattdessen zum Beispiel Möbelhäuser als wichtiger zu erachten und geöffnet zu lassen? Das sind Fragen, die Susanne Vohwinkel schon aufwerfen möchte.

Sei es drum. Existenzbedrohend sei die Situation für den Weidenhof nicht, sagt Susanne Vohwinkel, denn es gibt drei Punkte, die sich positiv auswirken. Zum einen profitiert das Ehepaar Vohwinkel davon, dass ihm die Immobilie gehört und damit keine Miete oder Pacht fällig wird. Zum anderen kann der benachbarte Hotelbetrieb zumindest für Geschäftsreisende fortgeführt werden. Und zu guter Letzt werden auch die staatlichen Hilfen dazu beitragen, „dass wir gerade so über der Wasseroberfläche schwimmen können“, sagt Susanne Vohwinkel.

Die Wochen der Kino-Schließung nutzt das Team, um die Einrichtung zu verbessern. Über ein Förderprogramm des Bundeskulturministeriums fließen 80 Prozent Zuschuss für die Sanierung der Toilettenanlagen in den Weidenhof. Diese ist bereits abgeschlossen. Voraussichtlich im Dezember sollen neue Videoprojektoren folgen. „Das ist aber nichts, was dem Zuschauer auffallen wird“, erklärt Susanne Vohwinkel.

Videoprojektoren müsse man sich wie Computer vorstellen, die irgendwann in die Jahre kommen und nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik seien. Das ist der Grund, warum die Modelle im Weidenhof nun durch einen Hersteller aus Belgien – wegen der angespannten Corona-Lage im Land gibt es noch keinen genauen Liefertermin – ausgetauscht werden.

Mit einer baldigen Öffnung der Kinos rechnet Vohwinkel nicht, aber so ganz hat die Kinochefin die Hoffnung auf die Weihnachtsvorstellungen noch nicht aufgegeben. „Sollte es so sein, dass nach dem 20. Dezember geöffnet werden darf, würden wir Filme für Heiligabend raussuchen“, sagt sie. „Ich glaube zwar nicht, dass es etwas wird, aber es wäre auf jeden Fall schön.“

Weil Kinochefin Susanne Vohwinkel nicht davon ausgeht, dass in naher Zukunft größere Feierlichkeiten möglich sein werden, soll das 100. Kinojubiläum nicht im nächsten, sondern erst im übernächsten Jahr nachgeholt werden. Der Kinobetrieb an sich werde dagegen hoffentlich Anfang des nächsten Jahres wieder starten können.

Mit Blick auf die Weihnachtsfeiertage hat das Weidenhof-Team einen Gutschein-Verkauf eingerichtet. Immer samstags zwischen 11 und 15 Uhr können die Gutscheine im Weidenhof gekauft und direkt vor Ort schön verpackt werden. Vohwinkel hofft, dass von diesem Angebot Gebrauch gemacht wird und die Kinogänger nach einer Öffnung schnell wieder ins Kino kommen. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr seien die Filmvorstellungen rasch wieder gut angenommen worden. „Vielen Dank dafür an unsere treuen Gäste“, sagt Vohwinkel.

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