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Wegen Corona: Martinsumzüge fallen kleiner aus

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Von: Johannes Opfermann

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Zwar fallen die Martinszüge 2020 auch der Corona-Pandemie zum Opfer - aber in vielen Ortschaften gibt es Alternativen.
Die Martinzüge fallen in Plettenberg in diesem Jahr kleiner aus. © Romrodinka/PantherMedia

Laternenumzüge gehören zur Kindergartenzeit einfach dazu, schon im vergangenen Jahr mussten Kinder und Eltern wegen Corona auf die Umzüge in gewohnter Form verzichten. 

Plettenberg - Auch in diesem Herbst ist angesichts der Pandemie-Lage noch nicht wieder alles beim Alten. Die Martinszüge der Kitas fallen daher kleiner aus oder es wird nur intern gefeiert. Wir haben in einigen Kitas und bei der Dorfgemeinschaft Ohle nachgefragt, wie das Martinsfest ablaufen wird.

Kita St. Laurentius

Das Katholische Familienzentrum St. Laurentius plant kleine gruppeninterne Umzüge zu St. Martin, die an unterschiedlichen Tagen stattfinden, wie Einrichtungsleiterin Karin Florath erklärt. Dass ein größerer Umzug auch in diesem Jahr nicht möglich sei, tut der Kita-Leiterin leid. „Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder einen Umzug so gestalten können, wie wir es gewohnt sind“, sagt Florath. „Ich denke, dass es für die Kinder trotzdem ein schönes Fest sein wird.“

Am 8., 9. und 10. November trifft sich jeweils eine Gruppe zwischen 17 und 18 Uhr, um gemeinsam Brezeln zu essen, Martinslieder zu singen und gemütlich zusammen zu feiern. Die Gruppen gehen dann durch den Böhler Park, im Anschluss werden sie wieder von den Eltern in Empfang genommen, die selbst nicht mit bei Feier und Umzug dabei sein werden. „Es ist ganz schwierig, bei 67 Kindern die 3G-Regeln einzuhalten“, erklärt Florath den Grund für die kleineren separaten Feiern. Gerade weil auch gesungen werde, sei das Einhalten von Mindestabständen bei vielen Teilnehmern schwierig.

Am 11. November soll um 10 Uhr noch ein Wortgottesdienst in der Laurentiuskirche stattfinden, bei dem die Theatergruppe das Martinsspiel aufführt. Die „Riesen“, also die Vorschulkinder, werden außerdem einen Laternentanz aufführen.

Kita Stadtmitte

Im städtischen Papilio-Familienzentrum Stadtmitte wird das Laternenfest – so wird es dort genannt – ebenfalls am 8., 9. und 10. November gruppenweise begangen, wobei die zwei kleineren Gruppen an einem Tag zusammen feiern, die größeren jeweils separat. Mit den kleineren Umzügen folge man dem Rat des Plettenberger Ordnungsamts, sagt Einrichtungsleiterin Petra Möwes und weist auf die Infektionszahlen hin, die momentan wieder ansteigen. „Das Laternenfest findet draußen statt, sodass wir weniger Ansteckungsgefahr haben. Außerdem werden Masken getragen, wo wir Abstände nicht einhalten können“, erklärt sie.

Ein großer Umzug sei in der Pandemie nicht möglich, nach 19 Monaten, in denen in puncto Veranstaltungen nichts möglich war, sei man aber froh, überhaupt Umzüge machen zu können. Doch l können nur die Kita-Kinder selbst und ihre Eltern teilnehmen, ältere Geschwister und weitere Verwandte aber nicht, bedauert Möwes. Das sei ungewohnt, da der Umzug traditionell immer offen für die Familien war.

Für die kleinen Umzüge wurden und werden bereits Laternen gebastelt, in diesem Jahr mit Motiven wie Äpfeln und Geistern. Stattfinden sollen sie nicht am Familienzentrum, sondern in Böddinghausen. „Wir werden ein Stück des Lennedamms gehen, die Brezelausgabe findet am Kanuheim des TV Jahn statt, danach geht es über die Schulhöfe zurück“, erklärt Möwes.

Kita Am Saley

„Wir machen es genauso wie letztes Jahr“, sagt Claudia Stahlhacke, Leiterin des DRK- Familienzentrums Am Saley. Das bedeutet, dass wie schon 2020 der große Umzug – traditionell zusammen mit dem städtischen Familienzentrum Eschen und der Eschenschule durchgeführt – nicht stattfindet. Stattdessen bleiben die Kinder in der Kita. „Wir machen eine kleine Feier mit Martinsspiel, die Kinder bekommen Brezeln, wir trinken Kakao und machen es uns gemütlich.“

Da die Martinsfeier drinnen stattfindet, wurden Tischlaternen gebastelt und auch Dekorationen mit Sonne, Mond und Sternen für die Fenster. Es sei wichtig, dass für die Kinder in dem kleinen privaten Rahmen Sankt Martin gefeiert werden kann, auch wenn die Eltern in diesem Jahr wieder nicht dabei sein können. Es soll aber noch eine Überraschung für die Eltern geben, kündigt Stahlhacke an.

Anders als im vorigen Jahr werden zu Sankt Martin auch keine Kinder der Kita Am Saley das Altenzentrum St. Josef besuchen, mit dem die Kita im Rahmen des Begegnungsprojekts „U7 – Ü70“ kooperiert. „Das ist im Moment einfach zu gefährlich“, weist Stahlhacke auf die Corona-Lage hin. Es gehe bei dem Projekt um die direkten Beziehungen zwischen Kindern und Senioren; Begegnungen auf Abstand seien da nicht Sinn der Sache. Stahlhacke hofft, dass spätestens im Frühjahr 2022 wieder Aktionen im Rahmen von „U7 – Ü70“ möglich sind.

DG Ohle

Der von der Dorfgemeinschaft Ohle veranstaltete Umzug war im vergangenen Jahr ausgefallen, in diesem Jahr soll er aber wieder stattfinden, verrät Uwe Boese, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. Im September habe man sich mit dem Thema beschäftigt. Der Wunsch, zum Martinsfest zumindest einen Umzug durchzuführen, und sei es auch nur in kleinerem Rahmen, war groß. Vom Ordnungsamt, mit dem die Dorfgemeinschaft in Kontakt war, gab es grünes Licht für die Pläne.

Am 7. November um 17 Uhr wird der Zug an der DRK-Kita „Anneliese Pfeiffer“ in der Papenkuhle starten. Man werde bei dem Umzug aber auf das Tragen einer Maske hinweisen, weil man relativ eng beisammen sein werde. Auf ein Martinsspiel werde diesmal ebenfalls verzichtet, stattdessen werde die Geschichte von Sankt Martin vorgelesen. „Eine musikalische Begleitung und auch ein Pferd sind bei dem Umzug natürlich dabei“, erklärt Uwe Boese.

Es geht über den Radweg zur Lenne, weiter über den Alten Weg und über den Kirchplatz zur Turnhalle. Die Brezelausgabe wird wieder wie gewohnt an einem Verpflegungsstand der Freiwilligen Feuerwehr erfolgen.

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