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P-Weg legt ein gelungenes Comeback hin

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Von: Sabrina Jeide, Dirk Grein

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Der P-Weg-Start der Halbmarathon-Läufer.
Start des Halbmarathons am P-Weg-Samstag. © Sabrina Jeide

Gewiss nicht alles ist glatt gelaufen an diesem ersten P-Weg-Wochenende nach der langen Corona-Pause. Und doch entfachte wieder diese besondere Stimmung und Begeisterung für die Veranstaltung, die auch 18 Jahre nach der Premiere nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Plettenberg - Bei bestem oder eben auch schlechtem Sauerländer „Mistwetter“ (mit Ausnahme von großen Teilen des Sonntags) hatten die Sportler auf den Strecken schwer zu kämpfen. Die Plettenbergerin Karen Güde, am Samstag Gesamtsiegerin des Halbmarathon-Laufs, fasste es bei der Siegerehrung perfekt zusammen: „hart, härter, aber mega viel Spaß“. Für sie sei es wieder „Gänsehaut pur“ gewesen – angefeuert von den Fans absolvierte sie die 21 Kilometer in 1:38,33 Minuten – das entspricht einem Kilometer-Schnitt von deutlich unter fünf Minuten...

Hoch oben in Landemert hatten sich vielleicht nicht so viele Fans wie sonst versammelt, aber sie waren dafür umso lauter: Aus der Musikbox, die man mit einem Zelt geschützt hatte, schallte passenderweise „Schöner Tag“ von Sido und Gentleman. Da wurde der „Papa“ lautstark den Berg hinaufgebrüllt, aber auch unbekannte Teilnehmer erhielten dank des Namens auf der Startnummer eine persönliche Anfeuerung. Obwohl der Anstieg zu den steilsten auf der ganzen Strecke zählt, gab es zuhauf lächelnde Gesichter.

Die vielen Menschen machen den Erfolg aus

Diese beispielhafte Szene von Samstag verdeutlicht, was den Charakter dieser Veranstaltung ausmacht: die vielen Menschen, die zum Gelingen beitragen. Seien es die Helfer an der Strecke, die sich um die Verpflegung und die Sicherheit der Sportler kümmern, die Veranstalter, die mit viel Herzblut quasi rund um die Uhr im Einsatz sind, die wortgewandten Moderatoren, die Vereine, die Speisen und Getränke an den Ständen reichen, die Tänzerinnen, die den Teilnehmern vor den Starts Mut machen, die Reiterinnen und Motorradfahrer, die kontrollieren, ob niemand auf der Strecke geblieben ist, und die Zuschauer, die die Sportler mit ihren Anfeuerungen bis in Ziel tragen wollen.

Bauhof, Rettungskräfte, Polizei, Feuerwehr, Zeitnehmer, Fotografen, Sicherheitskräfte: An diesem einen Wochenende ziehen in Plettenberg alle an einem Strang. Keine andere Veranstaltung in der Vier-Täler-Stadt hat eine solche Strahlkraft.

Entsprechend erleichtert zeigten sich die Organisatoren am Sonntagnachmittag, nachdem auch die letzten Teilnehmer im Ziel eingetrudelt waren: „Wir sind nach der langen Pause mehr als zufrieden“, zog Kay Hömberg ein erstes Fazit. Erleichtert sei er, dass keine größeren Verletzungen gemeldet wurden, und erfreut darüber, dass die Unterstützung erneut groß gewesen sei. Nun gelte es, auf diesem weiterhin intakten Fundament für die Zukunft aufzubauen.

Derweil gab es seitens des Rettungsdienstes ebenfalls positive Meldungen: DRK-Einsatzleiter Peter Krieger und sein Team kümmerten sich überwiegend um kleinere Blessuren wie Schürfwunden. Der hauptamtliche Rettungsdienst musste indes einen Fahrradfahrer ins Krankenhaus bringen, der auf der Strecke Richtung Schlot gestürzt und von Einsatzkräften der Feuerwehr-Löschgruppe Eiringhausen erstversorgt worden war. Angesichts der rutschigen Verhältnisse auf der Strecke (insbesondere für die Radfahrer) sei die Einsatzlage an diesem Wochenende jedoch vergleichsweise entspannt gewesen.

Kosten explodiert: Spende noch fraglich

Völlig offen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch, ob die Veranstaltung erneut einen guten Zweck unterstützen kann. Bei den bisherigen Auflagen war der Überschuss stets gespendet worden, an wechselnde Empfänger. Doch auch das P-Weg-Team bekommt den wirtschaftlichen Wandel zu spüren. „Die Kosten sind uns explodiert“, sagte Michael Schröder vom Orgateam. Daher wolle man zunächst den Kassensturz abwarten, der für die nächsten Tage vorgesehen ist. „Wir hoffen, dass es einen Überschuss gibt. Falls dem so ist, dann werden wir im Nachgang darüber entscheiden, welche Organisation wir damit unterstützen wollen“, sagte Schröder.

Davon abgesehen hat der P-Weg seine Hauptmission aber bereits wieder erfüllt – das verrieten am Wochenende die vielen freudestrahlenden Gesichter an der Strecke und in der Innenstadt.

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