Was, wenn plötzlich alles in Plettenberg dicht ist? - Kein Plan B für Tunnel und Bahnhofstraße

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Was wäre, wenn die Bahnhofstraße und der Tunnel gleichzeitig gesperrt sind, weil zum Beispiel an der Bahnhofstraße gebaut wird?

Plettenberg - Es ist der Super-Gau für alle Autofahrer: Der Hestenbergtunnel ist gesperrt und zeitgleich geschieht auf der Bahnhofstraße ein Unfall. Was könnte man in einem Fall von der Stadt aus nach Eiringhausen kommen und umgekehrt?

Ist beides gesperrt, geht zwischen Plettenberg und Eiringhausen nichts mehr. Vor dem Hintergrund, dass am heutigen Samstag der Tunnel für Wartungsarbeiten gesperrt wird, hat unsere Zeitung beim Ordnungsamt nach einem Plan für den Fall der Fälle gefragt.

Die auf den ersten Blick etwas überraschende Antwort von Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel lautet: „Wir haben keinen Plan B in der Schublade. Wir müssen dann ad hoc überlegen, wie wir das Problem lösen können.“

Die Verkehrssituation wäre deshalb so prekär, weil zwei Hauptverkehrsadern dicht wären. Für viele Gebiete im Stadtgebiet gibt es Ausweichstrecken, zum Beispiel durch Wohngebiete. Nicht aber für den Weg von Plettenberg nach Eiringhausen. Die schnellste Ausweichroute würde über das Tanneneck führen, doch diese abschüssige Strecke würde bei Begegnungsverkehr schnell kollabieren. Noch schlechter befestigt ist der Weg über Hüinghausen und Wellin nach Selscheid. Im Grunde bliebe nur der Riesen-Bogen über Hüinghausen, Wellin, Rärin zur Schwarzen Ahe nach Werdohl-Kleinhammer und dann zurück nach Eiringhausen. Lkw-Fahrer könnten die Abkürzung zur Schwarzen Ahe über Wellin und Rärin nicht nehmen – sie müssten also erst noch nach Herscheid.

Diese Wege sind enorm. Deshalb sind im Ordnungsamt viele Vorkehrungen dafür getroffen worden, sodass man schnell reagieren kann. Ein ordnungsamtlicher Bereitschaftsdienst ist Tag und Nacht, sieben Tage die Woche über das Handy erreichbar. Auch die Nummern der Tunnelleitzentrale bei einer Tunnelsperrung oder Nummern der Bauleiter bei Bauarbeiten auf der Bahnhofstraße sind immer hinterlegt. „Diese Struktur muss man haben, um den von Ihnen beschriebenen Fall aufzufangen“, sagt Spiegel.

Bevor also eine Umleitung eingerichtet werden muss, würde das Ordnungsamt versuchen, trotz Bauarbeiten oder Wartung den Tunnel oder die Bahnhofstraße kurzfristig wieder freizugeben. Oder noch besser: Bei leichten Verkehrsunfällen könnte der Verkehr zunächst einspurig an der Unfallstelle vorbeigeführt werden.

Dass es zu einem gleichzeitigen Ausfall beider Hauptverkehrsadern kommt, ist unwahrscheinlich. In Zeiten vor dem Hestenbergtunnel war die Gefahr noch deutlich größer. Seinerzeit konzentrierte sich der Verkehr nur auf der Bahnhofstraße.

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