Sanierung notwendig

Was mit dieser Kirche nach 107 Jahren passiert

An der Johanniskirche in Eiringhausen wird zurzeit ein großes Gerüst errichtet.
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An der Johanniskirche in Eiringhausen wird zurzeit ein großes Gerüst errichtet.

Es ist die größte Sanierung seit der Innenrenovierung in den Jahren 2003 und 2004: Bis in die zweite Jahreshälfte hinein muss die komplette Fassade der Johanniskirche an der Reichsstraße umfassend saniert werden. 

Plettenberg - Eine Maßnahme, die richtig ins Geld geht: Uwe Brühl, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Eiringhausen, beziffert die Kosten auf 325 000 Euro. Diese gehen zulasten der Kirchengemeinde. „Es gibt aber einen Zuschuss vom Kirchenkreis, der auch die Finanzierung gewährt“, sagt Brühl. Zum Erhalt von Denkmälern, zu denen die Johanniskirche seit 1983 zählt, müssten eben auch ständig Mittel bereitgehalten werden.

Doch das, was jetzt der größten Plettenberger Kirche widerfährt, geschieht zum allerersten Mal seit der Einweihung vor 107 Jahren am 18. Januar 1914. Alle Fugen müssen großflächig saniert werden. „Der Muschelkalk bindet nicht mehr“, weiß Brühl spätestens seit einer Baubegehung im Herbst vergangenen Jahres. Schon vorher war entdeckt worden, dass vor allem die grauen Steine der Bruchsteinverkleidung der Kirche erhebliche Mängel und Risse aufweisen. Unter Federführung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe besichtigten deshalb im Oktober 2020 auf Betreiben der Architektin des Kreiskirchenamtes, Christa Woschée, Fachfrauen und -männer die Außenfassade der Kirche. Nur wenig später erfolgte – nach schneller denkmalrechtlicher Genehmigung – die Sanierung der äußeren Strebepfeiler.

Anhand der Pfeilersanierung aus dem vergangenen Jahr lassen sich die notwendigen Arbeitsschritte erkennen: Das Foto zeigt den wiedereingesetzten Stein mit sanierter Fuge.

Die Fugen wurden dort bereits erneuert, gerissene Steine verklebt.
In diesem Frühjahr und Sommer wird nun aufgrund der Dringlichkeit die komplette restliche Kirchenfassade saniert. Die auf eine Dauer von 17 Wochen veranschlagten Arbeiten übernimmt die auf derartige Restaurierungen spezialisierte Firma Meyer aus Preußisch Oldendorf im Kreis Minden-Lübbecke. „Für diese Firma ist unser Kirchturm nur ein Türmchen“, weiß Uwe Brühl, dass er es mit echten Experten zu tun hat, für welche die Johanniskirche nur eine kleine Hausnummer darstellt. Wobei dem Pfarrer imponierte, dass ausnahmslos Frauen die entscheidenden Schritte besprachen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Hohe Kosten für Einrüstung

Allein das in diesen Tagen errichtete Gerüst nimmt ein Drittel der Kosten ein. Es musste zuvor statisch geplant werden.
Die aufgetretenen Schäden sind indes nicht so gravierend, dass man im schlimmsten Fall einen Einsturz der Kirche befürchten müsste. „Die Bruchsteine sind nur Verblender und tragen nicht zur Standfestigkeit des Gebäudes bei“, weiß Uwe Brühl. Aber auch ein einzelner gerissener Stein, der sich aus der Fassade löst und nach unten fällt, stellt natürlich eine erhebliche Gefahr für die Kirchgänger dar, so dass die Arbeiten keinen Aufschub duldeten.

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