Wie sich die Veranstalter entschieden haben:

Corona und das Immecke-Festival

Ausgelassen in der Immecke feiern? Daraus wird coronabedingt auch in diesem Jahr
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Ausgelassen in der Immecke feiern? Daraus wird coronabedingt auch in diesem Jahr nichts.

Plettenberg – Trotz angelaufener Impfkampagne bleibt die Corona-Lage – etwa durch die Mutationen – zu schwer einzuschätzen, um verlässlich ein Festival planen zu können. Deswegen haben sich die Organisatoren des Immecke Rock dazu entschieden, das Festival um ein weiteres Jahr zu verschieben.

„Wir haben im Vorstand beschlossen, es nicht stattfinden zu lassen“, sagt Carsten Langenbach vom Verein iRock e.V., der das seit gut drei Jahrzehnten an Pfingsten stattfindende Festival organisiert. „Das macht absolut keinen Sinn bei der derzeitigen Lage und dem Impffortschritt.“ Die Frage, ob ein Festival durchgeführt werden kann oder nicht, wird sich in diesem Jahr noch vielen Veranstaltern großer und kleiner Musikevents stellen. Je später sie im Festivalkalender stattfinden, desto mehr Menschen könnten theoretisch bis dahin geimpft sein. Damit wird auch die Chance steigen, dass eine Durchführung möglich ist, wenn es die dann gültigen Auflagen erlauben. Doch für das Immecke Rock, das mit dem Pfingstsonntag weit am Anfang der Festivalsaison steht, sieht Langenbach keine Möglichkeit, es in diesem Jahr durchzuführen. „Da wir schon Mitte Mai dran wären, haben wir da keine Chance, so leid uns das tut.“ Damit muss das 30-jährige Jubiläum des Immecke Rock, das eigentlich 2020 stattfinden und in diesem Jahr am 23. Mai nachgeholt werden sollte, ein weiteres Jahr aufgeschoben werden.

„Im Prinzip haben wir eine Lage wie im letzten Jahr“, sagt Langenbach. Ohne Planungssicherheit für das geplante Jubiläumsfestival hatte man 2020 frühzeitig entschieden, es nicht stattfinden zu lassen, und zwar noch bevor die Politik das Verbot für Großveranstaltungen beschlossen hatte. Auch der Vorverkauf hatte noch nicht begonnen. Nun haben die Organisatoren erneut die frühzeitige Entscheidung für eine Verschiebung gefällt. Ärgerlich sei das erneute Aus für das Immecke Rock dennoch, aber eine Durchführung in Corona-Zeiten sei schlicht nicht zu bewerkstelligen, erklärt Langenbach: „Das würde von vorne bis hinten nicht gehen.“ Schon an der Logistik würde es scheitern. Möglicherweise bis zu 70 Dixi-Klos aufzustellen und ständig zu desinfizieren – schwer vorstellbar. „Wir wissen auch nicht, was wir an Helfern zusammenbekommen würden“, sagt Langenbach. Mit Rücksicht auf die eigene Gesundheit und die von Angehörigen – zum Beispiel weil diese zu Risikogruppen gehören – würden sich wohl nicht so viele Freiwillige bei dem Festival zur Verfügung stellen.

Jubiläumsfestival im Juni 2022

Im kommenden Jahr, am Pfingstsonntag, 5. Juni 2022, soll das 30. Immecke Rock dann nachgeholt werden. Zum Jubiläumsfestival hatten die Organisatoren ein Best-of an Bands zusammengestellt. Neben Bands aus Deutschland wie Planlos oder Shirley Holmes sollten auch Bands aus dem Ausland dabei sein, unter anderem Ze Gran Zeft aus Frankreich oder Driven by Harness aus Schottland. Langenbach hofft, dass das gleiche Line-Up, das schon für den diesjährigen Nachholtermin zugesagt hatte, auch 2022 dabei ist. „Wenn alle wieder zusagen, soll es nach Möglichkeit mit den Bands stattfinden, die letztes Jahr schon gespielt hätten.“ Ob auch in diesem Jahr noch ein Alternativprogramm auf die Beine gestellt werden kann, möglicherweise online, steht dagegen noch nicht fest. „Da lassen wir uns noch etwas einfallen“, sagt Langenbach. Das hänge auch davon ab, was unter Corona Bedingungen machbar sei. Mit einer ganz anderen Frage müssen sich die Organisatoren ebenfalls noch auseinandersetzen: Den Folgen des Brexit. Der hat das Touren in der EU für Künstler von der Insel erheblich erschwert, erst recht für den musikalischen Nachwuchs. Auch beim Immecke Rock 2022 wären wohl wieder Musiker aus Schottland im Lineup, sodass sich auch hier die Frage ergibt, ob und wie stark die Kosten infolge des Brexit explodieren könnten.

Brexit bereitet Probleme

Aber das sei nicht das Einzige. „Die Frage ist auch, wie es mit dem Austausch weitergeht“, sagt Langenbach. Denn der Eurogig-Bandaustausch, der jungen Künstlern erste internationale Auftritte ermöglichen soll, wird neben französischen und niederländischen Partnern – und dem iRock e.V. – auch von der Universität Westschottland (University of the West of Scotland) getragen. Dadurch kommen auch wiederholt schottische Bands zum Immecke Rock. Wie stark sich der Brexit auf den Austausch oder auf mögliche Auftritte einzelner Bands in 2022 auswirken würde, lässt sich noch nicht abschätzen. Da das Problem Corona derzeit drängender ist, verwundert es nicht, dass sich Langenbach und seine Mitstreiter vom Immecke Rock noch nicht näher mit der Brexit-Thematik befasst haben, wie er zugibt. Wenn es soweit ist, also wenn es um die Planungen für das Festival 2022 geht, werde man sich damit beschäftigen. „Wir müssen gucken, wie das funktionieren kann“, sagt Langenbach. „Bis dahin werden sich vielleicht auch viele Unklarheiten beseitigt haben, was den Brexit angeht“, so seine Hoffnung auf Fortschritte in puncto musikalischer Austausch zwischen Großbritannien und der EU. 

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