Initiative in Plettenberg-Landemert

Was Kaugummis mit Bienen zu tun haben

Martin und Anne Reiser vor ihrem Wildblumenwiesen-Automaten am Landemerter Radweg.
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Martin und Anne Reiser vor ihrem Wildblumenwiesen-Saatgut-Automaten am Landemerter Radweg, den sie nach Herscheider und Kiersper Vorbild errichtet haben.

Es wird viel geredet über Natur- und Klimaschutz in diesen Tagen. Über Monokulturen und eine zurückgehende Insektenpopulation.

Plettenberg - Und es gibt Menschen, die dagegen etwas unternehmen. Anne Reiser ist so jemand und wird dabei von ihrem Mann Martin unterstützt. Am Ortsrand von Landemert gehört der Familie ein größeres Grundstück, wo ein paar Hühner gehalten werden und wo es eine große Wildblumenwiese gibt.

Doch nun möchten die beiden Umweltfreunde auch anderen Mitbürgern einen leichten Zugang zu Wildblumenwiesen ermöglichen. Inspiriert wurden beide von Berichten über Wildblumen-Saatautomaten in Herscheid und Kierspe. Und so suchten beide einen Betreiber von Kaugummiautomaten in Hessen auf, der von dort aus eine riesige Region mit den kultigen Automaten bestückt und diese noch füllt. Aus seinem Lager verkaufte er den Plettenbergern einen Doppelautomaten und jede Menge Kunststoffkugeln. In denen warten sonst runde Kaugummis auf Abnehmer.

Doch bei Familie Reiser sieht der Inhalt anders aus. In mühevoller Kleinarbeit wurden die Kugeln mit Wildblumensamen gefüllt. Die kleinen Kugeln zu 20 Cent mit je zwei Gramm für zwei Quadratmeter und die großen für 50 Cent und fünf Gramm für fünf Quadratmeter.

Saatgut mit Sand mischen

„Einfach ist die Ausbringung, wenn man das Saatgut mit ein wenig Sand mischt“, rät Anne Reiser den Nutzern des knallgelb umlackierten Automaten mit Blümchenmotiven. Damit der Automat am Radweg kurz vor der Dorfhalle Landemert auch sicher steht, betonierte Ehemann Martin Reise zwei Stützpfosten fachgerecht ein. Und auch an die Entsorgung der geleerten Kugeln wurde gedacht. „Die kann man unterhalb des Automaten in eine Sammelbox werfen“, sagt Martin Reiser, der hofft, dass einige Plettenberger den Automaten auf dem viel befahrenen Radweg in Anspruch nehmen.

Und auch wenn die beiden Plettenberger vom Naturschutzbund NABU keine Förderung bekamen, war es ihnen das selbst investierte Geld wert. „Wenn dadurch mehr Wildblumenwiesen in Plettenberg und Umgebung entstehen, haben alle gewonnen“, findet Anne Reiser.

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