Wir haben nachgefragt

Abstand, Maske, Desinfektion: So sehen die Schulen die Rückkehr zum Präsenzunterricht

Stühle- und Tische müssen die Hausmeister der heimischen Schulen rücken, damit zum 31. Mai wieder zum Präsenzunterricht zurückgekehrt werden kann-
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Stühle- und Tische müssen die Hausmeister der heimischen Schulen rücken, damit zum 31. Mai wieder zum Präsenzunterricht zurückgekehrt werden kann.

Da die Sieben-Tage-Inzidenz im Märkischen Kreis konstant unter 100 liegt, können ab dem 31. Mai auch die Plettenberger Schulen wieder in den durchgängigen Präsenzbetrieb zurückkehren. 

Plettenberg - Wir haben an mehreren Plettenberger Schulen nachgefragt, wie sie sich darauf einstellen.

So läuft es an der Hallenschule

„Wir freuen uns, wenn wir die Kinder wieder hier haben“, sagt Nicole Friedrich, Leiterin der Hallenschule, die wie andere Schulleiter noch bis Freitag bangen musste, ob der Inzidenzwert auch wirklich fünf Tage in Folge unter der 100er-Marke bleibt. Dass den Schulen mehr als eine Woche zur Vorbereitung bleibt, begrüßt Friedrich, denn: „Es gibt wieder viel Umplanungsbedarf.“ Das gilt in erster Linie für den Stundenplan. „Den Plan, den wir schon einmal im Februar gefahren sind, würden wir wieder aufleben lassen“, sagt sie. Wichtig dabei sei allerdings, alle zu schützen.

Wenn wieder in voller Klassenstärke unterrichtet wird mit bis zu 31 Kindern, ließen sich Abstände schwer einhalten. Daher gilt im Unterricht weiterhin Maskenpflicht – von Frühstücks- und Trinkpausen abgesehen – sowie im Offenen Ganztag, der ebenfalls bald zum Normalbetrieb zurückkehren soll. „Es bedeutet eine Belastung für die Kinder und Lehrkräfte, durchgängig die Maske zu tragen“, weiß Friedrich. Bei den Planungen mache man sich auch darüber Gedanken, wie der Stundenplan so gefüllt werden kann, dass in den Klassen nicht zu viele verschiedene Lehrkräfte eingesetzt werden.

„Dieses Hin und Her ist für mich und das Kollegium schon eine schwierige Situation“, meint Friedrich zu den häufig wechselnden Regelungen an den Schulen. Eine Änderung gibt es auch bei den Pooltestungen mit den Lolli-Tests. Es würden nicht alle Schüler auf einmal getestet, sondern unterschiedliche Klassenstufen an unterschiedlichen Tagen, erklärt Friedrich.

Die Situation an der Eschenschule

Auch an der Eschenschule hatte man bereits vor dem Sinken des Inzidenzwerts unter 100 einen Stundenplan für den Fall des Wechsels zum durchgängigen Präsenzunterricht erstellt, erklärt Schulleiter Nico Schröder. Was dann für den OGS-Bereich gelte, sei noch unklar, darüber werde man die Eltern aber informieren, sobald es feststehe.

Insgesamt sieht Schröder es ein wenig kritisch, wie schnell die Schulen nun geöffnet werden. „Für meinen Geschmack ist das zu zügig, weil jetzt alles parallel geöffnet wird“, sagt er. Schließlich sind die Schulen eben erst aus dem Distanzunterricht ins Wechselmodell zurückgekehrt, das gerade einmal eine Woche gefahren wurde. „Eigentlich sollten wir mit dem Wechselmodell länger Planungssicherheit haben“, sagt der Schulleiter. Wenn nun wieder regelmäßig alle Kinder in die Schule kämen und in vollen Klassen unterrichtet würden, wo das Einhalten von Abständen schwierig sei, habe er schon etwas Bedenken.

Vorfreude an der Zeppelinschule

„Wir begrüßen das auf jeden Fall“, sagt Sandra Noltsch, Leiterin der Hauptschule, zur weiteren Ausweitung des Präsenzunterrichts ab dem 31. Mai. „Die Zeit im Distanzunterricht war extrem lang und es wird Zeit für die Schüler, dass sie zu uns zurückkommen.“ Den organisatorischen Aufwand an der Zeppelinschule hält die Schulleiterin für überschaubar: „Im Prinzip brauchen wir nichts umzuplanen, weil wir schon einen Stundenplan für das zweite Schulhalbjahr zugrunde liegen haben, den wir mit kleinen Anpassungen reaktivieren können.“

In räumlicher Hinsicht sieht Noltsch ebenfalls keine großen Probleme, wenn nun wieder mehr Schüler in der Schule sind. Schon vor den Weihnachtsferien habe man das gleiche Szenario gehabt und damals habe es gut funktioniert. Man könne zwar nicht immer Abstand halten, aber für Sicherheit sorgten auch die zweimal wöchentlich stattfinden Schnelltests.

Stühlerücken am ASG

„Es wird für alle eine Umstellung, dass wieder so viele Menschen miteinander lernen“, sagt Elisabeth Minner, Leiterin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Sie freut sich mit ihrem Kollegium darauf, wieder mehr Kinder in der Schule zu haben. „Das Distanzlernen kann den Präsenzunterricht nicht ersetzen“, betont sie. Abgesehen vom normalen Unterricht wird ein weiteres Angebot wieder aufgenommen: „Es wird – zunächst in einem geringen Umfang – wieder eine Hausaufgabenbetreuung angeboten“, so Schulleiterin Minner. Arbeitsgemeinschaften werden dagegen weiterhin nicht stattfinden.

Mit mehr Schülern in der Schule müssen auch die Räume wieder so ausgestattet werden, dass dort komplette Klassen unterrichtet werden können. Vor allem auf den Hausmeister kommt also viel Arbeit in Form von Stühle- und Tischerücken zu.
Wenn wieder alle Schüler in der Schule sind, ließen sich Abstände nicht mehr einhalten wie bei kleineren Lerngruppen. Neben den Hygieneregeln wie Maskenpflicht und Desinfizieren der Hände blieben auch die regelmäßigen Testungen zweimal pro Woche bestehen, wobei nun komplette Lerngruppen getestet würden.

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