Nach Start für Präsenzunterricht:

Was die Schuldirektorin und der Bürgermeister zu Gerüchten und Schnelltests sagen

Am Albert-Schweitzer-Gymnasium gilt wieder Präsenzunterricht im Wechsel.
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Am Albert-Schweitzer-Gymnasium gilt wieder Präsenzunterricht im Wechsel. Der Situation begegnet man dort mit großem Respekt.

Seit Wochenbeginn herrscht wieder Leben im Böddinghauser Schulzentrum nach dem Start des erweiterten Präsenzunterrichts. Und das, obwohl der Plettenberger Inzidenzwert mit aktuell 162,5 deutlich über dem kreisweiten und sehr deutlich über dem landesweiten Durchschnittswert liegt

Plettenberg – Entsprechend vorsichtig geht ASG-Schulleiterin Elisabeth Minner mit der Lage um. „Wir begegnen der Situation mit sehr großem Respekt und sehen das hier nicht als harmlos an. Angesichts der Inzidenzzahlen wissen wir nicht, was der nächste Anruf bringt“, sagte Minner. Gerüchte, nach denen sich 80 Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Quarantäne befinden, wies Minner energisch zurück. „Das stimmt definitiv nicht. Wir haben aktuell sechs Schüler in Quarantäne“, so die Direktorin. Es habe vor zweieinhalb Wochen einmal kurzfristig 42 Quarantänefälle in der Q2 (Qualifikationsphase) gegeben. Letztlich seien davon 12 übrig geblieben.

Keine Rücksicht auf Freundesgruppen möglich

Seit Montag werden sämtliche Klassen von der Stufe 5 bis zur EF (Einführungsphase) jeweils in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe hat montags, mittwochs, freitags und danach dienstags und donnerstags Präsenzunterricht, der zweite Teil der Klasse an den jeweils verbliebenen Tagen. Die Aufteilung sei dabei nach Absprache mit den Lehrern erfolgt, wobei man keine Rücksicht auf Freundesgruppen habe nehmen können. Ohnehin sei die Situation unter pandemischen Bedingungen für die Schüler nicht leicht, da dauerhaft eine Maske getragen werden müsse. Nichtsdestotrotz hätten sich viele über den Präsenzunterricht gefreut, so Minner.

Elisabeth Minner geht vorsichtig mit der aktuellen Lage um.

Was die Schnelltests angeht, die von der Landesregierung angekündigt wurden, warte man noch. „Es ist ja geplant, dass es ausreichend Schnelltest für die Schüler geben soll“, sagte Minner. Für die Lehrer habe man glücklicherweise drei Optionen. Die Lehrkräfte könnten sich zweimal wöchentlich beim Hausarzt testen lassen. Weitere Möglichkeiten habe man nun dankenswerterweise durch das benachbarte Testzentrum am Aquamagis und beim DRK.

Lehrer nutzen DRK und Drive-in-Center

Beide Anlaufpunkte seien bereits genutzt worden. Ob das Drive-in-Center auch für die Schüler genutzt werden könne, darüber laufen laut Minner derzeit Gespräche mit der Stadt Plettenberg und dem IFAM, das das Testzentrum am Aquamagis aufgestellt hat. In Geduld üben muss man sich derweil weiter in Bezug auf die technische Ausstattung und die WLan-Versorgung. Dabei rechnet man frühestens bis zu den Sommerferien mit einer deutlichen Verbesserung der Situation.

Das sagt der Bürgermeister

Unterdessen sorgten die Bürgermeister Sebastian Wagemeyer (Lüdenscheid), Michael Brosch (Halver) und Michael Joithe (Iserlohn) mit ihrem Brief von Freitag, 12. März, an NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer für Aufsehen. In diesem Schreiben hatten sie gefordert, die Schulen ab Montag, 15. März, nicht zu öffnen. Ein Vorgehen, das Bürgermeister Ulrich Schulte „etwas irritiert“ habe, wie er auNachfrage der Heimatzeitung erklärte. Denn dieser Vorstoß kam nach Meinung des Plettenberger Stadtoberhauptes zu spät. „Die Nicht-Öffnung der Schulen hätte früher gefordert werden müssen. Denn das ganze Hin und Her ist nicht gut für die Schüler“, erklärte Bürgermeister Ulrich Schulte.

Die Stadt Plettenberg habe sich an diesem Schreiben nicht beteiligt, da von den heimischen Schulleitern nicht erklärt worden sei, dass eine Schließung der Schulen notwendig sei. „Viele Schulleiter sind froh, die Schüler wiedersehen zu können. Und auch für die Kinder und Jugendlichen selbst ist der Besuch der Schule wichtig“, erklärte Bürgermeister Schulte. Darüber hinaus habe es keine Absprache in dieser Hinsicht bei der letzten Bürgermeister-Konferenz gegeben. Sollte es zu einem gemeinsamen Vorgehen aller Kommunen des Märkischen Kreises in dieser Sache kommen, würde sich Plettenberg daran beteiligen. Druck auf Landrat Marco Voge und/oder das Land NRW auszuüben, die Schulen wieder zu schließen, sieht das Plettenberger Stadtoberhaupt als „nicht hilfreich“ an.

Das sagt der Kreis

Das sagt der Kreis Auch der Märkische Kreis wird zunächst keinen weiteren Anlauf zur Schließung der Schulen unternehmen – trotz der Inzidenzrate, die im Märkischen Kreis am Mittwoch auf 158,5 gestiegen ist. Dies bestätigte Hendrik Klein, Pressesprecher des Kreises, auf Nachfrage. NRWGesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte am Mittwoch nicht ausdrücklich ausgeschlossen, dass mit Zustimmung des Landes bei entsprechend hohen Inzidenzwerten Schulen geschlossen werden könnten. 

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