Verzögerung nach Asbestfund

Was die neue Brücke über die Bahnstrecke möglich macht

Der Rückbau der Fußgängerbrücke in Ohle musste nach Asbest- und Schwermetallfunden verschoben werden.
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Der Rückbau der Fußgängerbrücke in Ohle musste nach Asbest- und Schwermetallfunden verschoben werden.

Plettenberg – Am letzten Wochenende sollte ein Schwerlastkran die marode Fußgängerbrücke neben dem Ohler Aldi-Markt aus den Angeln heben und damit den Startschuss setzen für den Neubau einer Straßenbrücke in Richtung Ölmühle.

Doch nachdem bei den Voruntersuchungen der Abbruchfirma Schwermetalle und Asbesthaltige Materialien gefunden wurden, musste der Rückbau ausgesetzt und verschoben werden. Dass dort überhaupt noch einmal etwas passiert und die schrankenlose Überquerung der Ruhr-Sieg-Strecke wirklich kommt, hatten viele Plettenberger nach den jahrzehntelangen Verzögerungen schon nicht mehr geglaubt, doch jetzt scheint das Thema aus dem Dornröschenschlaf erwacht.

Und wäre da nicht der Asbest-Zwischenfall gewesen, der wie bei der VierTäler-Schule alles deutlich komplizierter macht, wäre es in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten Schlag auf Schlag gegangen. Doch auch weiterhin steht das Ziel, bis Ende des Jahres neben dem Aldi-Markt eine neue Straßenbrücke über die Bahnlinie fertigzustellen. Am Bahnübergang Nordstraße, der dann überflüssig wird, soll ebenfalls bis Jahresende eine neue Fußgängerbrücke für eine fußläufige Anbindung der Stübel-Anwohner ins Ohler Dorf, zur Kirche, zur Grundschule und zum Bäcker nutzbar sein.

Sperrzeit der Bahnstrecke für Abriss und Neubau nutzen

Die Auftragsvergabe für den Brückenneunbau soll nach den Angaben von Bauamtsleiter Sebastian Jülich in den nächsten Tagen erfolgen. Dazu wird von der B236 zunächst eine Rampe in Richtung Bahngleise angelegt. Ende Juli soll mit dem Bau der stählernen Fußgängerbrücke an der Nordstraße begonnen werden. Dazu muss die Oberleitungshöhe verändert werden. Ausschlaggebender Punkt für die gesamte Planung waren die sogenannten Sperrzeiten der Bahnstrecke, die mit zweijährigen Vorlauf bei der DB Netz AG angemeldet werden mussten. Nun soll die zweite Sperrzeit, die eigentlich für die Installation der neuen Brückenteile gedacht war, genutzt werden, um dann auch die direkt daneben befindliche Fußgängerbrücke zu entfernen – diesmal unter Berücksichtigung der Asbest- und Schwermetallbelastungen. Zugleich werden dann neue massive Stahlpfeiler für die Straßenbrücke per Schwerlastkran montiert.

Das durch die neue Brücke erschlossene Baugebiet „Ölmühle“ im nächsten Jahr zu Quadratmeterpreisen „unter 100 Euro“ von der Stadt Plettenberg vermarktet werden

Die neue Brücke führt parallel zum Aldi-Parkplatz und der noch vorhandenen Fußgängerbrücke über die Ruhr-Sieg-Strecke und die Straße Am Friedhahn in Richtung der Bebauung Am Hasentanz und Schattweg. Dort wird sie an beide Anliegerstraßen sowie an die Zufahrt Ölmühle angebunden. Zugleich soll damit ein Neubaugebiet mit rund 25 freien Baugrundstücken erschlossen werden, das im nächsten Jahr von der Stadt vermarktet werden soll. Zu genauen Preisen wollte Bürgermeister Ulrich Schulte noch nichts sagen, verriet aber so viel: „Mit Grundstückspreisen über 100 Euro haben wir schlechte Erfahrungen gemacht.“ Gemeint war damit das Baugebiet Brachtweg, das mit Preisen von 130 Euro erfolglos startete, ehe der Preis dann auf knapp 96 Euro gesenkt wurde. Mit Erfolg – denn dort gibt es nun nur noch vier Baugrundstücke und es wird fleißig gebaut.

Neue Perspektive für Pfeiffer-Hallen

Ein verstärktes Interesse erhofft sich die Stadt Plettenberg nach der Fertigstellung der neuen Straßenbrücke auch für die sogenannten Pfeiffer-Hallen mitsamt Bürogebäude, die die Stadt in der Flüchtlingskrise für einen siebenstelligen Betrag erwarb und umbauen ließ. Heute ist in dem Bürogebäude laut Bürgermeister Schulte noch eine Familie untergebracht. Der große Hallenkomplex wird vom Baubetriebshof und der Stadtgärtnerei genutzt. „Wir konnten damit am Bauhof in der CoronaPandemie alles gut entzerren und sind gerade froh darüber, diese Ausweichmöglichkeit zu haben“, sagt Schulte. Zwischenzeitlich wurden in dem Komplex auch die Mitarbeiter untergebracht, die die Glasfaserleitungen in Plettenberg verlegten. Mit der Fertigstellung der geplanten Brücke werde der Standort laut Schulte in Zukunft wesentlich besser an die B236 angebunden. Nach der Brückenfertigstellung werde man daher auch einen Anlauf starten, das städtische Objekt an einen interessierten Gewerbebetrieb zu verkaufen.

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