Ulrich Schulte zu den neuen Corona-Vorgaben und dem Böllerverbot

„Wir machen uns Gedanken über zentrale Silvester-Orte“

Bürgermeister Ulrich Schulte möchte sich Gedanken machen, an welchen zentralen Orten ein Böllerverbot möglicherweise ausgesprochen wird.
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Bürgermeister Ulrich Schulte möchte sich Gedanken machen, an welchen zentralen Orten ein Böllerverbot möglicherweise ausgesprochen wird.

Die Verlängerung der Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, die am Mittwoch in der Bund-Länder-Konferenz beschlossen, sieht Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte überwiegend positiv, wenn auch einige Dinge schwer umsetzbar seien. 

Plettenberg - Die Entscheidung, das Abfeuern von Silvesterfeuerwerk an belebten Plätzen und Straßen zu verbieten, sei nicht leicht umzusetzen. „Wir warten jetzt erst einmal ab, welcher Gesetzestext dazu verfasst wird und ob wir es selbst festlegen müssen“, erklärte der Bürgermeister am Mittwochabend. Es werde im Innenstadtbereich zwar schon geballert, „aber wir müssen uns dann auch Gedanken machen, wo die zentralen Orte an Silvester bei uns überhaupt sind“, sagte Schulte.

Dass der Lockdown verlängert wird, davon war Schulte bereits im Vorfeld ausgegangen. Die Begrenzung der Kundenanzahl im Einzelhandel sei ähnlich wie im Frühjahr und werde die Betreiber vor einige Herausforderungen stellen. Auch im Modepark Röther werde man dies umsetzen müssen.

Dass bei den Kontaktbeschränkungen das Weihnachtsfest eine Sonderrolle spielt, findet Schulte wichtig. „Weihnachten ist das Fest der Familie. Da kann man nicht Pinne ziehen, wer kommen darf und wer nicht“, findet der Bürgermeister und Familienvater. Ungeachtet dessen zeige die aktuelle Situation in der Plettenberger Partnerstadt Schleusingen, wie wichtig die Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen ist.

„Man merkt, ob jemand mit- oder querdenkt und eine Maske trägt oder nicht“, sagte Schulte im Sozial- und Gesundheitsausschuss am Dienstag. Dabei bezog sich das Stadtoberhaupt auf die aktuellen Coronazahlen in der thüringischen Partnerstadt Schleusingen: Am Dienstag herrschte im Landkreis Hildburghausen, in dem Schleusingen liegt, der höchste Inzidenzwert in Deutschland: 483 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen; am Mittwoch stieg der Wert sogar auf 526,9.

Nach Aussagen des dortigen Landrats sei die sehr hohe Zahl nicht auf Hotspots zurückzuführen; sie liege eher in der Unvorsichtigkeit der Menschen begründet. Glücklich könne man sich laut Schulte in Plettenberg schätzen, dass bisher – trotz Corona-Fällen in einzelnen Einrichtungen – noch keine Schule, Kita oder Pflegeeinrichtung habe schließen müssen. Dies sei in Schleusingen am gestrigen Mittwoch passiert. 

Das sagt die Leiterin der Zeppelinschule zu den Beschlüssen

Ein Thema der Bund-Länder-Konferenz war auch der Präsenz- und Distanzunterricht. Dies hatten die Kultusminister der Länder bereits zuvor abgelehnt. Jetzt gilt er nur bei Inzidenzzahlen über 200 und ab der achten Klasse. Für die heimische Zeppelinschule wäre eine Umsetzung schwierig – auch, weil die Schule noch nicht ausreichend gut digital ausgestattet sei. Dies erklärte Sandra Noltsch, Leiterin der Zeppelinschule, auf Anfrage unserer Zeitung.

„Für unsere Situation ist eine Entzerrung des Unterrichts nicht zwingend notwendig“, erklärt Noltsch. Die Zeppelinschule sei „digital noch nicht so gut aufgestellt, als dass wir einen möglichen Distanzunterricht engmaschig digital gut begleiten könnten.“ Außerdem seien die Schüler froh über jeden Tag, an dem sie in die Schule gehen könnten, ihre Freunde dort treffen und auch in persönlichen Konfliktlagen einen direkten Ansprechpartner hätten.

„Weitgehend reibungslos“ würde dagegen die Einhaltung der Hygienevorgaben an der Zeppelinschule funktionieren. „Natürlich mussten Anpassungen im Schulablauf getätigt werden“, erklärt Noltsch. Mittlerweile habe sich aber alles gut eingespielt und die Schüler würden sich an die Maskenpflicht halten. „Lediglich der korrekte Sitz der Maske muss häufiger überprüft werden“, so die Schulleiterin abschließend.   

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