Sie wollten nur eine Plakette...

Warum sich zwei Autofahrer für ihre Fahrt zum Tüv Ärger einhandelten

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Plettenberg - Zwei Verkehrsteilnehmer hatten in dieser Woche das selbe Ansinnen: sich eine Tüv-Plakette in Plettenberg-Teindeln zu besorgen. Jedoch gingen sie unterschiedlich und nicht ganz legal an den Sachverhalt heran.

Wer ein Auto auf öffentlichen Straßen fahren möchte, der braucht an seinem Fahrzeug eine Tüv-Plakette – soweit dürfte das jedem Verkehrsteilnehmer klar sein. Wie man an dieses Siegel kommt, wenn das Auto noch nicht angemeldet ist, dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die Tüv-Mitarbeiter in Teindeln wurde diese Woche Zeuge von zwei Wegen, die eher nicht zu empfehlen sind...

Bei Kandidat Nummer 1 sah auf den ersten Blick alles richtig aus. Er hatte sich einen Anhänger besorgt, seinen unangemeldeten 5er BMW darauf befestigt und fuhr mit dem Wagen im Schlepptau auf dem Tüv-Gelände in Teindeln vor. Kandidat Nummer 2 hatte sich diese Mühe erst gar nicht gemacht. Er kam einfach in seinem VW Lupo ohne Kennzeichen und ohne Versicherung zum Tüv.

Na gut, irgendwie sei ihm die Fahrt eh nicht so geheuer gewesen, hab der Lupo-Fahrer später zu Protokoll. Währenddessen habe sich Kandidat Nummer 1 mit dem BMW auf dem Anhänger gefreut, weil er vorschriftsmäßig gehandelt hatte. Aber das entsprach bei der Überprüfung durch die Polizei nicht ganz der Wahrheit.

Denn die Anhängerlast war um 17 Prozent überschritten und der BMW war unzureichend auf dem Anhänger gesichert. Das hatte eine Anzeige zur Folge; dem Fahrer droht also ein Bußgeld von rund 100 Euro. Noch schwerer trifft es den Lupo-Fahrer, denn das Fahren ohne Pflichtversicherung ist keine Kavaliersdelikt. Ihm droht eine Geldstrafe oder im schlechtesten Fall sogar eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.

So geht's richtig:

Der §10 Abs. 4 FZV regelt, welche Vorgaben bestehen, die für Fahrten mit nicht zugelassenen Kraftfahrzeugen im öffentlichen Verkehrsraum möglich sind:

Es muss eine Versicherungsbestätigung vorhanden sein. Auf dieser muss vermerkt sein, dass auch Fahrten gem. § 10 FZV abgedeckt sind. Ohne diesen gesonderten Vermerk ist keine Fahrt möglich

Bei der Zulassungsbehörde muss ein Kennzeichen vorab zugeteilt werden. Erst damit ist das Zulassungsverfahren eingeleitet und es dürfen Fahrten ausgeführt werden. Dieses Kennzeichen muss geprägt werden und muss an das Fahrzeug angebracht werden (ja, ungestempelt ist dann möglich)

Das evtl. alte und entwertete Kennzeichen darf nicht benutzt werden, da dieses durch die Zulassungsstelle zwischenzeitlich wieder vergeben sein kann.

Sind o.g. Vorgaben erfüllt, dürfen alle Fahrten, die im Zusammenhang mit der Zulassung stehen (auf direktem Wege zur Werkstatt; aber keine Ersatzteilbeschaffung in München o.ä. / Hauptuntersuchung / Zulassungsstelle) unternommen werden.

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