Klimaschutzkonzept verabschiedet

Warum sich bei der Windkraft nichts dreht

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Nur in Dingeringhausen gibt es zurzeit auf Plettenberger Stadtgebiet Vorrangzonen für Windkraftanlagen. Doch dort dürfen die alten Anlagen wegen der Abstandvorgaben zur Wohnbebauung nicht einfach durch neue Anlagen ersetzt werden.

Plettenberg – Der Planungs- und Umweltausschuss gab in der Sitzung am Montag grünes Licht für das Integrierte Klimaschutzkonzept, dessen endgültige Verabschiedung in der nächsten Ratssitzung nur noch Formsache sein dürfte.

Vorausgegangen war der im Dezember gegen die Stimmen der Grünen gefasste Beschluss, dass sich die Stadt Plettenberg einen Klimaschutzmanager mit einer anderen Kommune teilt und auch die Kosten für einen Energieberater der Verbraucherzentrale aufteilen will.

In der Ausschusssitzung am Montag stellte Diplom-Ingenieurin Kim Wrede von der Gertec Ingenieurgesellschaft die Grundzüge des Konzeptes per Videoübertragung im Ratssaal vor. So habe die Stadt von 1990 bis 2012 immerhin 4,5 Prozent an CO2 einsparen können. Wenn nun alle für die Stadt Plettenberg empfohlenen Maßnahmen umgesetzt würden könne man bis zum Jahr 2030 rund 7500 Tonnen CO2 einsparen, was den Ausstoß im Vergleich zu 1999 um 77 Prozent verringern würde.

Klimaprojekt ist Heizungsanlage im ASG

Was den gesamten Energieverbrauch angeht, habe die Industrie im Jahr 2017 mit 62 Prozent dazu beigetragen. 20 Prozent Energie verbrauchten die Haushalte und zwölf Prozent der Verkehr. Auf kommunale Gebäude entfiel dabei nur ein Prozent der Gesamtenergiemenge. Dennoch will die Stadt Plettenberg ihren Teil zum Klimaschutz beitragen, zumal ein herausragendes Klimaschutzprojekt gefördert werde. Ins Auge gefasst hat man dazu die Heizungsanlage des Albert-Schweitzer-Gymnasiums.

„Bei anderen Projekten müssen wir Verständnis wecken“, sagte Bürgermeister Ulrich Schulte, der sich vorstellen kann, auch die zukünftigen Bebauungspläne mit Blick auf den Klimaschutz aufzustellen. So könne man darin beispielsweise die Anlage von Steingärten verbieten oder in Neubaugebieten die Installation von PV- oder Solaranlagen vorgeben. „Wir müssen alle Felder bespielen“, sagte Schulte im Nachgang zur Sitzung. Teilen könne man sich den Klimaschutzmanager beispielsweise mit Neuenrade, Herscheid und Meinerzhagen.

Flaute beim Thema Windkraft

Was das Thema Windkraft angeht, das laut Klimaschutzkonzept eine wichtige Rolle spielt und das auch Grünen-Fraktionschefin Carina Hennecke in der Ausschusssitzung ansprach, herrscht bildlich gesprochen eine Flaute in Plettenberg. Henneckes Vorschlag, die nun vielerorts kahlen Flächen in den Wäldern für Windkraftprojekte zu nutzten und dieses als Bürgerwindprojekte zur Akzeptanzsteigerung zu realisieren, dürfte an den passenden Vorrangzonen scheitern. Der Ausschussvorsitzende Klaus Ising (CDU) brachte die bisherigen Bemühungen auf den Punkt. „Wir haben jetzt vier bis fünf Jahre am Thema Windkraft im Bereich Hohe Molmert gearbeitet und es gibt bestimmt ein halbes Dutzend Ordner dazu“, so Ising. In der Vergangenheit habe sich gesetzesmäßig aber immer wieder etwas geändert. Erst jetzt scheine Klarheit zu herrschen.

Viel Energie für Molmert-Projekt verbraucht

„Wir müssten einen entsprechenden Antrag für eine neue Windkraftanlage derzeit ablehnen“, sagte Ulrich Schulte auf Anfrage unserer Zeitung. Momentan verfüge die Stadt nur über zwei Vorrangzonen in Dingeringhausen. Wenn die Anlagen dort ausliefen, könne wegen den heutigen Abstandsvorgaben kein riesiges neues Windrad an gleicher Stelle errichtet werden. Man könne zwar weitere Flächen ausweisen, doch ob man noch einmal so viel Zeit und Energie wie beim auf Eis liegenden Windpark Hohe Molmert investieren könne und wolle, sei fraglich,

Angedockt an das Klimaschutzkonzept soll es in Plettenberg auch eine Energieberatung vor Ort geben. Heike Hirschmann von der Verbraucherzentrale NRW stellte im Ausschuss das Projekt vor, auch wenn es bei der Videoschalte einige technische Probleme gab. Die Energieberatung richte sich an die Endverbraucher, die für einen Eigenanteil von 30 Euro eine Beratung vor Ort in Anspruch nehmen könnten. Die Personalkosten teilen sich dabei die Kommune und das Land NRW. Die Stadt würde sich die Energieberatung 20 000 Euro jährlich kosten lassen.

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