Das wurde richtig teuer

Warum sich ein Autofahrer seinen letzten Schluck Bier besser gespart hätte...

Plettenberg - Er hatte offenbar zu tief ins Glas geschaut und sich dann ans Steuer seines Wagens gesetzt: Die Rede ist von einem 24-jährigen Plettenberger, der erwischt worden ist und für dessen saftige Strafe am Ende 0,04 Promille ausschlaggebend waren.

Wahrscheinlich hätte es gereicht, ein Bier weniger zu trinken. Vielleicht aber wäre es sogar ausreichend gewesen, auf den letzten Schluck zu verzichten. So aber hatte ein 24-jähriger Plettenberger 1,13 Promille im Blut, als die Polizei ihn am Steuer seines Fahrzeuges erwischt hat und jetzt ordentlich büßen muss.

1,13 Promille – das ist insofern ein unglücklicher Wert aus der Sicht des Autofahrers, weil er mit 0,04 Promille weniger die Aussicht gehabt hätte, seinen Führerschein nicht zu verlieren. Die Rechtsprechung sagt nämlich folgendes: Wer mit über 1,09 Promille am Steuer unterwegs ist, bewegt sich im Bereich der absoluten Fahruntüchtigkeit – eine Straftat nach Paragraph 316 Strafgesetzbuch, die mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe geahndet wird.

Was aber für viele noch viel schmerzlicher ist: Der Führerschein wird eingezogen und das Gericht – in diesem Fall war es am Dienstag das Amtsgericht Plettenberg – legt eine Sperrfrist fest, in der der Angeklagte seinen Führerschein nicht neu beantragen kann. Diese Frist beträgt je nach Urteil zwischen 6 Monaten und 5 Jahren; der Plettenberger Promille-Fahrer ist mit 10 Monaten Sperrfrist und einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen á 30 Euro noch relativ gut davongekommen.

Er wäre aber wahrscheinlich noch besser davongekommen, wenn sein Promillewert einen Hauch niedriger gewesen wäre. Denn wer mit einem Wert zwischen 0,5 und 1,1 Promille von der Polizei angehalten wird, aber immer noch klar ansprechbar ist, keine Ausfallerscheinungen zeigt und keinen Unfall verursacht hat, begeht „nur“ eine Ordnungswidrigkeit. Als Ersttäter ist man mit 500 Euro, 2 Punkten und einem Monat Fahrverbot dabei.

Und Ausfallerscheinungen wie Schlangenlinien hatte der 24-Jährige nicht gezeigt. Er hatte die Polizei, die gerade eine Kontrolle beenden wollte, an jenem für ihn verhängnisvollen Februartag unabsichtlich auf sich aufmerksam gemacht, indem er den Motor aufheulen ließ. Als er dann das Polizeiauto sah, fuhr er auffällig langsam und bog auf einen Parkplatz ein. Er hoffte wohl, so nicht mit seiner Alkoholfahne erwischt zu werden. Doch dann nahm – zumindest aus seiner Sicht - das Unheil seinen Lauf...

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