Gewitter und Unwetter

Warum Plettenberg oft verschont bleibt

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Im vergangenen Jahr gab es mehrere schwere Unwetter, die auch vor Plettenberg nicht Halt gemacht haben und wie hier in Böddinghausen einige Straßen unter Wasser gesetzt haben.

Plettenberg – Der Sommer ist die Jahreszeit, in der es am häufigsten blitzt und donnert. Erst in den vergangenen Wochen zogen mehrere Tiefs durchs Land, die starke Unwetter und Gewitter mit im Gepäck hatten. Rolf Wilmink, Geschäftsführer des MK Wirtschaftsdienstes, beschäftigt sich täglich mit Wetterfragen. Er und Henning Fausak von der Plettenberger Feuerwache beantworten im Interview die wichtigsten Fragen zum Thema.

Herr Wilmink, Sie werden häufig als „Wetterfrosch“ der Vier-Täler-Stadt bezeichnet. Wie kam es dazu?

Wilmink: Beruflich haben wir vom MK Wirtschaftsdienst einige Wetterstationen an verschiedenen Objekten (Firmen, öffentliche Gebäude), die wir betreuen. Damals haben wir die Homepage www.wetter-plettenberg.de gegründet, damit sich die Mitarbeiter wie beispielsweise die Pförtner informieren können, wie das Wetter wird, um Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, wie im Sommer Fenster zu schließen, wenn Regen angekündigt wird oder im Winter die Heizungen aufzudrehen. Mittlerweile müsste die Seite aber mal überholt werden. Wir greifen aktuell meist auf andere Wetterseiten im Netz für genaue Wettervorhersagen zurück. 

Wie kommt es, dass Plettenberg häufig von heftigen Unwettern und Stürmen verschont bleibt? 

Wilmink: Gerade bei den letzten Unwettern konnte man auf den Online-Wetter-Radaren beobachten, dass die starken Niederschläge vor den hohen Bergen, von denen Plettenberg umgeben ist, Halt gemacht haben. Meistens regnen sich die Wolken dann schon in den umliegenden Städten aus und kommen dann gar nicht erst über die Berge. Ähnlich verhält es sich bei heftigen Stürmen. Das Tal bleibt meistens verschont – zum Glück.

Herr Fausak, die Feuerwehr ist gefragt, wenn es dann trotzdem einmal kracht. Wie bereiten sich die Wehrleute vor? 

Fausak: Eine Unwetterwarnung, die akut für Plettenberg eingeht, erreicht uns durch ein Fax von der Kreisleitstelle in Lüdenscheid. Die werden vom Deutschen Wetterdienst informiert. Wir auf der Wache informieren dann den Stadtbrandinspektor Markus Bauckhage, der dann eine Kopfstelle einrichtet.

Was ist eine Kopfstelle und was sind ihre Aufgaben?

Fausak: Die Kopfstelle besteht aus mehreren ehrenamtlichen Feuerwehrleuten, die speziell ausgebildet wurden. Die treffen dann gemeinsam mit dem Stadtbrandinspektor die entsprechenden Entscheidungen, ob und welche Gerätehäuser für den Notfall besetzt werden und welche Fahrzeuge schließlich wohin fahren. Wenn wirklich etwas Großes auf Plettenberg „zurollt“, werden vorsorglich alle Gerätehäuser im Stadtgebiet besetzt, sodass möglichst schnell ausgerückt werden kann. 

Diese Woche gab es bereits Warnungen vor Gewitter und Unwetter im Stadtgebiet. Wie verhalte ich mich als Einzelperson am besten bei Gewitter, wenn ich unterwegs bin?

Fausak: Am besten bleibt man im Fahrzeug, sollte man mit dem Auto unterwegs sein. Das Auto ist ein sicherer Platz. In der Natur sollte man sich so klein wie möglich machen, da sich Blitze immer hohe Punkte suchen. Auf keinen Fall Schutz unter Bäumen suchen. Bäume sind ideale Angriffsflächen für Blitze und deshalb natürlich sehr gefährlich.

Info-Telegramm:

Matthias Habel, Meteorologe von „WetterOnline“ erklärt: „Grundsätzlich ist die Wetterlage gut im Voraus erkennbar. Das heißt, wir können angeben, dass Gewitter in einer bestimmten Region sehr wahrscheinlich sind. Welcher Ort aber vom Gewitter getroffen wird, ist nicht vorhersagbar. Dies ändert sich erst dann, wenn ein Gewitter entstanden und auf dem Wetter-Radar erkennbar ist. Dann lässt sich abschätzen, welche Orte und Städte in den nächsten Minuten und Stunden getroffen werden können. Klar aber ist, bei Gewitter werden niemals alle Orte in einer Region davon getroffen. Diejenigen, die kein Gewitter erlebt haben, denken dann, die Prognose sei falsch - dabei hat es vielleicht schon wenige Kilometer weiter ein heftiges Unwetter gegeben.“

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