Kommentar

Warum es nach der Bürgermeisterwahl in Plettenberg nur Gewinner gibt

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Plettenberg - Natürlich hatte Patrick Hansmann bis zuletzt auf eine Überraschung gehofft. Aber am Ende musste der CDU-Herausforderer für die Bürgermeister-Kandidatur fair seinem Mitbewerber und bisherigem Amtsinhaber Ulrich Schulte gratulieren. Trotzdem können sich beide als Sieger fühlen. Ein Kommentar.

Allzu frustriert muss und wird Hansmann nicht sein. Mit einem Stimmenanteil von am Ende 44 Prozent hat der klare Außenseiter seinem Konkurrenten Ulrich Schulte das Leben deutlich schwerer gemacht, als es im Vorfeld viele erwartet hatten.

44 Prozent! Das sind sogardrei Prozentpunkte mehr als CDU-Hoffnungsträger Adrian Viteritti, der vor fünf Jahren gegen Ulrich Schulte als Bürgermeisterkandidat ins Rennen gegangen ist. Alle Achtung!

Amtsinhaber Ulrich Schulte hingegen wird ein zentnerschwerer Stein vom Herzen gefallen sein. Er weiß, dass er in den letzten fünf Jahren in seiner Rolle als Stadtoberhaupt nicht immer glänzen konnte. Die Eskapaden mit der Feuerwehr oder der Streit mit dem P-Weg-Team, der fast zu einer Absage des Marathon-Wochenendes geführt hat, haben ihm geschadet.

Doch Schulte ist einer, der immer wieder aufsteht; einer, der Fehler eingestehen kann und die Größe hat, sich dafür zu entschuldigen. Die Wähler haben das honoriert. Schulte wird es ihnen danken und mit Sicherheit dafür sorgen, dass die Kommunikation zwischen Rathaus, Vereinsvertretern und Bürgern künftig noch besser läuft, um Fehler wie aus der Vergangenheit in Zukunft zu vermeiden. 

Und so darf man am Ende der Bürgermeisterwahl anno 2020 festhalten, dass sowohl Herausforderer Hansmann als auch Amtsinhaber Schulte als Sieger hervorgehen. Hansmann, 39-jährig, ist noch jung, wird seine Chance auf den Bürgermeister-Posten womöglich noch mal bekommen.

Die Frage ist, wie die CDU Plettenberg in die Zukunft geht. Jetzt, wo die Union die Ratsmehrheit gewonnen hat, eröffnen sich der Fraktionsspitze ganz neue politische Gestaltungsmöglichkeiten. Davon könnte in fünf Jahren auch ein CDU-Bürgermeisterkandidat profitieren – egal, ob dieser dann erneut Patrick Hansmann oder vielleicht doch wieder Adrian Viteritti heißt.

Bis dahin richten sich nun wieder alle Augen auf Bürgermeister Ulrich Schulte, für den die Aufgabe nicht einfacher wird. Die Folgen der Corona-Pandemie lassen in Zukunft wenig Handlungsspielraum zu. Schulte muss wieder einmal zum Krisenmanager werden – aber mit dieser Rolle scheint er ja umgehen zu können...

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