Coronavirus im MK

Sonnenstudio-Betreiber im Lockdown: Warum die künstliche Sonne nicht scheinen darf

Betreiber Emre Kilinc mit Desinfektionsmittel in einer der gerade sanierten Kabinen des Sonnenstudios Wellsun.
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Betreiber Emre Kilinc mit Desinfektionsmittel in einer der gerade sanierten Kabinen des Sonnenstudios Wellsun.

Der Hitzesommer 2020 liegt lange zurück, der Reiseverkehr ist in der Corona-Pandemie fast zum Erliegen gekommen und draußen herrscht nasskaltes Schmuddelwetter. „Das wäre augenblicklich unsere beste Geschäftszeit“, sagt Emre Kilinc, Betreiber des Sonnenstudios Wellsun.

Plettenberg – „Das wäre augenblicklich unsere beste Geschäftszeit“, sagt Emre Kilinc, Betreiber des Plettenberger Sonnenstudios Wellsun am Umlauf, bei dem man seit dem erneuten Lockdown im Dezember vor verriegelten Türen steht. „Unsere Mitarbeiter sind in Kurzarbeit“, sagt Kilinc zu dem seit sechs Wochen komplett geschlossenen Sonnenstudio, das sich in den Räumen der einstigen Stadtbücherei befindet.

Studio modernisiert

„Die Stadt Plettenberg ist unser Vermieter“, sagt Kilinc, dessen Familie das Studio seit nunmehr 16 Jahren betreibt und die den Lockdown aktuell nutzt, um sich für die Zeit danach zu rüsten.„Wir haben rund 4 000 Euro in einen neuen Anstrich, eine neue Ambiente-Beleuchtung und andere Dinge investiert“, sagt Kilinc. Ein umfassendes und mit dem städtischen Ordnungsamt abgestimmtes Hygienekonzept habe man schon vor dem Lockdown gehabt und dieses noch einmal nachgebessert. So wurden ältere Handtücher entsorgt und auch die Türgriffe wurden und werden stets desinfiziert. Ein Ampelsystem zeige den Kunden, ob eine der zehn verfügbaren Kabinen entsprechend vorbereitet ist.

„Ich habe Verständnis für die getroffenen Maßnahmen, denn wir wollen so schnell wie möglich die Pandemie hinter uns lassen“, sagt Kilinc, auch wenn er bedingt durch die Schließung schon vier 450-Euro-Kräfte freistellen musste. Die drei verbliebenen Mitarbeiterinnen befinden sich in Kurzarbeit. „Ich hoffe, dass wir die übrigen wieder an Bord nehmen können, wenn es die Situation wieder zulässt“, sagt der Plettenberger, der noch auf die sogenannte Dezemberhilfe wartet und nicht nachvollziehen kann, warum nicht in allen Bundesländern einheitlich ein Verbot für Sonnenstudios gilt.

Haut langsam an Lichtbestrahlung gewöhnen

Wenn er wieder öffnen dürfe, können sich die Kunden laut Kilinc in sechs von zehn Kabinen auf Sonnenbänke mit Collagen-Röhren freuen. „Die Collagen-Bänke dienen dem Aufbau und der Pflege der Haut“, sagt Kilinc, der die Kunden mit seinem geschulten Team je nach Hauttyp berät. „Die Zeiten, in denen jemand Münzen eingeworfen hat und eine halbe Stunde unter der Röhre lag, sind vorbei“, sagt der Wellsun-Betreiber, der darauf achtet, dass man die Haut langsam an die Lichtbestrahlung gewöhnt, um Hautrötungen zu vermeiden. Sein Studio gehöre dem Bundesfachverband für Besonnung an, sei zertifiziert und achte auf eine umfassende Beratung.

Bis die Sonnenbänke am Umlauf wieder in Betrieb gehen, muss sich der Plettenberger, der zuvor als Maschinenbauingenieur in der Automobilbranche tätig war, noch in Geduld üben. „Das ist keine leichte Situation, aber wir kämpfen“, zeigt sich Kilinc optimistisch.

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