Nach neuer Parkregelung im Parkhaus Brachtstraße

Warum die Dauerparker in der Plettenberger Innenstadt hoffen können

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Das Parkhaus des Modepark Röther bietet zumindest auf dem oberen Parkdeck durchaus Kapazitäten, wie unser Luftbild von letztem Samstagnachmittag zeigt. Auch vor diesem Hintergrund kam einem Leser die Idee, dass die Stellplätze doch an Dauerparker vermietet werden könnten.

Plettenberg - Die CDU ärgert sich über die neue nächtliche Halteverbots-Regelung im Parkhaus an der Brachtstraße. „Wo sollen die Anwohner parken?“, fragt Unionsvorsitzender Adrian Viteritti. Für eine Lösung könnte nun ganz unverhofft der Modepark Röther mit Parkplatz-Vermietungen sorgen.

Parkplätze für Anwohner und Geschäftskunden bleiben in Plettenberg ein Thema. Das belegt die Diskussion im Rat über das Parkhaus Brachtstraße und ein Angebot des Modepark Röther, das sich daraus auf Anfrage ergeben hat. Der Überblick.

Wie der Modepark Röther helfen könnte

Es war die Idee eines Lesers, dass der Modepark doch vereinzelte Parkplätze seines Parkhauses an Privatleute vermieten könnte. Diesen Vorschlag reichte das ST den Verantwortlichen des Modeparks weiter – und stieß auf offene Ohren.

„Bis jetzt gibt es noch keine Vermietungen. Wenn wir aber vermehrt Anfragen bekommen, würden wir durchaus darüber nachdenken“, sagte eine zuständige Mitarbeiterin, die sich um die Gebäude der Modepark-Filialen kümmert. Interessierte können sich mit einer Anfrage per E-Mail an den Modepark wenden, Adresse: zentrale@modepark.de . In welchem Bereich des Parkhauses Stellplätze vermietet werden und zu welchen Preis – das ist noch offen.

Die Kritik am Parkhaus Brachtstraße

Die CDU hatte in Person von Adrian Viteritti vor anderthalb Wochen im Rat das neu eingeführte Parkverbot im Parkhaus Brachtstraße kritisiert. Weil Dauerparker die Plätze in den überdachten Bereichen blockierten und so unter anderem keine ordnungsgemäße Reinigung möglich sei, dürfen dort zwischen 5.30 und 6.30 Uhr keine Autos mehr abgestellt werden. Das wurde per Pressemitteilung veröffentlicht und durch ein Parkverbotsschild in Kraft gesetzt.

So argumentierte die Stadtverwaltung

Viteritti betont in seiner Anfrage, dass für Anwohner kaum noch eine Möglichkeit bestehe, „ihren Wagen nach Feierabend bis zum nächsten Morgen abzustellen“. „Gerade um den Wegfall der Parkplätze im direkten Innenstadtbereich abzumildern, wurde das Parkhaus errichtet“, meint Viteritti.

Thorsten Spiegel, Leiter des Ordnungsamtes, begründete im Rat die neue Parkregelung mit den folgenden Argumenten:

Aus der Politik sei seinerzeit mehrfach der „berechtigte Hinweis“ gekommen, dass gerade die Rathausmitarbeiter und sonstige Tagesbedienstete verstärkt das neue Parkhaus nutzen sollten, um Parkplätze für Besucher des Rathauses oder des Wochenmarktes freizuhalten.

Es sei nicht Aufgabe der Kommune, kostenlose Dauer-Anwohner-Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Das würde zu „ungerechtfertigter, verdrängender Konkurrenz“ zu anderen Anbietern führen, die Garagen und Stelleplätze für circa 50 Euro im Monat vermieten. Stattdessen seien die Hauseigentümer in der Pflicht, genügend Parkplätze auf dem Grundstück nachzuweisen oder anderswo abzulösen.

Wer in die Innenstadt zieht, tue dies „sehenden Auges“ und müsse mit den sich daraus resultierenden Konsequenzen leben – sei es bei der Anmietung eines Parkplatzes oder gewisser Laufwege bis zum zeitlich unbefristeten Parkplatz. Entsprechende Parkflächen gebe es in Plettenberg – anders als zum Beispiel in Werdohl – erfreulicherweise noch in ergiebiger Anzahl, zum Beispiel an den Straßen Im Baumhof, Im Wieden, Nelly-Sachs-Straße, Königstraße, Brachtstraße oder Am Wall.

Weiterhin habe die Stadt beobachtet, dass Privatparkplätze auf Grundstücken plötzlich leer standen und sich die Wagen an eisigen Wintertagen oder an heißen Sommertagen im überdachten Parkhausbereich wiederfanden. Spiegel: „Es kann wohl kaum Wunsch und Wille einer Stadt sein, mit öffentlichen Mitteln für Privatpersonen den Komfort eines eigenen Carports zu schaffen.“ Ebenfalls gerne abgestellt worden seien Zweitwagen, Oldtimer oder Motorräder.

Zur Uhrzeit: Wer zur Frühschicht muss oder von der Nachtschicht kommt, könne beeinträchtigungslos parken. Wer später zur Arbeit muss, könne die seitlichen Parkstreifen der Grünestraße nutzen, die zwar auf zwei Stunden Parkzeit begrenzt sind, aber Spiegel rechnet vor, wie es trotzdem geht: „Weil die Parkscheibenpflicht erst um 8 Uhr beginnt und um 16 Uhr endet, kann bereits ab 13.31 Uhr ein dortiger Parkplatz aufgesucht und dann rechtskonform bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr genutzt werden.“

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