Das wars: Rudelgucken 2018 in Plettenberg ist Geschichte

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Licht und Schatten, nicht nur gestern auf dem Alten Markt, sondern auch im Spiel der DFB-Elf (wobei der Schatten deutlich überwog). Fassungslos verfolgten die Plettenberger Fußball-Fans die Gegentore beim letzten Plettenberger Rudelgucken dieser Weltmeisterschaft.

Plettenberg - Es hätte eine große Party werden können beim WM-Rudelgucken auf dem Alten Markt in Plettenberg. Stattdessen endete der gestrige Nachmittag für die Organisatoren und Fans in einem Desaster. Deutschland ist rausgeflogen und die Leinwand-Übertragungen 2018 sind damit beendet.

„Es tut mir leid für die Leute, es tut mir leid für die Helfer und es tut mir leid für die Vereinskasse“, sagte ein konsternierter Andreas Barnewitz, Chef-Organisator aus den Reihen des SC Plettenberg, gestern kurz nach der 0:2-Niederlage gegen Südkorea.

Denn mit diesem Ausscheiden haben sich die Befürchtungen des Vereins bewahrheitet: ein Jahr Vorbereitung, Tage und Wochenenden des Auf- und Abbaus, die Mithilfe von 70 Freiwilligen – alles letztlich dafür, „dass wir mit dem Rudelgucken ein Minus erwirtschaftet haben“, sagte Barnewitz. Denn angesichts der hohen Kosten für die LED-Leinwand, die zwangsweise für die Dauer der kompletten WM gemietet werden musste, oder für den Sicherheitsdienst hätte es laut Barnewitz mehr als drei Veranstaltungen benötigt, um finanziell zumindest auf eine schwarze Null zu kommen.

Die hohen laufenden Kosten halten die Verantwortlichen nun auch davon ab, weitere Übertragungen ohne Beteiligung der DFB-Elf zu organisieren – das ist der eine Grund, warum das Rudelgucken 2018 in Plettenberg nun Geschichte ist. Der andere Grund: „Es dürfte jetzt auch schwierig werden, die Helfer noch zu motivieren“, gibt Andreas Barnewitz zu bedenken.

Es war letztlich das bittere Ende eines Nachmittags, der aus Sicht der Veranstalter so gut begonnen hatte. Nach und nach füllte sich bis zum Anstoß des Spiels um 16 Uhr der Alte Markt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene – sie alle pilgerten zum Rudelgucken, sodass der SC Plettenberg am Ende sogar mit 1 000 Fans die besten Besucherzahlen während dieser Weltmeisterschaft verzeichnen konnte.

Viele Gäste hatten extra für das Spiel früher Feierabend gemacht. Daniel Hammecke, Elmar Hammecke und Carsten Neumann waren so ein Beispiel dafür. In ihrem Betrieb Hammecke Edelstahl fiel der Hammer gestern ausnahmsweise früher, sodass sie es – wie viele andere – pünktlich zum Spiel schafften.

Doch was die Plettenberger Fans dann auf der Leinwand zu sehen bekamen, war zähe Kost und zum Haare raufen. DJ Marc Kiss hatte mit seinen Versuchen, Fangesänge anzustimmen, gerade in der ersten Halbzeit kaum Erfolg, weil das Spiel die Besucher eher ermüdete, als anstachelte.

Das war in Hälfte zwei zwar anders. Jubeln konnten die Plettenberger allerdings nur kurzzeitig, als beim 1:0 der Südkoreaner zunächst auf Abseits entschieden worden war. Als das Tor nach Videobeweis dann doch gegeben worden war, verließen vereinzelte Fans bereits frustriert den Alten Markt. Der Großteil brach aber erst nach dem 0:2 auf. Die erhoffte Party, für die gestern angesichts des sonnigen Wetters und der frühen Uhrzeit ideale Voraussetzung geherrscht hätten, kam nicht zustande. Die letzten vier Verlosungspreise fanden neue Besitzer, ein letztes Mal fegten die Helfer des SC Plettenberg den Platz und bauten die Leinwand ab – und dann war es vorbei, das Rudelgucken 2018.

Andreas Barnewitz sagt abschließend: „Ich möchte mich noch einmal ausdrücklich bei den Helfern, den Sicherheitskräften und den Sponsoren Volksbank, Schauerte, Krombacher, E. Winkemann, Stadtwerke, RB Makler und Telekom bedanken. Wir können nur hoffen, dass sie das nächste Mal in zwei Jahren wieder an Bord sind.“

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