„Solidarität macht stark“: Warnstreiks in Plettenberg

IG Metall streikt vor Seissenschmidt und Frauenthal 

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Trillerpfeifen, Kappen und Plakate – die IG-Metaller ließen sich vor dem gestrigen Warnstreik gut ausstatten, um auf sich aufmerksam zu machen. Unter anderem werden sechs Prozent mehr Geld gefordert. 

Plettenberg - Laute Trillerpfeifen, Fahnen, Kappen, Plakate – auf sich aufmerksam machten gestern hunderte Pletteneberger Arbeiter bei Warnstreiks der IG Metall. Es war das erste Mal nach einer längeren Zeit, dass die Metaller wieder vor ihren Werkstoren und nicht zentral in der Stadt streikten. 

„Die Resonanz ist gut“, freute sich Gudrun Gerhardt, erste Bevollmächtigte der IG Metall. Allein vor der Firma Seissenschmidt versammelten sich gestern Morgen knapp 300 Mitarbeiter.

Gestreikt wurde um 10 Uhr auf der Straße zwischen Seissenschmidt und der Schmiedetechnik Plettenberg in Köbbinghausen. Gut 300 Arbeiter ließen sich vorher von den Organisatoren der IG Metall mit unterschiedlichen Plakaten und Co. ausstatten. „Es ist schwieriger als in den Vorjahren unsere Ziele durchzusetzen“, machte Gerhardt gleich zu Beginn klar. 

„Die Verhandlungen mit der Gegenseite sind nicht leicht; viele verstehen unsere Forderung nicht“, erklärte Gerhardt. Gefordert werden sechs Prozent mehr Geld und die Möglichkeit, befristet 28 Stunden die Woche zu arbeiten. Danach solle der Anspruch bestehen, zur ursprünglichen Arbeitszeit zurückzukehren. „Das ist vor allem für Eltern und Menschen, die Familienangehörige pflegen, wichtig“, sagte Gerhardt. „Es geht alles, wenn man will. Man muss nur wollen.“ Diesen Worten schlossen sich auch Patricio Cianni, Betriebsratsvorsitzender der Schmiedetechnik, und Frank Mischke, Vorsitzender des Seissenschmidt-Betriebsrates, an. 

Die Streikenden forderten sechs Prozent mehr Geld.

Wird Zeit, dass Arbeiter etwas abbekommen Sollte auf die Forderungen nicht reagiert werden, seien weitere Warnstreiks Ende Januar oder aber ein 24-stündiger Streik geplant, der für die IG-Metall-Mitglieder bezahlt sei. „Wir hoffen nicht, dass es dazu kommt“, erklärte Gerhardt. Bei der Schmiedetechnik gestalteten sich die Forderungen ein wenig schwieriger: Das Unternehmen sei nicht tarifgebunden. „Wir werden kämpfen und danken euch schon heute für euer Kommen. Solidarität macht stark“, richtete Gerhardt an die STP-Mitarbeiter. Einen weiteren Warnstreik gab es gegen 13 Uhr vor den Werkstoren der Firma Frauenthal in Kückelheim. 

Gudrun Gerhardt, erste Bevollmächtigte der IG Metall, sprach gestern zu den Mitarbeitern.

Bevor es mit der Kundgebung losging, wurden die Mitarbeiter auch hier mit Plakaten, Pfeifen und Mützen versorgt. „Die Auftragsbücher der Firmen sind voll – auch dank der Beschäftigten. Es wird Zeit, dass auch die Arbeiter etwas davon abbekommen“, sagte Gerhardt ins Mikrofon. Ulrich Flasshoff, Gewerkschaftssekretär der IG-Metall, animierte die Streikenden vor den Toren von Frauenthal zum „Lärmmachen“, in dem er Forderungen ins Mikrofon brüllte, die anschließend von den Arbeitern wiederholt und mit Trillerpfeifen und Fahnenschwenks untermalt wurden.

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