Projekt erst einmal auf Eis gelegt

Waldkindergarten vor dem Aus

+
Bei vielen Eltern fand das Projekt Waldkindergarten an den Schnuppertagen großen Anklang. Vor Ort wurde das Konzept ausführlich erläutert.

Plettenberg - Bevor es überhaupt losgehen konnte, steht der christliche Waldkindergarten „Wunderwald“ bereits vor dem Aus. Und das, obwohl die Aussichten für einen Start vor einem Jahr sehr gut waren.

Das Landesjugendamt hatte dem Konzept zugestimmt, und auch der Jugendhilfeausschuss hatte grünes Licht gegeben und der Initiative 20 Kindergartenplätze zugewiesen. Nachdem diese beiden größten Hürden genommen waren, stand der Umsetzung des neuen, alternativen Angebotes nichts mehr im Wege. „Zumal die Stadt Plettenberg Betreuungsplätze für Kinder im Vorschulalter braucht. Die bestehenden Einrichtungen müssen erweitert werden, neue Angebote werden gewünscht“, sind sich die Facherzieherin für Natur- und Waldpädagogik, Anneke Westhoff, und die Erzieherin Anke Fürst sicher. 

„Mit dem Kindergarten sollte ab 2018 ein besonderes Vorschulerlebnis gestaltet werden. Das ist in den Wäldern unserer Stadt derzeit anscheinend nicht zu realisieren“, bedauern die beiden Initiatorinnen, die seit zwei Jahren mit einem Team von einigen Erzieherinnen ein pädagogisches Konzept für einen Waldkindergarten erarbeitet hatten (wir berichteten). In der Natur sollten Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben können, dort ihre Grob-, Fein- und Psychomotorik trainieren. 

Die Vielfalt der Wahrnehmungserfahrungen im Wald fördere zudem eine ganzheitliche Entwicklung, und jeder Tag im Freien stärke die körperliche, geistige und seelische Gesundheit, geben die beiden Erzieherinnen einen Einblick in das Konzept. Projekt muss ad acta gelegt werden Trotz positiver Reaktionen seitens der Eltern und des Plettenberger Jugendamtes muss das Waldkindergarten-Projekt nun ad acta gelegt werden. Warum? „Es ist uns nicht gelungen, in den ausgedehnten Waldgebieten rund um Plettenberg einen Platz für die Kinder zu finden“, erklären Anneke Westhoff und Anke Fürst. 

„Die Eigentümer von geeigneten Waldgrundstücken konnten sich einen Waldkindergarten durchaus vorstellen, die Jagdpächter allerdings nicht. Diese haben uns dann alternative Grundstücke angeboten, die aber leider ungeeignet waren“, so die beiden Erzieherinnen weiter. Viel Energie sei in den vergangenen Monaten verloren gegangen. „Weil sich das Ganze so lange hingezogen hat, sind außerdem zwei Pädagogen aus dem Team ausgestiegen, so dass jetzt das benötigte Personal fehlt“, ergänzen die beiden Erzieherinnen. Die Enttäuschung sei groß. Zumal weiterhin Anfragen von interessierten Eltern einträfen. 

„Auch wenn wir es nicht geschafft haben, das Angebot zu realisieren, sind wir nach wie vor vom Konzept des Waldkindergartens überzeugt“, betonen Anneke Westhoff und Anke Fürst. 

Waldkindergarten: Pläne liegen auf Eis

„Ein Teil vom Kindergarten-Team wünscht sich, dass wir die Tür nicht total zuschlagen, sondern das Projekt nur auf Eis legen“, macht Waldpädagogin Anneke Westhoff deutlich. Theoretisch könne es sein, das Projekt noch mal aufleben zu lassen. „Es müssten sich aber einige Bedingungen verändern, um das Thema Waldkindergarten wieder aufzutauen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare