„Besondere Herausforderung“

Waldbrand am Saley: Diese Herausforderungen gab es

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Plettenberg - Am Dienstag gab es einen Waldbrand am Fuß des Saleys. 7 000 Quadratmeter brannten. Neben den Plettenbergern waren auch Feuerwehrleute aus vielen Nachbarstädten angerückt. Ein Hubschrauber wurde angefordert. Der lieferte ein Bild aus der Luft. Nachlöscharbeiten waren am Mittwoch glücklicherweise nicht mehr erforderlich. Dennoch: Der Einsatz war alles andere als einfach. Welche Schwierigkeiten es gab, erklärt Feuerwehr-Pressesprecher Thomas Gritschke im Interview.

Was waren die besonderen Herausforderungen für die Feuerwehr?

Thomas Gritschke:

Die besondere Herausforderung für die Feuerwehr lag darin, dem sich rasch ausbreitenden Brand möglichst frühzeitig den Weg abzuschneiden. Hinzu kam die steile Hanglage und zum Teil unwegsames Gelände, um Fahrzeuge und Gerätschaften möglichst in unmittelbare Nähe zum Brandherd heranzuführen.

Musste deshalb der Polizeihubschrauber angefordert werden?

Gritschke: Der Hubschrauber wurde angefordert, da aufgrund der anfangs sehr starken Rauchentwicklung vom Tal aus die Brandfläche nicht ausreichend eingesehen werden konnte. Durch dessen Einsatz erhielt die Einsatzleitung ein hilfreiches Bild, um die Kräfte am Boden mit ihren Fahrzeugen gezielt einsetzen und leiten zu können.

Hat der Hubschrauber nicht zuviel Wind aufgewirbelt?

Gritschke: Der Hubschrauber ist in ausreichender Höhe über die Einsatzstelle geflogen, um den Rauch nicht zu verwirbeln und dadurch die Kräfte am Boden in ihrer Arbeit zu behindern.

Hat die Feuerwehr keine Drohnen, die praktischer wären?

Gritschke: Der Einsatz und die Verwendung von Drohnen bei der Feuerwehr hat möglicherweise eine Zukunft und nimmt sicher immer mehr zu. Sie sind hilfreich, um möglichst frühzeitig ein Bild von oben auf die Einsatzstelle zu bekommen. Es gibt bereits Feuerwehren, die Drohnen vorhalten, die bei Bedarf auch angefordert werden können. Beim Dura-Brand wurde beispielsweise eine solche Drohne überörtlich angefordert.

Wo liegen die Schwierigkeiten bei Drohnen?

Gritschke: Die Beschaffung und der Betrieb einer Drohne bedarf einer zusätzlichen Ausbildung und der Bereitschaft von Einsatzkräften, diese im Einsatzfall bedienen zu können. Am Dienstag wurde der Feuerwehr die privat genutzte Drohne eines Feuerwehrmannes aus einer Nachbargemeinde angeboten und auch in den Einsatz gebracht.

Es kam der Eindruck auf, dass es am Anfang des Einsatzes etwas unkoordiniert lief. Ist das normal bei solchen Einsätzen; wie sieht die Planung aus?

Gritschke: Der Brand am Saley, aber auch andere Einsätze stellen die Einsatzkräfte zu Einsatzbeginn vor besondere Herausforderungen. Die Hanglage und der stark auffrischende Wind beeinflussten am Dienstag die Dynamik des Brandes. Insbesondere die ersteintreffende Führungskraft hat hierbei eine besondere Verantwortung. Bei einer ersten Erkundung des Schadensereignisses muss diese bereits in kurzer Zeit erste Entscheidungen über Maßnahmen treffen, welche den Einsatzerfolg beeinflussen können. Diese Erkenntnisse und deren Weitervermittlung an die nachrückenden Kräfte sind zwingend erforderlich. Die Besprechung und Umsetzung weiterer Maßnahmen unter hohem Zeitdruck erfolgt darauf aufbauend in gemeinsamer Absprache. Was für Außenstehende anfangs möglicherweise unkoordiniert wirkt, wird jedoch in der Führungskräfteausbildung trainiert.

Wie läuft ein solcher Einsatz ab?

Gritschke: Ziel der Feuerwehr ist es, möglichst schnell eine Führungsorganisation bzw. Führungsstrukturen aufzubauen, um den Einsatz im Verlauf möglichst koordiniert leiten zu können. Bei ehrenamtlichen Feuerwehren baut sich diese Struktur zeitverzögert auf, da hier nicht von vornherein klar ist, welche Führungskraft (Gruppenführer, Zugführer oder Verbandsführer) wann und in welcher Reihenfolge an einer Einsatzstelle eintrifft. Oftmals, wie auch beim Waldbrand Saley, müssen dann weitere Kräfte eingewiesen und unter Umständen auch Einsatzabschnitten zugeordnet werden. Im weiteren Verlauf des Einsatzes und nach Aufbau einer geordneten Führungsstruktur entspannt sich der Einsatz dann in der Regel deutlich.

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