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Waldbrand in Naturschutzgebiet: Hubschrauber holt 25.000 Liter Wasser - Polizei sucht Zeugen

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Von: Johannes Opfermann, Maximilian Birke, Daniel Großert, Christos Christogeros, Georg Dickopf

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Seit fast 30 Stunden sind die Einsatzkräfte der Plettenberger Feuerwehr im Bommecketal mit dem Löschen des Waldbrandes beschäftigt. Nun stehen noch Nachlöscharbeiten an. Sehr hilfreich war die Unterstützung, die am Montag aus der Luft erfolgte.

Update vom 9. August, 16.58 Uhr: Am Montag kam es zu einem Einsatz der beiden Polizeihubschrauber Hummel 4 und Hummel 6, die bei den Löscharbeiten halfen oder per Wärmebildkamera genaue Auskünfte über die Ausbreitung des Feuers geben konnten. Laut Polizeisprecher Christof Hüls war Hummel 6 dazu zwei Stunden im Einsatz, ehe Treibstoff in Dortmund getankt werden musste. Danach stand der Polizeihubschrauber wieder in Bereitschaft, wurde von der Einsatzleitung aber nicht erneut angefordert.

Waldbrand im Bommecketal: Einsatz im Naturschutzgebiet Plettenberg
Waldbrand im Bommecketal: Einsatz im Naturschutzgebiet Plettenberg © Meyer

Dafür leistete Hummel 4 wertvolle Dienste bei der Brandbekämpfung in dem schwer zugänglichen Gebiet. Von 15.41 bis 19.08 Uhr war der Helikopter pausenlos im Einsatz, um mit den sogenannten Bambi Buckets 31 Mal Wasser aus dem Königsee im Elsetal oder der Oestertalsperre aufzunehmen. Insgesamt wurden so rund 25 000 Liter Wasser zum Brandort geflogen.

Waldbrand in Plettenberg: Löschen wichtiger als Baden

.„Eine Ladung fasst gut 800 Liter“, sagte Christof Hüls zu dem ersten Löscheinsatz eines Polizeihubschraubers in Plettenberg, der für viel Aufsehen sorgte. An der Oestertalsperre bat eine Streifenwagenbesatzung die Badegäste, das Wasser zu verlassen. „Es kommt nicht so gut, wenn ein Badegast auf einmal im Löschwasserbehälter landet. Und das Löschen war in dem Moment eindeutig wichtiger als das Baden“, so Hüls.

Waldbrand im Bommecketal: Einsatz im Naturschutzgebiet Plettenberg
Waldbrand im Bommecketal: Einsatz im Naturschutzgebiet Plettenberg © Meyer

Die Feuerwehrleitung hatte relativ frühzeitig angefragt, ob der Hubschrauber helfen könnte, zumal dies auch schon beim Waldbrand in Altena funktionierte. „Wir haben den Einsatz dann über die Landesleitstelle angefragt und wenig später waren zwei Hummel-Hubschrauber in der Luft“, berichtete Hüls.

Knapp 900.000 Euro für Bambi Buckets

Die in Dortmund und Düsseldorf stationierte Fliegerstaffel der nordrhein-westfälischen Polizei unterstützte nach dem Einsatz beim Waldbrand in Altena auch die Plettenberger Feuerwehr. Die gesamte Hubschrauberflotte wurde seit 2017 für rund 65 Millionen Euro gegen sechs neue Maschinen des Typs Airbus H 145 ausgetauscht. Beim Löscheinsatz besteht die Besatzung eines Hubschraubers aus zwei Piloten und einem Operator, der die Bambi Buckets gesicherte von den Kufen des Helikopters aus bedient und die Piloten einweist. Knapp 900 000 Euro investierte die Landesregierung laut Feuerwehrmagazin in die Anschaffung der Außenlastbehälter vom Typ Bambi Bucket.

Der stellvertretende Wehrleiter Frank Hinkelmann skizzierte die Ausbreitung des Brandes auf einer Karte.
Der stellvertretende Wehrleiter Frank Hinkelmann skizzierte die Ausbreitung des Brandes auf einer Karte. © Dickopf

Brandsachverständige vor Ort

Am Dienstag war die Polizei ebenfalls vor Ort, diesmal aber mit Brandsachverständigen, die die Brandursache näher untersuchten und auch Proben nahmen. „Die Tendenz geht ganz klar in Richtung Brandstiftung – entweder mutwillig oder fahrlässig“, so Hüls. Konkrete Hinweise auf Brandbeschleuniger habe man noch nicht gefunden, doch sei das Feuer an mehreren Stellen gleichzeitig ausgebrochen. Hüls bittet die Bevölkerung deshalb um Mithilfe, verdächtige Beobachtungen bei der Polizei unter 0 23 91 /91 99 0 zu melden.

Update vom 9. August, 12.16 Uhr. Laut Polizeisprecher Christof Hüls spreche vieles für eine Brandstiftung - ob vorsätzlich oder fahrlässig, werde derzeit ermittelt. Auch dank des Einsatzes der Drohne der Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde konnten am Vormittag gezielt Brandnester abgelöscht werden, während ein Harverster halb verkohlte Bäume fällte. Immer noch sind rund 80 Einsatzkräfte aus Plettenberg mit über 20 Fahrzeugen im Einsatz.

Ein Harvester half beim Einsatz am Dienstag.
Ein Harvester half beim Einsatz am Dienstag. © Dickopf

Update vom 9. August, 7.14 Uhr: Der Plan, die Löscharbeiten beim großen Waldbrand im Bommecketal in Plettenberg in der Nacht größtenteils ruhen zu lassen, ist nicht aufgegangen, wie Feuerwehr-Sprecher Nils Kohlhage am Dienstagmorgen im Gespräch mit der Redaktion berichtete. Demnach hätten sich in Baumkronen Brände gebildet. „Die Flammen sind unbemerkt nach oben gewandert“, sagte Kohlhage.

Deshalb musste die Feuerwehr die ganze Nacht weiter löschen. Problematisch sei dabei gewesen, dass die Flammen sich in großer Höhe befanden und die Bäume zum Teil stark einsturzgefährdet waren. Zwei Fichten seien sogar unvermittelt umgefallen, sodass die Einsatzkräfte sich aus Sicherheitsgründen zurückgezogen hätten. „Wir haben uns dann darauf konzentriert, die Umgebung zu schützen“, erklärte Nils Kohlhage. Immerhin: Nach Angaben der Feuerwehr ist der Waldbrand in Plettenberg mittlerweile unter Kontrolle..

Die überörtlichen Kräfte, die während der Nacht im Einsatz waren, werden am Dienstagmorgen wieder durch die Feuerwehr Plettenberg abgelöst, die nun die weiteren Nachlöscharbeiten übernimmt. Dafür wurde während der Nacht bereits weiteres Löschwasser zum Einsatzort gebracht. Die Einheiten sollen nun damit beginnen, verbrannte und vom Borkenkäfer befallen Bäume zu fällen.

Das Drohnenbild zeigt einen Teil des betroffenen Gebietes.
Das Drohnenbild zeigt einen Teil des betroffenen Gebietes. © Dickopf

Waldbrand in der Bommecke in Plettenberg: Noch keine Entwarnung am Montagabend

Update vom 8. August, 21.45 Uhr: Von einer Entwarnung sind die Einsatzkräfte auch bei Anbrechen der Dunkelheit noch ein ganzes Stück entfernt, aber die Lage hat sich seit Einsatzbeginn nun ein Stückweit verbessert, wie Feuerwehrsprecher Nils Kohlhage mitteilt: „Völlig unter Kontrolle ist es noch nicht, aber man hat es grob eingedämmt.“

Die bestehenden Einsatzkräfte werden durch überörtliche abgelöst. Die Löscharbeiten sollen solange fortgesetzt werden, bis es völlig dunkel ist, danach werden sie vorerst eingestellt, da die Einsatzstelle nicht ausreichend ausgeleuchtet werden kann. Es bleibt eine Brandwache über Nacht vor Ort, bevor dann bei Tageslicht die Arbeiten fortgesetzt werden können. Noch keine Lösung gibt es hinsichtlich der einsturzgefährdeten Bäume. Hier ist die Feuerwehr mit dem Landesbetrieb Wald und Holz in Kontakt, ob und wann Forstmaschinen ohne Gefahr eingesetzt werden können. Gefällt werden müssen die nicht mehr standsicheren Bäume auf alle Fälle.

Beim kurzzeitigen Rückzug von der Feuerwand stand die Sicherheit im Vordergrund.
Beim kurzzeitigen Rückzug von der Feuerwand stand die Sicherheit im Vordergrund. © Feuerwehr

Möglicherweise ist die Waldbrandfläche sogar noch größer als die bisher gemeldeten 10.000 Quadratmeter. Sie wird derzeit anhand von Drohnenbildern neu berechnet und könnte bis zu 30.000 Quadratmeter umfassen, so Kohlhage.

Update vom 8. August, 20.52 Uhr: Die Lage ist noch unverändert. Die Einsatzkräfte haben Wassernachschub erhalten, um das Feuer weiter unter Kontrolle zu bringen.

Waldbrand im Bommecketal: Einsatz im Naturschutzgebiet
Waldbrand im Bommecketal: Einsatz im Naturschutzgebiet © Opfermann

Update vom 8. August, 20.06 Uhr: Bis das Feuer aus ist, ist es eher eine Frage von Tagen als von Stunden, berichtet ein Pressesprecher der Feuerwehr. Die Feuerwehr kann aktuell nicht weiter vorrücken, die Gefahr ist zu groß. Bäume qualmen noch und sind einsturzgefährdet.

Update vom 8. August, 18.58 Uhr: Gut vier Stunden nach der Alarmierung gibt die Feuerwehr vor Ort mehr Informationen zu dem Waldbrand bekannt. Noch immer geht man von einem Hektar aus, der von dem Brand betroffen ist. Akut brennen würden davon derzeit 2000 Quadratmeter, also ein Fünftel der Fläche. Gefahr für Wohnbebauung bestehe nicht, betont ein Sprecher der Feuerwehr. Etwa 250 Einsatzkräfte, darunter auch Mitglieder von Hilfsorganisationen, sind in Plettenberg derzeit im Einsatz.

Hinzu kommen rund 30 Polizisten, die sich unter anderem um die Regelung des Verkehrs kümmern. Die Polizei ist aber auch mit zwei Hubschraubern im Einsatz, den sogenannten Hummeln. Einer der Helikopter fliegt Wasser an die Einsatzstelle und wirft es über den brennenden Bereichen ab, während ein weiterer die Lage aus der Luft erkundet und der Feuerwehr wichtige Informationen liefert. Die Wasserversorgung für die Feuerwehr wird aus dem öffentlichen Netz von der Feuerwache und dem Albert-Schweitzer-Gymnasium aus sichergestellt.

Ein Hektar Waldbrand - keine Gefahr für Wohnbebauung

Die Zahl der Einsatzfahrzeuge summiert sich inzwischen auf mehr als 100. Teilweise wurden ganze Löschzüge nach Plettenberg beordert, aber auch Spezialfahrzeuge, zum Beispiel mit großen Löschwasser-Tanks, sind vor Ort. Die Einsatzstelle selbst ist nur für besonders geländegängige Fahrzeuge erreichbar, weil die Waldwege sehr eng sind. Nach Informationen unserer Zeitung brennen zwei verschiedene Flächen, die an einem Steilhang liegen und bei Ausbruch des Brandes wohl mehrere hundert Meter voneinander entfernt waren.

Zahlreiche Feuerwehren aus dem Kreis eilen derzeit zur Bommecke, wo ein Waldbrand wütet.
Zahlreiche Feuerwehren aus dem Kreis eilen derzeit zur Bommecke, wo ein Waldbrand wütet. © Feuerwehr Plettenberg

Beide Haupteinsatzstellen habe man inzwischen umstellt, damit die Flammen sich möglichst nicht weiter ausbreiten können. Probleme bereitet allerdings der Wind: Brennende Fichtennadeln werden zum Teil verweht, sodass immer wieder neue Brandherde entstehen. In Flammen stehe nach Informationen der Feuerwehr nicht nur Waldboden, sondern stellenweise seien auch ganze Bäume in Vollbrand.

Inzwischen ist auch Bürgermeister Ulrich Schulte an der Einsatzstelle eingetroffen. Er sagt: „Im Vergleich zu den vorigen Bränden, ist das vom Ausmaß her eine ganz andere Größenkategorie. Umso schöner ist es, das Zusammenspiel der Feuerwehren aus dem Märkischen Kreis hier vor Ort zu sehen, und dass so große Unterstützung hier ist. Ich hatte die Hoffnung, dass es uns nicht so schwer erwischt wie zuletzt in Altena, jetzt ist es aber scheinbar doch der Fall.“

10.000 Quadratmeter Wald in Flammen: Feuer breitet sich aus

Update vom 8. August, 18.20 Uhr: Nach neuesten Informationen aus der Kreisleitstelle hat sich der Waldbrand inzwischen weiter ausgebreitet. Derzeit stehen demnach 10.000 Quadratmeter Wald in Flammen. Weitere Feuerwehren wurden alarmiert, um den Brand zu bekämpfen. So sind vor Ort mittlerweile auch Einsatzfahrzeuge aus Lüdenscheid, Meinerzhagen, Schalksmühle und Halver zu sehen und auch die Feuerwehr Olpe sowie Kräfte aus Attendorn sind in Plettenberg eingetroffen.

Inzwischen scheint der Platz im Bereitstellungsraum nicht mehr zu reichen: Einige Fahrzeuge fahren die Albert-Schweitzer-Straße weiter durch.

3000 Quadratmeter Wald in Flammen - Hubschrauber unterstützt Feuerwehr

Update vom 8. August, 16.45 Uhr: Laut Kreisleitstelle brennen in der Bommecke rund 3.000 Quadratmeter Waldboden. Die Polizei unterstützt die Feuerwehr mit dem Hubschrauber Hummel 4. Mit diesem wird Wasser per sogenannter Bambi-Bag aus der Oester geholt und zur Einsatzstelle gebracht. Aus diesem Grund ist der Badebetrieb an der Oester eingestellt worden.

Die Kreispolizei unterstützt die Feuerwehrkräfte mit dem Hubschrauber Hummel 4.
Die Kreispolizei unterstützt die Feuerwehrkräfte mit dem Hubschrauber Hummel 4. © Damschen

Update vom 8. August, 16 Uhr: Der Gerätewagen Logistik (GW-L) bringt derzeit Faltbehälter mit einem Fassungsvermögen von rund 15.000 Litern zur Einsatzstelle. Auch Getränke werden zu den Einsatzkräften gebracht. Mittlerweile sind auch Einheiten der Feuerwehr Iserlohn und des Verpflegungszuges der Malteser in Plettenberg-Böddinghausen eingetroffen.

150 Kräfte bei Waldbrand in der Bommecke - 40 Feuerwehr-Fahrzeuge im Einsatz

Update vom 8. August, 15.45 Uhr: Nach neuesten Informationen sollen sich rund 150 Kräfte in der Bommecke im Einsatz befinden. Rund 40 Feuerwehr-Fahrzeuge sind nun im Einsatzgebiet, allerdings werden nur geländegängige Fahrzeuge den steilen und engen Weg in das Naturschutzgebiet hochgeschickt. Möglicherweise soll auch eine Drohne gleich zum Einsatz kommen.

Update vom 8. August, 15.30 Uhr: Mittlerweile ist auch das Tanklöschfahrzeug (TLF) aus Sundern mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern Wasser vor Ort angekommen. Die Liste der Feuerwehr-Fahrzeuge wird immer länger, immer mehr Einsatzkräfte rücken vom Böddinghauser Busbahnhof zur Bommecke aus.

Update vom 8. August, 15.15 Uhr: Nun sind auch die Feuerwehren aus Nachrodt-Wiblingwerde und aus Herscheid an der Einsatzstelle angekommen. Der dichte Rauch ist immer deutlicher zu erkennen.

Auch von Eiringhausen aus ist die Rauchentwicklung gut erkennbar.
Auch von Eiringhausen aus ist die Rauchentwicklung gut erkennbar. © Strüver

Update vom 8. August, Update, 15.10 Uhr: Noch immer ist nicht klar, in welcher Ausdehnung das Feuer in der Bommecke wütet. Die Kreisleistelle erklärte lediglich zu Beginn der Alarmierung, dass etwa 3.000 Quadratmeter brennen würden und das Feuer außer Kontrolle sei.

Erstmeldung: Rauchsäule über Plettenberg - Feuerwehr bei Waldbrand

[Erstmeldung] Viele konkrete Informationen gibt es noch nicht. Die Rauchsäule ist aus dem gesamten Stadtgebiet sichtbar, besonders deutlich in Plettenberg-Böddinghausen. Gegen 13.30 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden. Derzeit befinden sich alle Plettenberger Löschzüge im Einsatz.

Die Rauchsäule ist weithin sichtbar.
Die Rauchsäule ist weithin sichtbar. © Opfermann

Darüber hinaus wurden auch die Feuerwehren aus Neuenrade, Balve, Werdohl, Hemer und Menden nach Plettenberg gerufen.

Am Busbahnhof des Böddinghauser Schulzentrums sammeln sich die verschiedenen Feuerwehr-Einheiten.
Am Busbahnhof des Böddinghauser Schulzentrums sammeln sich die verschiedenen Feuerwehr-Einheiten. © Opfermann

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