Seltene Begegnung

Wächter über eine Burgruine im MK: Der zutrauliche Kauz auf dem Zaun

PSG-Offizier Michael C. Strauss näherte sich dem Waldkauz ganz vorsichtig.
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PSG-Offizier Michael C. Strauss näherte sich dem Waldkauz auf der Burgruine Schwarzenberg ganz vorsichtig.

Auch wenn die Umsetzung des Erlebnisparks Schwarzenberg noch in den Sternen steht und von der Umsetzung des Regionalplans abhängig ist, hat ein Bewohner dort schon jetzt seinen ganz eigenen Erlebnispark.

Plettenberg –Die PSG-Offiziere und unser Mitarbeiter Tony Meyer trafen dort nämlich auf einen Waldkauz der besonderen Art. Und dieser Vertreter der Eulengattung nahm die von den Plettenberger Schützen vorgenommenen Veränderungen rund um sein Zuhause offenbar sehr gelassen.

Dass die Offiziere der Plettenberger Schützengesellschaft an zwei Wochenenden den bisweilen wildwuchernden Rankpflanzen, Sträuchern und Bäumen zu Leibe rückten, nahm der junge Waldkauz ebenso gleichmütig zur Kenntnis wie die Beleuchtungsaktion des Plettenberger Wahrzeichens. Denn die Offiziere schufen an den freigelegten Burgmauern mit entsprechenden Scheinwerfern eine ganz besondere Atmosphäre.

Die kurzzeitig beleuchtete Burgruine ist eine Art Erlebnispark für den Waldkauz.

Fotograf Tony Meyer und auch PSG-Ofifizier Michael C. Strauss konnten sich dem ansonsten scheuen Kauz, den die Redaktion auf den Namen Hugo taufte, bis auf wenige Meter nähern. Hugo saß dabei sehr gelassen auf einem Geländer der Burgruine und wartete auf entsprechende Beute in der gut ausgeleuchteten Umgebung.

Wie Förster Henning Stolz betont, handelt es sich bei dem Kauz um einen Jungvogel – einen sogenannten Ästling. Das Daunenkleid ist noch sichtbar.

Foto mit scheuem Nachtvogel eine Seltenheit

„Der große Jungvogel wird außerhalb des Horstes gefüttert. Dazu nimmt er Platz auf einem Ast oder, wie hier die Luxusvariante, einem Geländer, und wartet, dass ihn die Altvögel mit – wie der Falkner sagt – Atzung versorgen“, erklärt der Förster, der selbst viele Tiere beobachten kann und doch beeindruckt ist von der Aufnahme an der Burgruine. „Für mich selbst ist der Anblick der scheuen Nachtjäger immer ein echtes Highlight, da eine Beobachtung wirklich nur ganz selten vorkommt – insofern ist das ein ganz tolles Foto“, so Stolz. Weitaus häufiger könne man ihn hören. „Trotzdem ist auch der Ruf des Vogels in der Nacht jedes Mal aufs Neue für mich faszinierend. Mit ein wenig Geschick kann man ihn durch Nachahmung des Rufes anlocken“, sagt der Förster und weiß auch, dass der Waldkauz früher als Unglücksvögel verfolgt wurde, heute aber ganzjährig geschützt ist und der Bestand sich in Deutschland stabilisiert hat.

Sein Ernährungsplan ist breit aufgestellt und vom jeweiligen Angebot abhängig. In guten Mäusejahren besteht seine Nahrung zu einem großen Teil aus Wühlmäusen und echten Mäusen. Hugo und vor allem seine ausgewachsenen Artgenossen können aber auch Beutetiere erlegen, die ihrem Körpergewicht entsprechen. Auch ein Kaninchen oder Eichhörnchen landet bei den erwachsenen Waldkäuzen schon mal auf der Tageskarte.

Nistplatz in Felsnischen

Seinen Nistplatz haben Hugos Eltern aller Voraussicht nach in einer der zahlreichen Felsnischen auf dem Burggelände eingerichtet. Dort wurde Hugo vom Waldkauz-Papa bis vor einigen Wochen mit Nahrung versorgt, während Hugos Mama sich um ihn und seine Geschwister kümmerte.

Neben bis zu 100 Vogelarten, die vom Waldkauz geschlagen werden, zählen auch Spitzmäuse, Frösche, Fische, Käfer oder Regenwürmer zur Nahrungspalette. Das Wort „bunkern“ passt auch zu Waldkäuzen. Laut Wikipedia ist ein Fall bekannt, bei dem vier Jungkäuze in einem mäusereichen Jahr in ihrer Nesthöhle auf einer Schicht von 38 Feldmäusen und einer Kohlmeise saßen.

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