Burgruinen-Sanierung würde  750 000 Euro kosten

+
Die Burgruine Schwarzenberg soll vom Besitzer saniert und aufgewertet werden.

Plettenberg – Für viele Diskussionen in den sozialen Medien sorgte die Berichterstattung über die Pläne, aus der Burgruine Schwarzenberg eine Art Erlebniswald zu machen.

Dabei sind die Pläne, dort etwas zu unternehmen, schon rund drei Jahre alt, wie Bürgermeister Ulrich Schulte auf Anfrage bestätigte. „Wir haben vor rund drei Jahren einen Vorstoß unternommen und prüfen lassen, was uns die Sanierung der Burgruine kosten würde. Im Gegenzug wollten wir vom Besitzer die Erlaubnis, die Burgruine der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“ 

Der Haken an der Sache seien die immensen Sanierungskosten gewesen, die bei geschätzten 750 000 Euro lagen. „Wir nahmen deshalb Abstand von den Plänen und haben aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht sogar eine abgängige Mauer einstürzen lassen“, so Schulte. 

Erfreulicherweise habe nun Burgbesitzer Felix Freiherr zu Inn- und Knyphausen die Angelegenheit selbst zur Chefsache erklärt. Laut Schulte wolle er die denkmalgeschützten Reste dauerhaft erhalten und den Burgkegel so weit von Bäumen befreien, dass die illuminierte Burgruine weithin sichtbar ist. Dreh- und Angelpunkt des Konzeptes sei dabei die verkehrliche Erreichbarkeit des mitten im Wald liegenden Geländes am Schwarzenberg. Im Zuge der Regionale 2013 war dazu sogar einmal eine Seilbahn im Gespräch. 

Die in Abstimmung mit der der Stadt Plettenberg von Burgruinenbesitzer Felix Freiherr zu Inn- und Knyphausen erarbeiteten Ideen für den Erlebniswald Schwarzenberg werden derzeit von der Bezirksregierung und dem Märkischen Kreis geprüft. Ungeachtet dessen wurde nach der Berichterstattung in der Heimatzeitung in den sozialen Medien über die Pläne diskutiert.

 Bei der ST-Abstimmung votierten aktuell rund 62 Prozent der Leser für die Pläne und 38 Prozent dagegen. Auch der frühere Plettenberger Bürgermeister Klaus Müller schaltete sich in die Diskussion ein und befürchtete, dass die Rechnung ohne den Eigentümer und seinen Jagdpächter gemacht wurde. Beide hätten eine öffentlichkeitswirksamere Darstellung und erst recht eine Restaurierung und eine bessere verkehrsmäßige Erschließung früher stets abgelehnt.

 Bürgermeister Schulte erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Felix Freiherr zu Inn- und Knyp-hausen das Projekt selbst angestoßen habe und es umsetzen wolle. Schulte verriet auch, dass er die Details des Projektes kenne, diese aber wegen des laufenden Verfahrens noch nicht bekannt werden sollen. „Ein Gewinn für Plettenberg wird es da auf jeden Fall geben“, so Schulte, der damit auch seinen Amtsvorgänger Klaus Müller überzeugte: „Das sind ja wirklich hoffnungsfrohe Nachrichten und ich freue mich über den Sinneswandel. Die ersten Gespräche gab es Anfang dieses Jahrtausends noch mit seiner Tante und dann kamen die Rückschritte. Um so schöner sind die neuen Ideen.“ Doch längst nicht bei allen Lesern kommen die Planungen gut an. 

Klaus Dunker findet, dass „niemand eine Event-Location“ mitten im Wald braucht. Und wer schon einmal in der Nähe eines Kletterparks gewesen sei, würde wissen, dass da nichts „sanft“ ist. „Da ist nur Lärm von morgens bis abends – von den an- und abfahrenden Autos ganz zu schweigen.“ Mit der Ruhe sei es dann vorbei. „Da ist der Wald und eine Ruine und das reicht.“. Tony Meyer, der selbst regelmäßig Fotoaufnahmen von der Burgruine Schwarzenberg macht, findet „diese ewigen Bedenkenträger wirklich nervig. Ohne die Burg würde man links der Lenne noch durch‘s Unterholz jagen. Sie gehört einfach zur Stadt. Nun macht sich der Eigentümer Gedanken, was zu tun wäre. Perfekt. Da hilft kein „Aber“ – Ideen sind gefragt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare