Plettenberger will sich Filter für Mikroplastik patentieren lassen 

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Dirk Kieslich (li.), Ressortleiter für Produkt- und Verfahrensentwicklung und Patentmanagement bei der Lüdenscheider Firma Gerhardi, zeigt mit Mitarbeiter Binfeng Hu aus der Vorentwicklung den Patentantrag und die Zeichnung für den Mikroplastik-Filter.

Plettenberg - Mikroplastik ist in aller Munde. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die durch Zerfall größerer Plastikgegenstände entstehenden Partikel fanden sich auch schon im menschlichen Körper. Noch ist nicht abschließend untersucht, welche Auswirkungen diese  Mikroplastikpartikel im menschlichen oder tierischen Körper haben werden – von einer Förderung der Gesundheit ist indes nicht auszugehen. Der Plettenberger Dirk Kieslich hat dem Mikroplastik den Kampf angesagt, wie er Georg Dickopf im Interview verrät. 

 Herr Kieslich, Sie arbeiten bei der Firma Gerhardi in Lüdenscheid und sind Experte in Sachen Kunststoff. Aktuell tüfteln Sie privat an etwas, das mit dem Plastikmüll im Meer und auch den heimischen Gewässern und Kläranlagen zu tun hat. Ein Filter für Mikroplastik. Was kann der und wo soll er eingesetzt werden?

Dirk Kieslich: (lacht) Danke für den Expertenstatus. Ja, ich bin seit 2006 bei der Gerhardi Kunststofftechnik GmbH in Lüdenscheid beschäftigt und leite dort das Ressort Produkt- und Verfahrensentwicklung und Patentmanagement. Die von mir in meiner Freizeit entwickelte MPF® Technologie, die Micro Plastic Filtrations-Einheit, wurde entwickelt, um den Eintrag der anfallenden Mikroplastikpartikel in das Abwassersystem massiv zu reduzieren bzw. vollständig zu vermeiden. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das in Privathaushalten hinter der Waschmaschine oder der Hauptabwasserleitung, jedoch bevorzugt hinter Kläranlagen installiert werden kann. 

Das hört sich vielversprechend an. Sie wollen sich den Filter patentieren lassen?

Kieslich: Ja, das Konzept hab ich erst einmal als Gebrauchsmuster angemeldet und nutze im Moment die Prioritätsfrist, um das Schutzrecht aus Erfahrungen aus der aktuellen Entwicklung weiter zu verfeinern.

Wie läuft das ab?

Kieslich: Die Frist läuft zwölf Monate nach Anmeldung und bedeutet, dass man auf Basis des Gebrauchsmusters ein optimiertes Patent anmelden darf. Demnach muss ich spätestens zum 17. Januar 2019 die deutsche Patentanmeldung eingereicht haben. Danach habe ich zwölf Monate Zeit, um zu entscheiden, auf welche Länder ich den Patentschutz ausdehne.

Ganz günstig ist das aber nicht?

Kieslich: Ja, das stimmt. Das wird teuer und ist aus der privaten Schatulle kaum zu stemmen (pro Land rund 3 000 Euro Anmelde- und Prüfungsgebühr). Deswegen ist es mein Ziel, die Technologie an potenzielle Käufer oder Lizenznehmer zu veräußern, also an Unternehmen die bereits im Abwasser- und Gewässerschutz heimisch sind.

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