Dura lehnt Zusammenarbeit mit Stadt ab

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Der US-Konzern Dura hat kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Stadt Plettenberg und dem Land NRW bei der Nachnutzung der leerstehenden Flächen.

Plettenberg – Es ist Dienstag, der 29. Oktober, gegen 15 Uhr. Bei der Veranstaltung „Hammeridee“ spricht Prof. Dr. Peter Vieregge gerade über die Zukunft der Plettenberger Industrie, als im Zuschauerraum das Handy von Bürgermeister Ulrich Schulte vibriert. In dem Moment erhält er eine Nachricht, die für die Zukunft der Plettenberger Industrie niederschmetternd ist.

Die Nachricht kommt von Dr. Pierre Glozbach, Chefjustiziar der Firma Dura in Düsseldorf und ist eindeutig. Der von der Amerikanerin Lynn Tilton geleitete Automobilzulieferer hat demnach vorerst kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Stadt Plettenberg bei der Vermarktung und Sanierung der aufgegebenen Dura-Flächen an der Königstraße. 

„Es hieß, dass man sich lieber um eine direkte Vermarktung kümmern möchte“, teilte Bürgermeister Ulrich Schulte auf Anfrage mit. Das gesamte Prozedere sei Dura offenbar zu langwierig. Mehrfache Versuche, bei der Düsseldorfer Dura-Zentrale jemanden zu erreichen, misslangen in den letzten Tagen. Ähnlich erging es auch Ulrich Schulte, der noch einmal das Gespräch suchen wollte. 

Lynn Tilton will das Gelände selbst vermarkten lassen.

Anfangs habe Dura die Planungen durchaus als Chance gesehen, das Gelände gemeinsam mit der Stadt und mit Fördergeldern aus dem Programm Regio.NRW umzugestalten. „Wir wollten in dem Zuge auch den Oesterbach renaturieren und an der Königstraße eine Ideenschmiede mit Platz für Start ups bieten“, so Schulte. Der Wettbewerbsentwurf liege nun auf Eis. 

Bei der Suche nach Ansprechpartnern fand sich auf der Dura-Homepage der Hinweis auf „das Vertriebsbüro und technische Zentrum in Plettenberg“. Weiter heißt es dort: „Tschechische, portugiesische, rumänische, slowakische, spanische und englische Kunden werden von Düsseldorf und Plettenberg betreut.“ In Plettenberg wurde Ende April der Schlüssel umgedreht und fast alle Mitarbeiter wurden arbeitslos. Betreut wird dort nur noch die Heizungsanlage im Kesselhaus. Immerhin: Bei Dura in Plettenberg geht jemand ans Telefon: Der Pförtner vom Wachdienst...

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