Hestenbergtunnel vier Wochen dicht?

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Insgesamt 20 solcher Schachtabdeckungen müssen im Tunnel aus dem Boden gestemmt und erneuert werden.

Plettenberg - Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht, was die Tempo-30-Reduzierung im Hestenbergtunnel angeht. Zuerst die gute Nachricht: Im Januar gilt die Geschwindigkeitsreduzierung für zwei bis vier Wochen nicht mehr. Die schlechte Nachricht: Aller Voraussicht nach ist in dieser Zeit nämlich der Hestenbergtunnel komplett gesperrt und der Verkehr quält sich wieder wie früher über die Bahnhofstraße. Theoretisch mit Tempo 50, doch zur Rush Hour wahrscheinlich nur im Schritttempo.

Bei der Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebs Straßen NRW weiß man um die Brisanz des Themas. Und arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung. Önder Sahin, Projektleiter Brückenbau in der Regionalniederlassung, erklärt, was die Angelegenheit so kompliziert macht. Demnach korridierte die Befestigung der sogenannten Schachtabdeckungen - und das deutlich früher als zu befürchten war - jedoch außerhalb der Gewährleistungspflicht. 

Als Folge liegen rund 20 dieser Abdeckungen mehr oder weniger lose auf den Abläufen am Rand. „Wenn nun ein Autofahrer seitlich mit hoher Geschwindigkeit auf den Bordstein fährt, könnte die Abdeckung unter das Auto geraten oder im schlimmsten Fall hochgewirbelt werden“, sagt Sahin. Deshalb könne man aus Sicherheitsgründen nichts anderes tun, als die Geschwindigkeit zu reduzieren.

 „Die Erneuerung ist sehr, sehr schwierig. Das Problem ist, dass die Abdeckungen alles Sonderanfertigungen waren“, sagte Sahin. Man habe aber mit dem Hersteller Kontakt aufgenommen und bekomme Ersatz. Der Einbau sei allerdings ein weitere Problem, denn dazu müssten die 20 am stärksten betroffen Abdeckungen zunächst per Stemmhammer aus dem Beton und dem Fahrbahnbelag gelöst werden, was aufwändig und zeitintensiv sei. Ob bei den Arbeiten der Verkehr zumindest einspurig an der Tunnelbaustelle vorbeigeführt werden können, werde derzeit geprüft. Falls dies nicht möglich sei, müsse man den Tunnel für zwei bis vier Wochen komplett sperren.

 Aktuell bereite man die Ausschreibung der Arbeiten vor. „Wir können nicht einfach eine Fachfirma wählen und sagen ‘Mach mal’“, sagte Sahin und ergänzte: „Es gibt bei uns Vorschriften und danach arbeiten wir.“ Weil das Ausschreibungsergebnis vermutlich erst Mitte Dezember vorliege, werde man die Arbeiten aller Voraussicht nach auf den Januar verlegen, um in der Vorweihnachtszeit kein Verkehrschaos herbeizuführen.

 Immerhin soll im Zuge der Reparaturmaßnahme auch die turnusmäßige Tunnelwartung durchgeführt werden. Und auch über Nachtarbeit denke man nach, wenngleich diese von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigt werden muss. Dann könnte es schneller gehen. Ansonsten dürfen sich die Verkehrsteilnehmer mit der Bahnhofstraße anfreunden...

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