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Von der Fettleber und der Spanisch-Lehrerin: Chris Tall begeistert Publikum im MK.

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Von: Georg Dickopf

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Beste Laune, eine hochkarätige Besetzung und ein ausverkauftes Haus in Plettenberg: Und so gab es bei Vera Deckers, Jacky Feldmann, Osan Yaran, Chris Tall und Clara Maria Groppler (von links) am Freitag ebenso wie beim Publikum strahlende Gesichter.
Beste Laune, eine hochkarätige Besetzung und ein ausverkauftes Haus in Plettenberg: Und so gab es bei Vera Deckers, Jacky Feldmann, Osan Yaran, Chris Tall und Clara Maria Groppler (von links) am Freitag ebenso wie beim Publikum strahlende Gesichter. © Dickopf

Plettenberg – „Das hat richtig Spaß gemacht, hier zu spielen“, sagte die Kölnerin Vera Deckers, die am Freitag zum fünfköpfigen Aufgebot der 3. Comedy -Night in Plettenberg zählte und den über 450 Besuchern in der restlos ausverkauften Aula gemeinsam mit Gastgeberin Jacky Feldmann, Osan Yaran, Clara Maria Groppler und Chris Tall einen unvergesslichen und unbeschwerten Abend bot.

Plettenberg -Mit einem breiten Strahlen schritt die im Wohngebiet Eschen aufgewachsene Jacky Feldmann um 19.40 Uhr in den vollen Saal, der in ihrer Heimatstadt mehr und mehr zu ihrem Wohnzimmer wurde. Und dort fühlten sich auch ihre Gäste sichtlich wohl, auch wenn Osan Yaran während der Anmoderation von Jacky Feldmann ein wenig nervös neben der Bühne auf und ablief. Doch der erste Comedian des Abends hatte das Publikum schnell im Griff. So fragte er Bürgermeister Ulrich Schulte, von wie viel Leute er der Chef in diesem Ort sei, in dem er selbst noch nie zuvor war.

Osan Yaran gab dem 14-Jährigen Heino Büsing am Ende noch ein Autogramm und ein Erinnerungsfoto gab es  natürlich auch.
Osan Yaran gab dem 14-jährigen Heino Büsing am Ende noch ein Autogramm und ein Erinnerungsfoto gab es natürlich auch. © Dickopf

„25 000“ antwortete das Stadtoberhaupt, was den in den Deutschland aufgewachsene YouTube-Star mit türkischen Wurzeln zu dem Satz verleitete: „So was nennt man bei uns Vater“.

Die Mutter beim Silvestereinkauf

Seine Mutter, die eigentlich akzentfrei deutsch spreche, habe Probleme mit den richtigen Wörtern. So habe sie für das Silvesterfeuerwerk einkaufen wollen, sei mit ihrem Kopftuch in einen Laden gegangen und habe gefragt: „Schönen guten Tag, haben sie Bomben?“ Der Kioskbesitzer sei Pakistani gewesen und habe gesagt: „Folgen sie mir unauffällig.“

Wie leicht man nach dem Verzehr von Spargel sein Revier markieren kann, merkte er am Verhalten der Nachbarshunde. Lustig machte sich der frühere Leiter einer Lidl-Filiale auch über deutsche Verkehrsschilder, die „auf eine nicht vorhandene Markierung in 4 Kilometern (!) hinweisen. In der Türkei würde auch die restliche Straße dazu fehlen“, so Yaran, der den 14-jährigen Heino Büsing im Publikum, entdeckte und über dessen ungewöhnlichen Namen stolperte.

Der Sohn von Sonja Büsing, die mit Sylvia Eick und dem übrigen Team der Kultour GmbH den perfekten Rahmen für die 3. Comedy-Night geboten hatte, wurde auch von Vera Deckers begrüßt.

Moderatorin und Gastgeberin Jacky Feldmann (links) mit Vera Deckers.
Moderatorin und Gastgeberin Jacky Feldmann (links) mit Vera Deckers. © Dickopf

Die Kölnerin sprach selbst eher über Probleme der etwas älteren Besucher. So könne sie den Sinn einer Clutch, also einer Mini-Handtasche, in die gerade mal ein Tic-Tac passe, nicht verstehen. Sie selbst habe immer eine riesige Handtasche dabei. „Ich habe da wirklich alles drin. Also wenn hier was passiert, kann ich schon mal den OP vorbereiten“, so Deckers.

Auf Hipster-Vollbärte stehe sie irgendwie gar nicht. Diese Bärte hätten früher nur Bergsteiger oder Mathelehrer mit Cordhosen getragen. Dass Frauen Smoothies aus Rucola, Gurke und Spinat trinken, wäre bei Männern undenkbar. „Wenn die Männer am Grill stehen und ‘ne Wurst grillen und einer sagt: ‘Ich habe uns da mal einen Salat püriert’, dann gibt es einen auf die Fresse. Und zwar zurecht“, so Deckers unter dem zustimmenden Gelächter der Plettenberger.

Am Ende gab es stehende Ovationen.
Am Ende gab es stehende Ovationen. © Dickopf

Nach einer Pause berichtete Jacky Feldmann von ihrem Besuch im Berliner Kit-Kat-Club „Das ist so wie der Holzwurm, nur dort sind alle nackt und haben Sex, also doch so wie im Holzwurm“, scherzte Feldmann, ehe sie Clara Maria Groppler auf die Bühne bat.

Die Berlinerin haderte erst einmal mit ihren Namen, wobei es ihre Mutter mit der Kombination Grit Groppler noch schlimmer getroffen habe.

Probleme mit dem Vorbau

Probleme habe sie auch immer mit ihrem eher weniger üppigen „Vorbau“ gehabt. „Einer hat mal Schluss gemacht mit der Begründung, ‘Er mag keine Brettspiele’“.

Clara Maria Groppler hatte spannende Geschichten von ihrer Wohnungssuche parat.
Clara Maria Groppler hatte spannende Geschichten von ihrer Wohnungssuche parat. © Dickopf

Da ihr trotzdem sehr oft sogenannte Dickpics, also Fotos vom männlichen Gemächt, zuschickt würden, habe sie schon überlegt, eine Dickpics-Agentur zu eröffnen. „Da würde ich auch gefälschte Lineale für die Fotos anbieten oder die Hände von Kleinwüchsigen vermieten“, sagte Groppler.

Letzter Comedian des Abends war Chris Tall, der derzeit Dauergast im Fernsehen ist, große Arenen füllt, sich beim Abstecher nach Plettenberg aber trotzdem als bodenständig und vor allem sehr witzig zeigte.

Der Hamburger, der direkt nach dem Auftritt wieder in die Hansestadt zurückfuhr, erzählte stolz von seiner Abnahme, nachdem er 116 Kilogramm gewogen habe und ein bestimmtes Körperteil nicht mehr habe sehen können...

Sehr amüsant waren auch seine Reiseerlebnisse in einem „Minus-1-Sterne-Hotel“ auf Mallorca. Nachdem selbst die Kakerlaken im Hotelzimmer allergische Reaktionen gezeigt hätten, habe er an der Rezeption mit seinen speziellen Spanischkenntnissen eine antiallergene Matratze ordern wollen, was aber nicht so recht geklappt habe.

Chris Tall haderte über seine Fettleber, Heißluftpommes und über Mocktails.
Chris Tall haderte über seine Fettleber, Heißluftpommes und über Mocktails. © Dickopf

Keine spontane Hilfe bot ihm im Publikum eine Spanisch-Lehrerin des Gymnasiums, deren Lachanfälle sie an ihrem 41. Geburtstag ins Rampenlicht beförderten.

„In ihrem Kopf ist gerade große Pause“, scherzte Tall und fügte die zwei wichtigsten Argumente bei der Wahl des Lehrerberufs hinzu: „Juli und August“.

Zwei Argumente für den Lehrerberuf

Lustig endete auch der Besuch des Comedians bei einer Darmspiegelung, bei der ein „parasitärer Peitschenwurm aus Papua Neuguinea festgestellt wurde“. Dafür habe er im MRT nur dreimal den Panikknopf gedrückt, so der Comedian, der sich auch über Heißluft-Pommes ausließ und im Geiste schon ein passendes Zubereitungsgerät von Dyson sah.

Am Ende gab es noch ein Gruppenbild für die Spanisch-Lehrerin mit den Comedians.
Am Ende gab es noch ein Gruppenbild für die Truppe um die Spanisch-Lehrerin mit den Comedians. © Dickopf

Am Ende gab es für alle fünf Akteure tosenden Applaus, Standing Ovations und anschließend noch Autogramme, Gruppenbilder und Selfies. Und nicht nur Bürgermeister Ulrich Schulte hatte diesen Wunsch: „Hoffentlich lässt sich das wiederholen.“

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