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Volksbank zufrieden: Trotz Corona überdurchschnittliches Wachstum 

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Von: Georg Dickopf

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Der Volksbank-Vorstand um Jens Brinkmann, Vorstandssprecher Karl-Michael Domes und Roland Krebs.
Der Volksbank-Vorstand um Jens Brinkmann, Vorstandssprecher Karl-Michael Domes und Roland Krebs. © Vorksbank

Dreieinhalb Jahre nach der Fusion zur Volksbank in Südwestfalen können die Verantwortlichen auf eine überaus erfolgreiche Zeit und auf Bilanzzahlen zurückblicken, die den Vorstand um Karl-Michael Dommes, Roland Krebs und Jens Brinkmann mehr als zufrieden stimmen.

Lüdenscheid - Nach anfänglichen Problemen mit dem Betriebssystem im Jahr 2019 und vielen Schulungen habe man danach schnell Fuß gefasst. „Und dann kam Corona“, betonte Vorstandssprecher Dommes bei der digital abgehaltenen Bilanzpressekonferenz.

Hinzugekommen seien der Regierungswechsel und das Hochwasser, bei dem Altena stark heimgesucht worden sei und die Balver Filiale unter Wasser stand. „Als wenn das Hochwasser nicht schon genug gewesen wäre, kam auch noch die A 45-Sperrung hinzu. Und die ist ein Kreuz für unsere Wirtschaft“, betonte Dommes.

Dennoch habe die Volksbank in 2021 mit „solider wirtschaftlicher Stärke“ ein überdurchschnittliches Wachstum erreicht und das Kundengesamtvolumen in den letzten drei Jahren um 18 Prozent und 1,3 Milliarden Euro gesteigert.

Bilanzsumme auf Allzeithoch

Getragen durch eine erneut positive Entwicklung im Kreditgeschäft wuchs die Bilanzsumme laut Dommes um 5,2 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 4,2 Milliarden Euro. Das Kundengesamtvolumen, also die Summe aller betreuten Kundenkredite und Kundeneinlagen, überstieg erstmals die Marke von 8,3 Milliarden Euro.

„Und wir haben im Geschäftsjahr 2021 über 3600 neue Mitglieder hinzugewonnen – so viele wie nie zuvor“, freute sich Dommes. Rund 74 300 Mitglieder bedeuten zudem einen neuen Rekordwert.

„Die gute und robuste Verfassung der Volksbank in Südwestfalen ist das Ergebnis einer konsequenten Umsetzung unseres Fusionsvorhabens, das wir 2018 begonnen haben“, sagt Dommes. „Die Stärken der beiden Fusionsbanken haben sich wie geplant perfekt ergänzt.“

Bestmarken bei Krediten

Diese Akzeptanz spiegelt sich in den Bilanzkennziffern wider: Das bilanzielle Kreditwachstum mit einem Plus von 11,2 Prozent stellt einen neuen Höchstwert dar. Die Kerngeschäftsfelder Firmenkunden und Immobilien erreichten neue Bestmarken im Kreditneugeschäft. Erstmals in der Volksbank-Geschichte wurden Neukredite von 380,5 Millionen Euro an Firmen- und Geschäftskunden vergeben. Annähernd die Hälfte des Neugeschäftes entfiel auf die in der heimischen Wirtschaft stark vertretenen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes. In den weiteren Segmenten entwickelte sich die Zusammenarbeit mit den Berufsgruppen der Heilberufe äußerst erfolgreich. Hier konnte das höchste prozentuale Wachstum erzielt werden. Im Baufinanzierungsgeschäft stiegt das Kreditneugeschäft um 16,3 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 295 Millionen Euro.

Das Neugeschäft mit der hauseigenen Vermittlungsplattform lag bei 70 Millionen Euro. In der Immobilienvermittlung stieg die erzielte Courtage um knapp sechs Prozent auf 1,85 Millionen Euro – ein weiterer Höchststand. Die Volksbank vermittelte insgesamt 133 Immobilienobjekte.

Dickes Plus bei Wertpapieren

2021 war für die Volksbank in Südwestfalen auch ein fulminantes Jahr im Wertpapiergeschäft: Das betreute Wertpapiervolumen stieg um 23 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro. Dabei lag der durchschnittliche Wertzuwachs pro Depotkunde bei 12,5 Prozent, betonte Roland Krebs. Die bilanziellen Kundeneinlagen stiegen um fünf Prozent auf 2,892 Milliarden Euro. Und die Dividendenausschüttung soll auf drei Prozent steigen.

Laut Vorstandsmitglied Jens Brinkmann stieg das Zinsergebnis um 13,2 Prozent auf 61,9 Millionen Euro. Die zweite wichtige Ertragsquelle der Bank, das Provisionsergebnis, legte um 6,6 Prozent auf 26,3 Millionen Euro zu.

Gewachsen ist auch der Gewinn, denn die Volksbank in Südwestfalen weist für das Geschäftsjahr 2021 einen Bilanzgewinn von 4,27 Millionen Euro aus. Der Vorstand schlägt den Gremien eine Dividendenerhöhung auf drei Prozent (2020: zwei Prozent) vor.

Bauvorhaben in Plettenberg und Halver

Gleich mehrere Bauprojekte will die Volksbank in Südwestfalen vorantreiben. Laut Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes soll noch in diesem Jahr der Startschuss für den Bau neuer Wohn- und Geschäftshäuser in Plettenberg und Halver an den Standorten der alten Filialen starten.

Was den Abbau von Filialen angeht, gibt es für das Jahr 2022 laut Dommes „keine Pläne. Aber ich kann auch keine Garantie geben für 2023. Es wird sicher noch die eine oder andere Filiale treffen“, so der Vorstandssprecher.

Was das Verwahrentgelt angeht, bleibt die Bank laut Roland Krebs bei Strafzinsen in Höhe von 0,5 Prozent bei einer Einlagehöhe von über 100 000 Euro.

Im letzten Jahr wurden laut Krebs sieben Geldautomaten abgebaut, wobei man nun noch über 82 Automaten verfüge. Der Bargeldabruf sei rückläufig. Auch angesichts vieler Automatensprengungen schließe man den Abbau weiterer Automaten nicht aus.

2021 unterstützte die Volksbank mit einer Rekordsumme von 772 000 Euro an Spenden- und Sponsoringaktivitäten das gesellschaftliche Leben in der Region, vergab Ehrenamtpreise und initiierte Crowdfunding-Aktion zugunsten der Städte Altena und Balve.

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