Verletzter Hirsch irrt durch Straßen - Anwohner entsetzt

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Der unweit des Holthauser Wohngebietes qualvoll verendete Hirsch irrte zunächst durch ein Wohngebiet, ehe er in der Nähe nach lautem Wehklagen verendete.mit Litze im Geweih.

Plettenberg – Es ist wieder passiert. Zum dritten Mal in kürzester Zeit starb ein Hirsch, weil er sich mit dem an manchen Zäunen befestigten Kunststoffgeflecht (Litze) strangulierte. Diesmal passierte es nicht mitten im Wald, sondern nur einen Steinwurf vom Holthauser Wohngebiet entfernt.

Dort irrte der Hirsch zunächst durch die Straßen, ehe Anwohner seinen Todeskampf in der Nähe akustisch vernahmen. „Wie oft muss solch eine Tragödie noch geschehen, damit im Umgang mit der Weidezaunlitze endlich ein Umdenken und ein Handeln stattfindet?“, fragt Philip Plassmann, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Hegering Plettenberg. 

Drei Plettenberger Jäger wurden Zeugen des Vorfalls am Montag, als sie in Holthausen unmittelbar neben einem Wohnhaus den qualvoll verendeten Hirsch fanden. Ein Anrufer meldete am frühen Montagabend, dass im Wohngebiet „Am Felde“ in Holthausen ein mit Litze verhedderter Hirsch umherirren würde. Eine sofort eingeleitete Such- und Rettungsaktion der dortigen Jäger musste in der Dunkelheit und im Nebel erfolglos abgebrochen werden. Keine Spur von dem verletzten Tier. 

„Wir hatten gehofft, den Hirsch lebend einfangen zu können, um ihm die Litze abzuschneiden“, so die Jäger. Knapp zwanzig Minuten später folgte ein weiterer Anruf, diesmal der eines besorgten Anwohners „Auf der Lied“. Ein Tier würde am Rande des Grundstücks fürchterlich schreien und klagen. Obwohl sich auch der dortige Pächter mit seinen Jagdkameraden unmittelbar auf den Weg machte, kam jede Hilfe zu spät. Sie fanden nach Eintreffen den bereits verendeten Hirsch unweit eines Wohnhauses. Das Tier verlor seinen Überlebenskampf vor Erschöpfung.

 „Ein Trauerspiel, das fassungslos und sauer macht“, findet Philip Plassmann dafür deutliche Worte. 

Dieser ebenfalls gehandicapte Damhirsch konnte befreit werden.

Zeitgleich konnte im Bereich des Wellin / Rärin auf Herscheider Gemeindegebiet nach Informationen des Hegerings ein weiterer mit Litze und einem Stickel verhedderter Hirsch befreit werden. 

„So kann und darf es nicht weitergehen“, kommentiert Plassmann die aktuelle Entwicklung. Er appelliert deshalb noch einmal eindringlich an die Landwirte und Pferdehofbesitzer, ihre Litzen akribisch zu kontrollieren und am besten abzunehmen. „Danken möchten wir den Anwohnern in Holthausen, die durch ihren Anruf bei uns richtig gehandelt haben, um uns bei den Rettungsaktionen unterstützen konnten“, so Plassmann abschließend.

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