Eine Tradition über Generationen

Viele Silvestersänger am letzten Tag des Jahres unterwegs

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Silvestersänger Kückelheim

Plettenberg - Es ist eine lange Tradition, dass am 31. Dezember die Silvestersänger von Haus zu Haus durch die Ortsteile gehen und für die Bewohner singen. So war es auch am Sonntag wieder in Kückelheim, in Oesterau und Lettmecke, in Himmelmert, in Bremcke und Selscheid.

Rund 30 Sänger zwischen 18 und 70 Jahren machten sich in Kückelheim auf den Weg. Ihre erste Station war die Gaststätte Wiesenthal. Dort sammelten sich die Kückelheimer und teilten sich in drei Gruppen auf, um durch das Dorf zu gehen. Bevor es los ging, wurde jedoch noch einmal zusammen „Das alte Jahr vergangen ist...“ angestimmt.

Die Spenden, die die Sänger an den Haustüren erhielten, sind in diesem Jahr für Aktivitäten im Dorf geplant – das Seniorenfest und das Spielplatzfest. „Die Feiern, die alle zwei Jahre stattfinden, sind beide für 2018 geplant“, sagt Sebastian Six, Sprecher der Kückelheimer Sänger. Zudem wird die jährliche Nikolausfeier in Kückelheim finanziert und es wird für einen sozialen Zweck in Plettenberg gespendet. Was genau dies sein wird, wird man in den nächsten Wochen noch vereinbaren.

Silvestersänger Bremcke

Der langjährigen Tradition folgend, machten sich am Sonntagnachmittag auch die Silvestersänger in Bremcke auf den Weg, um überall im Ort den Menschen mit dem Lied „Hilfe, Herr Jesu…“ ein frohes, zufriedenes und gesundes neues Jahr zu wünschen. Insgesamt 24 Sänger zwischen 19 und 64 Jahren hatten sich am Sonntag zusammengefunden.

Sie bildeten zwei Gruppen, die durch das Ober- und Unterdorf zogen. „Wir werden wohl zweieinhalb Stunden unterwegs sein. Das liegt auch daran, dass wir in jedes Haus eingelassen werden. Das ist hier bei uns noch so und keineswegs selbstverständlich“, sprach Hauptorganisator Thomas Eggert ein Lob für alle Bremcker Bürger aus. Einen Obolus erhalten die Sänger dabei auch, der wiederum unter anderem für gemeinnützige Zwecke verwendet wird. Dann hatten es die Teilnehmer eilig, um möglichst trocken ihre Sangesrunde über die Bühne zu bringen. Den Abschluss des letzten Tages im alten Jahr bildete eine Silvesterfeier im Bürgerhaus.

Silvestersänger Himmelmert

Die erste Station in Himmelmert war traditionell die Gaststätte „Zur Oestertalsperre“. Hier traf man sich, um sich auf das anschließende Singen einzustimmen und die Gruppen einzuteilen. 24 Sänger kamen in der Gaststätte zusammen und weitere zehn stießen im Dorf später dazu, um den Bürgern ein Ständchen zum Jahresende zu bringen. Der jüngste Sänger war dabei diesmal der elfjährige Luis Preusche. Sein Vater nahm ihn mit und sobald er 15 Jahre alt ist, darf er selbst als Sänger mitlaufen.

Dieter Beckmann, Sprecher der Himmelmerter Sänger, erinnert sich noch, wie er selbst mit 15 das erste Mal mit ging. Von da an war er fast jedes Jahr dabei, sagt Beckmann, der bald auf die 70 Jahre zu geht. Auch sein Vater war schon Silvestersänger. „Früher wurden noch Mettwürstchen gesammelt. Einer der Sänger hatte dann einen Sack für die Wurst bei sich. Anschließend gab es ein gemeinsames Abendessen mit Sauerkraut zu den Mettwürstchen“, erzählt er. Heute sammeln die Silvestersänger jedoch Spenden für das, was gerade im Dorf ansteht. In diesem Jahr soll das Geld unter anderem für die Dorfglocke sein und ein weiterer Empfänger wird später noch entschieden. Alle zwei Jahre gibt es zudem ein gemeinsames Essen für die Sänger und ihre Partner.

Silvestersänger Selscheid

In Selscheid ist man bei der alten Tradition geblieben und sammelt weiterhin Mettwürstchen. Diese isst man dann eine Woche später gemeinsam beim Grünkohlessen mit den Dorfbewohnern. In diesem Jahr fiel die Runde der Selscheider Silvestersänger jedoch kleiner aus, da man nicht mehr auf den Außengehöften singt, sondern nur noch im Dorf selbst. „Es hat sich die letzten Jahre nicht mehr gelohnt. Die Leute waren nicht Zuhause. Daher probieren wir es dieses Jahr anders und schauen dann, wie es sich im kommenden Jahr entwickelt“, sagt Tobias Grote. Bisher waren sie in Plettenberg immer die wenigsten Sänger mit der längsten Strecke. Am Sonntag bestand die Gruppe aus elf Männern.

Silvestersänger Oesterau und Lettmecke

Die meisten Sänger fanden sich am Sonntag für Oesterau und Lettmecke ein. 57 Teilnehmer konnte Jörg Neumann, Sprecher dieser lockeren Gemeinschaft in der Gaststätte „Zum Oestertal“ begrüßen. Das seien noch einmal sieben mehr, als im letzten Jahr, freute sich Jörg Neumann über den Andrang.

Zudem konnte er den Sängern verkünden, dass in diesem Jahr eine neue Schnapssorte ausgegossen wird – sonst war es nur Korn, Sonntag war es Birnchen. „Wir freuen uns über den Schnaps, der von einem Sänger gespendet wurde“, sagt Neumann. Zudem möchte er sich bei den Bürgern nicht nur für die Spenden bedanken, sondern auch für die kulinarischen Leckerein, die manch einer für die Sänger an der Haustür bereit hält, wie Bockwürstchen, Pfefferbeißer, Käsehäppchen oder Schnittchen. Die Spenden, die die Sänger am Sonntag bekamen, sollen in diesem Jahr an die Kinderheimat Oesterau und an die Plettenberger Tafel gehen.

Ottmar Rüschenberg und Marie Veelen

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