Widerstand regt sich

Raser auf dem Grafweg - Stimmen Sie ab: Sind Sie für ein schärferes Tempolimit ?

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Diese Passantin bahnt sich einen Weg zwischen den parkenden Autos hindurch auf die andere Straßenseite Richtung Parkplatz.

Plettenberg  - Die Raserei am Grafweg will Schuhgeschäft-Inhaber Albert Brücher nicht länger hinnehmen. Er hat Angst, dass irgendwann ein Kunde angefahren wird. 

Es ist laut am Grafweg. Zwei Mitarbeiter der Müllabfuhr sind gerade damit beschäftigt, eine große gelbe Tonne vom Parkplatz zur Straße zu schieben. Während die Rollen über die Pflastersteine rattern, ist gegenüber vor dem Schuhgeschäft Brücher ein lautes Quietschen zu hören, dann ein schriller Dauer-Hupton. Ein Autofahrer wollte aus einer der eingezeichneten Parkboxen losfahren und hatte vermutlich einen von hinten heranfahrenden Pkw nicht gesehen. Zum Glück ist das noch einmal gut gegangen!

„So geht das hier ständig. Hier ist ein Verkehrsaufkommen, das kann man gar nicht glauben“, sagt Albert Brücher, Inhaber des gleichnamigen Schuhgeschäftes. Er versucht sich schon seit Monaten dafür einzusetzen, dass ein Tempolimit für den Grafweg beschlossen wird. „Meine Kunden kommen meistens direkt vom Parkplatz gegenüber und wollen dann die Straße queren. Hier wird aber so schnell gefahren, dass erst was passieren muss, bis sich etwas tut!“, ist er verärgert. 

Da im Bauamt seit Monaten die Planungen zum kompletten Ausbau des Grafwegs (L697) laufen, möchte Brücher das Thema einmal mehr auf den Plan rufen. Er habe schon mehrfach mit Klaus Ising von der CDU darüber gesprochen, doch es tue sich nichts. Auch die Heimatzeitung hatte sich des Themas schon angenommen (wir berichteten). In der letzten Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschuss im Dezember 2018 erklärte Bauamtsleiter Sebastian Jülich noch einmal ausführlich die Planungen.

Für den unteren Teil des Grafwegs, also den Teil vor dem Ärztehaus/ Schuhgeschäft ist geplant, eine Querungshilfem, sowohl in Form einer Verkehrsinsel als auch in Form eines Zebrastreifens, vor dem Ärztehaus zu errichten. Die Mittelinsel weiter oben Richtung Einmündung Ziegelstraße solle hingegen entfallen.

Auf erneute Nachfrage der Heimatzeitung bei Klaus Ising erklärte das Ratsmitglied folgendes: „Ich habe auch in der Dezember-Sitzung noch einmal angesprochen, dass eine 30er-Zone dort wirklich sinnvoll wäre. Es ist so gefährlich. Ob das Thema beim Straßenausbau berücksichtigt wird, weiß ich aber nicht!“, so der Befürworter des Limits.

Bauamtsleiter Sebastian Jülich erklärte zum Stand der Dinge: „Der Ausbau soll schon im Sommer starten. Aktuell werden die Ausschreibungen vorbereitet“. Ob ein Tempolimit kommen wird, könne er aktuell ebenfalls nicht beantworten. „Erst einmal werden die Querungshilfen an der Stelle eingerichtet. Wenn sich das Problem dann nicht von selbst erübrigt hat, werden wir Messungen durchführen und dann das Thema Tempolimit noch einmal angehen“.

Für Albert Brücher seien die aktuellen Planungen so nicht ausreichend. „Querungshilfen? Die bringen doch nichts!“, ist sich der Geschäftsmann sicher. Das Problem seien für ihn die rücksichtslosen „Raser“ an der Stelle. Natürlich sei er sich darüber im Klaren, dass mit dem Tempolimit auch regelmäßige Kontrollen stattfinden müssten. Ebenfalls wie viele seiner Kunden habe Albert Brücher einfach nur Angst, „dass erst etwas Schlimmes vor seinem Laden passieren muss, bevor das Tempolimit durchgesetzt wird.“

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